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Fall Deisler: Bayern und Deisler haben sich angeblich wieder lieb

Nach einem Treffen im Krankenhaus haben sich die Bayern-Führung und Sebastian Deisler angeblich wieder lieb. Uli Hoeneß distanzierte sich von den umstrittenen Äußerungen Stoibers.

Nach einem Treffen im Krankenhaus sieht der FC Bayern München die Differenzen mit Sebastian Deisler und seinen Freunden überwunden. "In harmonischer Atmosphäre wurden vermeintlich unterschiedliche Darstellungen der letzten Tage angesprochen und aufgetretene Missverständnisse aus dem Weg geräumt", teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Sonntag nach der rund einstündigen Unterredung im Max-Planck-Institut in einer Presseerklärung mit.

Offensichtlich konnten sich die Beteiligten auf einen gemeinsamen Nenner einigen, welcher einer schnellen Genesung des an Depressionen erkrankten Nationalspielers dienen soll. "Es sind sich alle Parteien darüber einig, gemeinsam alles dafür zu tun, dass Sebastian Deisler baldmöglichst wieder gesund wird", heißt es in der Erklärung weiter. Anschließend soll der 23-jährige Profi auch wieder in die Bundesliga zurückkehren. "Sebastian Deisler erklärte, dass er nach vollständiger Genesung selbstverständlich wieder beim FC Bayern Fußball spielen werde", teilte der Rekordmeister mit. Deislers Vertrag beim Rekordmeister läuft noch bis zum 30. Juni 2006.

Hoeneß distanziert sich von Stoiber

Die Vereinsführung des FC Bayern hatte sich bereits vor dem Treffen von Aussagen ihres Verwaltungsbeirats-Vorsitzenden Edmund Stoiber distanziert. Der bayerische Ministerpräsident hatte erklärt, dass er nicht mehr an ein Comeback Deislers glaube. Zudem hatte er den 23 Jahre alten Mittelfeldspieler als eines der "größten Verlustgeschäfte" des FC Bayern bezeichnet. "Wenn er das so gesagt hat, halte ich die Aussage für unglücklich", entgegnete Bayern- Manager Uli Hoeneß am Sonntag im DSF.

Der "schwer kranke Mensch" im Mittelpunkt

"Wir sollten uns nur über Dinge äußern, von denen wir etwas verstehen", empfahl Hoeneß. "In der Sache Deisler müssen wir uns davon verabschieden, vom Fußballer zu reden. Wenn der schwer kranke Mensch wieder gesund ist, dann reden wir wieder über den Fußballer Sebastian Deisler." Der Kosten-Nutzen-Faktor des Deisler- Transfers spiele für ihn angesichts der schweren Krankheit des Nationalspielers keine Rolle. "Wenn der Junge wieder gesund wird, sind mir die 7,5 Millionen Euro Ablösesumme wurscht", sagte Hoeneß.

"Haben keine Detektive eingesetzt"

Der Manager bestätigte, dass der Rekordmeister Erkundigungen über den neuen Generalbevollmächtigten, die neue Pressesprecherin und den neuen Imageberater von Deisler eingeholt habe. "Wir haben aber keine Detektive eingesetzt", entgegnete Hoeneß auf entsprechende Berichte. Das Vorgehen des Clubs rechtfertigte er mit einer "Sorgfaltspflicht" des Rekordmeisters für den Spieler: "Wir haben uns bemüßigt gesehen zu prüfen, ob das alles in Ordnung war."

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