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Kommentar

3:1-Sieg gegen Wolfsburg: Danke an die Bayern: So erspart uns das Team groteske Auftritte der Bosse

Haben die Bayern wegen oder trotz der grotesken Pressekonferenz der Bayern-Bosse aus der Mini-Krise gefunden? Sicher lässt nur eines sagen: Wir können wieder über das Sportliche reden. Das ist ja auch schon ein Fortschritt.

Die Spieler des FC Bayern München jubeln nach dem 1:0 durch Robert Lewandowski

Die Spieler des FC Bayern München jubeln nach dem 1:0 durch Robert Lewandowski

DPA

"Ich finde es ein super Zeichen, dass der Verein sich so vor die Spieler stellt und schützt. Man hat dann mehr das Zusammengehörigkeitsgefühl". Das sagte Joshua Kimmich nach dem hochverdienten 3:1-Sieg des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg. Eine interessante Aussage im Hinblick auf die groteske Pressekonferenz der Bayern-Führung um Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic. Wie allseits bekannt griffen die Bosse die Medien massiv an, weil sie sich ungerecht behandelt fühlten durch die viele Kritik, die es in den vergangenen Wochen am ruhmreichen FCB gegeben hatte.

Das Medienecho war einhellig: Die Bayern-Bosse drehen jetzt endgültig am Rad und haben jeden Bezug zur Realität verloren, lautete der Tenor. Der stern nannte den Auftritt ein "Armutszeugnis".

Uli Hoeneß vom FC Bayern München

Joshua Kimmich bewertet die PK positiv

Nimmt man Kimmichs Perspektive ein, hatte die PK nur einen Zweck: Die schwächelnde Mannschaft wieder wachzurütteln, indem auf brachiale Art eine Wagenburg-Mentalität erzeugt wird. Stichtwort Mia san mia. "Klar merkt man, wenn es mal nicht so läuft, dass viele über Bayern München reden. Ich glaube, für uns war es ganz gut, zu sagen: Wir lassen keinen ran, halten zusammen und schützen uns gegenseitig", sagte der 23-jährige Nationalspieler weiter.

Folgt man Kimmich, ist die Taktik der Bosse voll aufgegangen. Als Außenstehender und Journalist fragt man sich hingegen: Was ist erst notwendig, wenn die Bayern mal eine echte Krise haben, zum Beispiel im Frühjahr, wenn die wichtigsten Spiele der Saison anstehen? Man mag es sich nicht ausdenken.

Niko Kovac will sich nicht äußern

Genauso gut kann man zu dem Ergebnis kommen, dass die Mannschaft eine herausragende Leistung trotz der jetzt schon legendären PK absolvierte. Sie ließ sich selbst von so einem skurrilen Auftritt nicht in ihrer Konzentration stören. So kann man Niko Kovacs Reaktion nach dem Wolfsburg-Spiel deuten. Der sagte gar nichts zum Auftritt seiner Chefs: "Die Frage ist völlig berechtigt aber ich glaube Sie haben Verständnis, wenn ich mich auf das Spiel konzentriere. Das ist die Priorität Nummer eins", sagte er.

Doch egal wie man es dreht und wendet, das Spiel in Wolfsburg hat gezeigt: Die Bayern sind wieder da. Sogar die gelb-rote Karte für Robben und der Anschlusstreffer der Wolfsburger zum zwischenzeitlichen 1:2 brachten die Münchner nicht aus der Spur - und dafür darf man sie auch mal loben.

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