Fußball-Bundesliga "Eurofighter" machen Schalke Beine


Es ist wie ein Déjà vu: Als vor rund einem Jahr nichts mehr ging bei Schalke 04 wurden die beiden früheren Spieler Michael Büskens und Youri Mulder zu Interimstrainern. Sie starteten sofort eine Erfolgsserie. Nach dem Rausschmiss von Trainer Fred Rutten sind die einstigen "Eurofighter" nun wieder am Ruder. Prompt siegte Schalke in Bielefeld.

Das "Heilsbringer-Duo" Mike Büskens und Youri Mulder hat beim Krisen-Club FC Schalke 04 erneut einen Einstand nach Maß gefeiert: Wie vor einem Jahr startete das Interims-Trainergespann mit einem Sieg in seine befristete Mission. Acht Tage nach der Entlassung von Fred Rutten gewannen die Schalker am Freitagabend bei Arminia Bielefeld nach zuletzt zwei Niederlagen mit 2:0 (1:0). Die Treffer erzielten Jefferson Farfan mit einem Kopfball-Tor in der 45. Minute und Kevin Kuranyi (90.+3). Mit nun 40 Punkten und als vorläufiger Tabellensiebter der Fußball-Bundesliga nährten die Königsblauen wieder etwas ihre Hoffnungen auf die UEFA-Cup-Ränge.

Bielefeld ging indes vor 27.300 Zuschauern in dem erstmals in dieser Saison ausverkauften heimischen Stadion auch im fünften Heimspiel nacheinander gegen den Angstgegner aus Gelsenkirchen punkt- und torlos aus. Mit 24 Zählern (15.) droht die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck am Ende dieses 26. Spieltags nun weiter abzurutschen.

Schalker unbeeindruckt von Vereins-Querelen

Den Knappen-Profis waren die turbulenten Wochen mit der Rutten-Demission und der vorherigen Entlassung von Manager Andreas Müller sowie den Suchaktionen für deren Nachfolger zumindest am Anfang nicht anzumerken. In der 6. Minute prüfte Vicente Sanchez Arminia-Keeper Dennis Eilhoff, zwei Minuten später scheiterte Lewan Kobiaschwili am Schlussmann. Die Hausherren, bei denen Markus Bollmann, Vlad Munteanu und Christopher Katongo nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder in die Anfangsformation zurückkehrten, kamen langsamer auf Touren. Zumal Ex- Kapitän Marcelo Bordon in der Schalker Innenverteidigung die Bielefelder Angriffsbemühung zu Beginn immer wieder bremste.

Verhindern konnte aber auch der angeschlagene Brasilianer, der die zentrale Defensive mit Nationalspieler Heiko Westermann bildete und zwölf Minuten vor Schluss vom Feld musste, die ersten Möglichkeiten der immer frecher aufspielenden Gastgeber nicht. Doch weder Artur Wichniarek (17./23.) in seinem 200. Einsatz für die Arminia, noch Katongo (19.), Thorben Marx (32.) oder Munteanu (38.) vermochten den Ball im Tor von Manuel Neuer unterzubringen.

Kuranyi: Latte, Pfosten, Tor

Vom vielversprechenden Start der Schalker, bei denen der angeschlagene Ivan Rakitic zunächst auf der Bank blieb, war da kaum mehr etwas zu sehen. Gegen die gut organisierten Bielefelder fanden die Gäste nur noch zweimal den Weg vors Tor. Zuerst vergab Kevin Kuranyi nach schönem Solo von Halil Altintop (28.), dann machte es Farfan besser. Eine Links-Flanke von Christian Pander nickte der Peruaner aus kurzer Distanz ins Tor. Kurz zuvor hatte Bollmann den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand berührt, Schiedsrichter Marc Seemann aus Essen ließ aber weiterspielen.

Grund zum Jubeln hätten die Anhänger der Gäste - die nach einer halben Stunde auch noch die Entlassung des Aufsichtsratschefs mit "Tönnies raus"-Rufen forderten - Sekunden nach dem Wiederanpfiff fast gehabt. Kuranyi traf mit seinem Kopfball aber nur die Latte. Nach teilweise teilnahmslos wirkenden Minuten in der ersten Hälfte, ließen die Schalker den Ostwestfalen nun deutlich weniger zu und drängten selbst auf die endgültige Entscheidung, Sanchez (83.) und Kuranyi (89.), der diesmal am Pfosten scheiterte, vergaben aber die besten Chancen, ehe Kuranyi dann doch noch traf. Am Ende reichte es aber auch so wieder zum Einstandssieg für Büskens und Mulder - vor einem Jahr holten sie danach aus weiteren fünf Spielen weitere vier "Dreier" und ein Remis.

DPA DPA

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