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Bundesliga im stern-Check: Für einen Trainer wird die Luft immer dünner

Es war sportlich ein großartiges Fußball-Wochenende mit zahlreichen Toren. Der BVB bestätigte seine gute Form. Beim Revier-Rivalen Schalke ist die Stimmung hingegen im Keller.

Nalso und seine Schalker haben sechs von acht Bundesliga-Spielen verloren. Für Trainer Tedesco wird es langsam jeng

Naldo und seine Schalker haben sechs von acht Bundesliga-Spielen verloren. Für Trainer Tedesco wird es langsam eng

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So liefen die Spiele der Bundesliga

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltages

Seien wir ehrlich: Es war in Sachen Aufreger ein relativ ruhiger Spieltag, die Liga glänzte diesmal sportlich. Große Empörung gab es ja schon vorher am Freitagmittag, als die Großkopferten des FC Bayern ihre mittlerweile legendäre Pressekonferenz gaben, auf der sie ordentlich auf die Medien schimpften. Offenbar hatte danach keiner der Akteure in der Bundesliga Lust, für weiteren Ärger zu sorgen. Nicht mal die Bayern selbst, die gegen Wolfsburg einfach nur gut spielten und souverän mit 3:1 gewannen. Auch in den anderen Spielen gab es keine krassen Fehlentscheidungen, keine brutalen Fouls, keine Fan-Ausschreitungen, sondern nur viele und schöne Tore. Es war alles friedlich an diesem goldenen Herbst-Wochenende

Zumindest fast. Wenn in Sachen Aufregung nichts läuft, gibt es ja immer noch den Videobeweis. Hat man länger nichts von gehört, weil die deutschen Schiedsrichter in der Anwendung der neuen Technik doch beträchtliche Fortschritte gemacht haben in den vergangenen Wochen. Im Spiel gegen Augsburg wollte Leipzigs Timo Werner einen Elfmeter schinden - und machte das auch ziemlich geschickt. Aber dann kam der Videobeweis zum Einsatz und Schiedsrichter Tobias Welz nahm die Elfmeter-Entscheidung zurück, weil es zuvor eine Abseitsposition gegeben hatte. Das Problem: Die Entscheidung nahm vier Minuten in Anspruch. Zu lang für alle Beteiligten, die das nach dem Spiel kritisierten. So richtig aufregen wollte sich aber niemand, genau wie in der Partie zwischen Hertha und Freiburg. Dort kam der Videobeweis ebenfalls zum Einsatz, obwohl in diesem Fall keine klare Fehlentscheidung vorlag, die ja Voraussetzung für den Einsatz ist. Das bisschen Durcheinander störte aber auch niemanden.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Der Wunderstürmer des BVB hat im Duell gegen Stuttgart wieder zugeschlagen. Weltmeister Pavard spielte einen verheerenden Freistoß in die Füße von Reus, der auf den startenden Alcacer passte. Der spanische Angreifer tauchte halbrechts frei vor Zieler auf und lupfte den Ball aus vollem Lauf elegant über den Torwart. Ein wunderschönes Tor. Es untermauerte die brillante Form, in der sich Borussia Dortmund derzeit befindet. Der BVB gewann hoch überlegen mit 4:0 und bleibt Tabellenführer. Der Spanier erzielte acht Tore in fünf Pflichtspielen, musste aber verletzt ausgewechselt werden. Es ist offen, ob er am Mittwoch in der Champions League gegen Atlético Madrid wieder fit ist.

Gewinner des Spieltages

In dieser Kategorie gewinnt die gute, alte Eintracht aus Frankfurt. Nach Holper-Start und Anlaufschwierigkeiten des neuen Trainers Adi Hütter haben die Hessen einen richtigen Lauf. Am Freitagabend fegten sie die bedauernswerten Düsseldorfer mit 7:1 aus der Commerzbank-Arena. Ein gewisser Luka Jovic erzielte fünf Treffer. Die Frankfurter spielten wie im Rausch. "Diese Angriffsreihe gehört mit zum Besten, was in der Bundesliga derzeit angreift", schwärmte die "Frankfurter Rundschau". Mit 13 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz stehen sie prächtig da. Es sieht so aus, als wenn der Verein nach dem Abgang von Niko Kovac und vier Leistungsträgern alles richtig gemacht hat.

Uli Hoeneß vom FC Bayern München

Verlierer des Spieltages

Das ist Schalke. Acht Spieltage sind absolviert und der amtierende Vizemeister hat gerade mal zwei Spiele gewonnen, die anderen sechs gingen allesamt verloren. Die letzte Niederlage gab es an diesem Wochenende gegen die bärenstarken Bremer (0:2), und das in der Arena vor den eigenen Fans. Die Königsblauen stehen auf dem Relegationsplatz. Das ist schon hart. Für den Coach dürfte die Luft langsam dünner werden, in der Liga darf er sich keine weiteren Niederlagen leisten. Verliert Schalke am nächsten Sonntag gegen Leipzig und zeigt unter der Woche in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul keine überzeugende Leistung, dürfte Tedesco seinen Job verlieren.

Bild des Tages

Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß vor dem Spiel in Wolfsburg

Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß vor dem Spiel in Wolfsburg

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Ein bisschen skeptisch gucken sie schon, die Herren Rummenigge und Hoeneß. Die Bayern-Chefs warten auf den Anpfiff in Wolfsburg und können noch nicht wissen, ob die Mannschaft endlich mal wieder ein gute Leistung zeigen wird. Vielleicht reflektieren sie in diesem Moment über ihre mittlerweile legendäre PK. Vielleicht überlegt Hoeneß auch nur, ob er zu Hause den Herd ausgestellt hat, bevor er in die VW-Stadt reiste. Da steckt man nicht drin, wie der Volksmund sagt. Im Laufe der Partie löste sich die Anspannung, weil die Bayern richtig gut spielten, obwohl Arjen Robben in der 57. Minute mit Gelb-Rot vom Platz flog.

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