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Champions-League-Duell mit Donezk: Wie sicher ist Bayerns Spiel in der Ukraine?

Es ist wieder Champions-League-Zeit! Der FC Bayern reist allerdings in ein krisengebeuteltes Land. Ist das Spiel in der Ukraine sicher? Wie gut ist Donezk derzeit? Die wichtigsten Fragen zum Duell.

Von Felix Haas

Arjen Robben spielte zuletzt furios - gegen Donezk plagen ihn Gedanken über die Ukraine-Krise: "Man fährt da nicht hin und schaltet alles aus"

Arjen Robben spielte zuletzt furios - gegen Donezk plagen ihn Gedanken über die Ukraine-Krise: "Man fährt da nicht hin und schaltet alles aus"

Der FC Bayern München fiebert dem ersten Champions-League-Spiel im neuen Jahr entgegen. "Jeder, der mal Champions League gespielt hat, weiß, welcher besondere Wettbewerb das ist", sagte Mario Götze voller Vorfreude nach der Ankunft in Lwiw, wo der deutsche Fußball-Meister am Dienstagabend (ab 20.45 Uhr im stern-Liveticker) auf den ukrainischen Champion Schachtjor Donezk trifft.

"Die Champions League geht jetzt mit dem Achtelfinale richtig los", sagte auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Dennoch ist es kein Spiel wie jedes andere. Schließlich müssen die Münchner in die Ukraine reisen - und damit in ein Land, in dem trotz offiziellem Waffenstillstand Gefechte stattfinden und in dem die Bevölkerung anderes im Sinn hat als Fußball. Die wichtigsten Fragen rund um Bayerns Achtelfinal-Hinspiel:

Findet die Partie im Krisengebiet Donezk statt?

Nein, Schachtjor trägt derzeit alle seine Heimspiele im Westen des Landes aus. Das Champions-League-Duell mit dem FC Bayern findet in der EM-Arena von Lwiw (Lemberg) statt. Dort leben und trainieren die Schachtjor-Profis bereits seit vergangenem Jahr. Die Unterstützung der Fans ist allerdings nicht so stark wie in Donezk. In Lwiw sehen viele die separatistischen Bestrebungen aus Donezk kritisch - und damit auch Schachtjor. Dennoch werden sie den Verein wohl anfeuern, auch weil es gegen den großen FC Bayern geht.

Wie sicher ist die Begegnung?

In Lwiw sind keine Probleme zu erwarten. Auswirkungen des Krieges gibt es dort nicht. Die Fans können in Ruhe anreisen, das Spiel sollte ohne größere Konflikte über die Bühne gehen. Zwischen Lwiw und Donezk liegen immerhin knapp 1000 Kilometer.

Manuel Neuer bei seiner Ankunft in Lwiw

Manuel Neuer bei seiner Ankunft in Lwiw

Ändert sich etwas für die Bayern?

Die Bayern-Profis reisen mit einem mulmigen Gefühl in die Ukraine. "Man fährt da nicht hin und schaltet alles aus", erklärte Arjen Robben. "Das ist schon im Kopf. Wir sind zwar Fußballspieler, aber zuallererst Menschen." Neben der psychischen Belastung gibt es aber auch eine handfeste Änderung für die Münchner: Das gewohnte Mitternachtsbankett entfällt - der FC Bayern reist noch in der Nacht zurück nach München. Dort erhält der Rekordmeister sogar eine Sonder-Landeerlaubnis, weil er aus einem Krisengebiet zurückkehrt. Normalerweise dürfen Flugzeuge in München nicht in der Nacht landen.

Wie gut ist Schachtjor derzeit?

Schachtjor ist ukrainischer Serienmeister (seit 2010!) und hat den derzeit besten Tojäger der Champions League in seinen Reihen: Der Brasilianer Luiz Adriano traf allein in der Gruppenphase neunmal. Die Bayern sollten also gewarnt sein. Doch wie immer im Winter haben die Teams aus Russland und der Ukraine ein Problem: Denn nach der Winterpause hat dort noch kein Liga-Spiel stattgefunden. Schachtjor ist also noch nicht wieder im Wettkampfmodus. Pep Guardiola hat dennoch gehörigen Respekt: "Mircea Lucescu ist einer der besten Trainer in Europa. Sie haben viele gute Brasilianer, junge talentierte Spieler und spielen immer offensiv".

Spielen Schweini UND Alonso im Mittelfeld?

Zum Beginn der Rückrunde lief es bei den Bayern nicht perfekt - viele hielten es für einen Fehler von Guardiola, im Mittelfeld Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso gemeinsam aufzustellen. Gegen den HSV fehlte Alonso verletzt, Schweinsteiger übernahm im Zentrum das Kommando, Bayern brillierte und nun steht die Frage im Raum: Muss Alonso nach seiner Rückkehr erstmal auf die Bank? Eher nicht. Guardiola antwortete auf die Frage, ob das Bayern-Spiel mit beiden zu langsam werden würde: "Wir brauchen ihren Kopf, nicht ihre Beine, sie sind im Kopf schneller als andere." Schweinsteiger und Alonso dürften zusammen beginnen.

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