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Fußball-Bundesliga: Hertha entlässt Favre fristlos

Knapp vier Wochen nach dem Rauswurf des Schweizers Lucien Favre hat Hertha BSC Berlin seinem Ex-Coach nun fristlos gekündigt. Über die Hintergründe wird noch spekuliert.

Hertha BSC hat seinem ehemaligen Trainer Lucien Favre fristlos gekündigt. "Ja, ihm wird mit dem heutigen Tag gekündigt", bestätigte Hertha-Pressechef Gerd Graus einen Bericht von "Morgenpost online". Einzelheiten nannte der Berliner Fußball-Bundesligist nicht, "da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt", sagte der Hertha-Sprecher. Wenn Favre die fristlose Kündigung nicht akzeptieren sollte, könnte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Aber auch eine außergerichtliche Einigung ist noch möglich.

Favre war nach sechs Niederlagen in Folge zunächst beurlaubt worden, Anfang Oktober hatte er bei einer privaten Pressekonferenz diplomatisch mit Hertha abgerechnet. Der Hauptstadtclub sieht darin offensichtlich die Interessen des Vereins verletzt und somit einen Kündigungsgrund, da Favre zu dem Zeitpunkt noch Hertha-Angestellter war.

Favres Abfindung entfällt

Favre hatte auf der Pressekonferenz am 6. Oktober im Berliner Hotel Adlon zwar auch eigene Fehler eingeräumt, aber auch versteckte Vorwürfe gegen die Chefetage von Hertha erhoben. Am Montag hatten sich die Berater von Favre in Berlin mit Hertha-Verantwortlichen getroffen. So hatte der Schweizer unter anderen geäußert: "Hertha hat die Trennung von Dieter Hoeneß nicht verkraftet. Dieser Umstand hat meine Arbeit erschwert." Hertha hatte die Favre-Aussagen von einem Arbeitsrechtler prüfen lassen, um ein möglicherweise vereinsschädigendes Verhalten festzustellen. Favre soll aus seinem bis Sommer 2011 laufenden Vertrag eigentlich noch Ansprüche auf rund eine Million Euro gehabt haben.

Der Verein jedenfalls könnte von einer fristlosen Kündigung doppelt profitieren. Zum einen zieht man einen Schlussstrich unter das Kapitel Favre, zum anderen kann Hertha nun die Abfindungszahlung in Höhe von 1,3 Millionen Euro anders investieren. Vielleicht leistet sich die "alte Dame" aus der Hauptstadt dann sogar einen neuen Stürmer.

DPA/feh

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