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FC Bayern München: Klinsmann will jetzt Antworten geben

Der FC Bayern München und Jürgen Klinsmann stehen unter Zugzwang. Vor dem Spiel in Karlsruhe setzt der Trainer seine Star-Spieler unter Druck, ohne aber von seinem Reformkurs abweichen zu wollen. Aber auch er weiß ganz genau: Weitere Punktverluste kann sich Bayern nicht erlauben.

Neuanfang mit altem Konzept: Nach dem schlechtesten Liga-Start seit Jahrzehnten will der deutsche Fußball- Meister FC Bayern München im Mittelfeld-Duell beim Karlsruher SC den ersten Liga-Sieg seit über einem Monat bejubeln. "Mit dem Spiel gegen Karlsruhe fängt die Saison neu an", versprach Mittelfeldakteur Zé Roberto, zuletzt Bayerns Bester, vor dem ersten von sieben Spielen in 22 Tagen. Nach drei nicht gewonnenen Liga-Begegnungen soll Schluss mit dem Reden über Fehler und Versäumnisse sein - forderte Bastian Schweinsteiger. "Jetzt muss die Antwort auf dem Platz kommen. Das werden wir am Samstag sehen", forderte der Mittelfeldakteur.

Um mit dem Tabellen-Elften beim -Zwölften in die Erfolgsspur zurückzukehren, will Jürgen Klinsmann seinem nicht unumstrittenen Reformkurs treubleiben. "Ich ändere mich nicht um 180 Grad, nur weil ein paar Ergebnisse nicht optimal waren", sagte der Trainer. Nach mehr als 100 Tagen beim FCB trägt die Arbeit nach seiner Ansicht "erste Früchte", eine Mannschaft "kristallisiert" sich immer mehr heraus und hat sich "gefunden". Nur in den Ergebnissen drücke sich dies noch nicht aus. "Wir wissen, dass wir uns das selbst eingebrockt haben und müssen das jetzt korrigieren. Es ist enorm wichtig, dass wir in der Bundesliga punkten und uns nach oben orientieren."

"Heiß auf das Spiel"

Seinem Erneuerungskurs will Klinsmann treubleiben, vielleicht wird er aber das Reformtempo etwas drosseln. Zwar sind sich der neue Coach und die Clubführung sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, aber bei den Münchnern sind die Branchen-Gesetze härter als anderswo: Ruhe gibt es nur nach Erfolgen.

"Eine Phase wie die jetzige muss man schlucken", befand der Coach, den die "Klinsmann raus"-Rufe nach dem 3:3 vor der Länderspiel-Pause gegen Bochum "natürlich geschmerzt" hatten. Zwei Wochen habe man nach der Niederlage "erst mal warten" müssen, wie Schweinsteiger sagte. "Jetzt haben wir das Spiel vor uns. Die Stimmung ist gut und und wir sind heiß auf das Spiel."

Mangelnder Respekt der Gegner

Mit einem Dreier wollen sich die Münchner nicht nur in der Tabelle nach oben bewegen, sondern auch etwas für das Image tun. "Der Respekt, den die anderen Teams vor uns haben, den wir uns über Jahre hinweg erarbeitet haben, steht auf dem Spiel", warnte Zé Roberto. Der Mythos FC Bayern wird so schnell zwar keinen Schaden davontragen, aber bei einer weiteren Pleite sind den Bayern Hohn und Spott gewiss. So schrieb die "Bild"-Zeitung über eine Woche lang süffisant vom "Mittelmaß-Gipfel".

Noch vor der Länderspiel-Pause hatte Klinsmann sich mit dem Team zusammengesetzt und "deutlich gemacht, dass nun sehr wichtige Spiele kommen", verriet Zé Roberto von der Geheimsitzung. Auf die Auswahl- Auftritte sollen nun Taten folgen, vielleicht wieder mit Kapitän Mark van Bommel im Team. Der Niederländer ballerte sich seinen Ersatzbank-Frust aus dem Verein im "Oranje"-Team von der Seele und war beim 1:0 gefeierter Siegtorschütze der Niederländer in Norwegen.

DPA / DPA

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