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Fußball-Bundesliga: Stuttgarter Befreiungsschlag für Trapattoni

Mit einem glanzlosen Sieg sicherten die Stuttgarter Profis Trapattoni vorerst den Arbeitsplatz - und zerstörten die Hoffnungen der Franken auf einen Neuanfang.

Peter Neururer will nach dem spielerischen Offenbarungseid des 1. FC Nürnberg beim 0:1 (0:1) gegen den VfB Stuttgart nicht Trainer des Tabellenletzten werden. "Das war so schlecht, da kann ich auch nicht mehr helfen", sagte Neururer der "Bild-Zeitung". Sechs Tage nach der Entlassung von Wolfgang Wolf rannte das Team von Interimstrainer Dieter Lieberwirth am Sonntagabend vor 25.860 Zuschauern lange Zeit wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen durch das Frankenstadion, kassierte bereits die achte Niederlage der Saison und wartet zudem seit dem 5. April 1994 auf einen Heimerfolg gegen die Schwaben.

"Dieses Spiel war auch keine Werbung für einen neuen Trainer. Wir müssen das akzeptieren. Als Tabellenletzter ist es schwierig einen Coach zu finden", zeigte Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader sogar Verständnis für die Absage, die Neururer auf seine Mailbox gesprochen hatte. "Ich bin nicht der richtige Mann für den Club", begründete der 50-Jährige später im DSF noch "unter dem Eindruck" seinen Korb.

"Das wichtigste war der Sieg"

Mit ihrem glanzlosen Erfolg sicherten die Stuttgarter Profis Giovanni Trapattoni vorerst den Arbeitsplatz. Schon nach zehn Minuten sorgte Christian Tiffert mit seinem Tor für Freude beim umstrittenen Trainer. "Das wichtigste war der Sieg. Durch diesen Erfolg müssen wir Selbstvertrauen bekommen. Ich sehe bei den Spielern Herz und Leidenschaft", sagte der Starcoach aus Italien.

Die Stuttgarter stoppten drei Tage nach dem deprimierenden 0:2 im UEFA-Cup gegen Schachtjor Donezk ihre Talfahrt - vor allem dank harmloser Gegner. "Es gibt hier keine Freifahrtsscheine und Garantieerklärungen", sagte VfB-Präsident Erwin Staudt über das Ergebnis einer Krisensitzung am Vortag. "Solange wir Fortschritte erkennen, ist es gut, solange wir Ergebnisse erzielen, ist es sehr gut." Durch den dritten Sieg der Saison verbesserte sich der VfB auf Tabellenplatz acht.

"Vielleicht geben wir auch einem jungen Trainer mal eine Chance"

Den zweiten von drei Blackouts in der Nürnberger Hintermannschaft nutzte Tiffert nach Vorarbeit des starken Christian Gentner. Kurz zuvor hatte der Mittelfeldspieler die Nürnberger Viererkette schon einmal ausgedribbelt, doch nach seiner Hereingabe rettete Benjamin Lense in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Jon Dahl Tomasson. Über Kampf fanden die Gäste zwar etwas besser ins Spiel, doch sie waren im Abschluss viel zu harmlos. Auch nach der Pause zeigte sich der VfB in der sehr schwachen Bundesliga-Begegnung spielerisch etwas stärker. Auf beiden Seiten gab es kaum mehr Torchancen.

Nürnbergs Lieberwirth, erstmals seit 15 Jahren wieder als Chefcoach auf der Bank, wird seinen Platz schon bald wieder räumen müssen. "Wir hoffen, dass wir Mitte der Woche einen Trainer präsentieren", sagte Sportdirektor Martin Bader. Nachdem Ungarns Nationaltrainer Lothar Matthäus nicht in seine fränkische Heimat zurückkehren wird und nun auch der beim Bundesliga-Absteiger Bochum im Mai entlassene Neururer abgewunken hat, wird Jürgen Röber als Kandidat für den Abstiegskampf gehandelt. "Aber vielleicht geben wir auch einem jungen Trainer mal eine Chance", sagte Bader.

Gerd Münster/DPA

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