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2:2 gegen VfB Stuttgart Schwächephase in der Bundesliga: Die Bayern steuern in die Motivationsfalle

"Sauer auf uns selbst": Thomas Müller redet eindringlich auf Dayot Upamecano ein
"Sauer auf uns selbst": Thomas Müller redet eindringlich auf Dayot Upamecano ein
© Alexander Hassenstein / Getty Images
Drei Unentschieden in Folge: Die Bayern haben offenbar ein Problem, sich für die Bundesliga zu motivieren. Dass sie anders können, haben sie unter der Woche gegen Inter Mailand bewiesen. Für Trainer Julian Nagelsmann kann das ein Problem werden.

Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn war die gute Laune auf der Tribüne der Stuttgarter Mercedes-Benz in Stuttgart gründlich vergangen. In der Nachspielzeit hatte Serhou Guirassy den Strafstoß gegen Manuel Neuer sicher verwandelt. Das Tor bedeutete den Ausgleich des VfB gegen den FC Bayern, und dabei bleib es bis zum Schlusspfiff. Es war das dritte Unentschieden der Bayern in Folge in der Bundesliga. Das ist kein Beinbruch. Mit zwölf Punkten stehen sie vorerst wieder an der Spitze der Tabelle. Freiburg kann allerdings mit einem Unentschieden oder einem Sieg am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach wieder die Führung übernehmen. 

Hier finden Sie alle Ergebnisse des 6. Bundesliga-Spieltages im Überblick.

Dennoch ist das dritte Remis in Serie ein kleines Ärgernis. Beim Führungstreffer durch den 17-jährigen Matys Tel (36.), dem französischen Supertalent, jubelte Salihamdzic noch auf der Tribüne (Oliver Kahn blieb natürlich unberührt sitzen). Der Sportvorstand des FC Bayern freute sich nicht nur über den Führungstreffer, sondern auch über die Tatsache, dass Tel nun der jüngste Torschütze der Bundesliga-Geschichte ist. Sein Vorgänger war Jamal Musiala. Bis dahin hatten die Bayern ein ziemlich gemächliches und uninspiriertes Spiel gezeigt.

Thomas Müller ist "sauer"

Dem zwischenzeitlichen Ausgleich (57.) durch mutig spielende Stuttgarter folgte die erneute Führung durch Musiala (60.). Alles lief also wie geplant, bis Matthijs de Ligt Guirassy foulte und es in der 92. Minute einen Elfmeter gab, den der Gefoulte selbst im wahrsten Sinne des Wortes in das obere rechte Eck drosch. Bei den Bayern-Bossen war die Laune jetzt im Keller. Salihamidzic war nach eigener Aussage "sauer" und Kahn schaute ein bisschen grimmiger drein als sonst.

Die Bayern-Profis waren sich bewusst, dass das Ergebnis auch im Hinblick auf das Spiel gegen den FC Barcelona in der Champions League am Dienstag nicht ideal war. "Heute bin ich das erste Mal in dieser ganzen Spielzeit sauer - und zwar sauer auf uns selbst", sagte zum Beispiel Thomas Müller, der angefressen wirkte. Manuel Neuer und Joshua Kimmich ließen nach einer schnellen Dusche die Reporter in der Mixed Zone genervt und wortlos stehen.  

"Wir sind gewarnt", sagte Salihamidzic. Aber es sei auch noch sehr früh in der Saison. "Da ist noch nichts passiert", fügte er an. So sah es auch Trainer Julian Nagelsmann, der haderte: "Wir müssen das dritte Tor machen, dann ist das Spiel durch." 

Noch kein ernsthaftes Problem für den FC Bayern

Ein ernsthaftes Problem haben die Bayern nicht. Doch vielleicht zeichnet sich eines ab. Unter der Woche lieferte die Mannschaft eine Spitzenleistung gegen Inter Mailand in der Champions League ab. In San Siro stand eine wache, präzise und schnell kombinierende Mannschaft auf dem Platz, die den italienischen Vizemeister 2:0 besiegte. Auch in den ersten Bundesliga-Spielen (6:1 gegen Eintracht Frankfurt, 7:0 gegen Bochum) wirkten die Bayern motiviert, schließlich galt es zu beweisen, dass der Abgang von Torjäger Robert Lewandowski keine Probleme bereiten würde.

Mittlerweile dürfte Lewandowski kein Thema mehr zu sein. Dafür scheinen die Bayern Probleme zu haben, sich in der Liga genauso zu motivieren wie in der Champions League. Das ist ein bekanntes Phänomen, nicht nur bei den Münchnern. Hinzu kommt, dass Nagelsmann im Spiel gegen Stuttgart sechs Wechsel vornahm, was den Rhythmus stören kann. In diesem Fall hat es zum dritten Unentschieden in Folge in der Bundesliga geführt. Ob das für die nationale Konkurrenz tatsächlich gute Nachrichten sind, lässt sich nicht sagen.

Quellen: DPA, "kicker"

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