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WM kompakt Tag 8 3:0 - Kroatien führt Argentinien vor und steht im Achtelfinale

Lionel Messi Kroatien
Ein trauriger Superstar: Lionel Messi und Argentinien stehen kurz vor dem WM-Aus.
© Cezaro De Luca / DPA
Was für eine blamable Vorstellung: Argentinien hat nach einer indiskustablen Leistung mit 0:3 gegen Kroatien verloren. Noch sind Messi und Co. aber nicht ausgeschieden, während Kroatien für die nächste Runde qualifiziert ist.

Frankreich - Peru 1:0 (1:0)

Torschützen:  Kylian Mbappé (34. Minute)

Platzverweise: keine

Topfavorit Frankreich hat sich mit einem knappen und umkämpften Sieg über Peru das Achtelfinal-Ticket gesichert. Für die Südamerikaner ist dagegen ihr Russland-Abenteuer schon wieder zu Ende. Tor- und punktlos nach zwei Spielen geht es für die Peruaner am letzten Spieltag gegen Australien nur noch um die berühmte goldene Ananas. Frankreich hingegen reicht gegen Dänemark ein Unentschieden für den Gruppensieg.

Dänemark - Australien 1:1 (1:1)

Torschützen: Christian Eriksen (7. Minute), Mile Jedinak (38., per Elfmeter)

Platzverweise: keine

Dänemark hätte nach dem Auftaktsieg über Peru gegen Australien bereits das Achtelfinale eintüten können - und legte auch entsprechend los. Bereits nach sieben Minuten schoss Eriksen seine Elf in Front. Die Australier kamen allerdings kurz vor der Pause per Elfmeter zum 1:1, das letztlich auch der Endstand sein sollte. Allerdings war der Strafstoß durchaus umstritten: Poulsen hatte den Ball im Luftzweikampf aus nächster Nähe an den leicht nach oben ausgestreckten Arm bekommen. Absicht war das sicher nicht, über eine fahrlässige Armhaltung kann man diskutieren. Allerdings zeigte der Referee sofort Weiterspielen an, hatte die Aktion also gesehen und bewertet. Wenige Sekunden später unterbrach er nach Zuruf des Videoassistenten die Partie, schaute sich die Szene noch einmal am Bildschirm an und entschied auf Strafstoß. Die viel zitierte "klare Fehlentscheidung" war dieses Handspiel aber sicher nicht.

Argentinien - Kroatien 0:3 (0:0)

Torschützen: Ante Rebic (53.), Luka Modric (80.), Ivan Rakitic (90+1)

Platzverweise: keine

Es war fast ein Offenbarungseid. Argentinien hat das zweite Gruppenspiel gegen Kroatien mit 0:3 verloren und ist jetzt auf Schützenhilfe angewiesen, wenn sie das Achtelfinale erreichen wollen. Kroatien ist hingegen für die nächste Runde qualifiziert. Eintracht Frankfurts Ante Rebic erzielte das erste Tor für die Kroaten. Der Bundesliga-Stürmer nutzte in Nischni Nowgorod in der 53. Minute einen verheerenden Fehler von Argentiniens Torhüter Wilfredo Caballero zur 1:0-Führung für Kroatien. Die weiteren Treffer erzielten Luka Modric (80.) und Ivan Rakitic (90.+1) . Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen haben die Südamerikaner das Weiterkommen nicht mehr in eigener Hand. Beim möglichen ersten Vorrundenaus für Argentinien seit 2002 ist der Rücktritt des fünfmaligen Weltfußballers aus der Nationalmannschaft nicht mehr auszuschließen.

Und die Deutschen?

Die DFB-Elf fühlt sich bereit für die WM-Wende. In der heißen Interviewrunde am Donnerstagvormittag demonstrierten vor allem Mats Hummels und Sami Khedira die kollektive Entschlossenheit des Teams. "Eine WM ist alle vier Jahre. Wir wollen uns so ein großes Ereignis in unserer Karriere nicht so schnell vermasseln lassen durch uns selber. Wir machen uns darum selbst einen Riesendruck", sagte Hummels. Die intensive, konträr diskutierte Aufarbeitung des Fehlstarts soll am Samstag (20 Uhr) in Sotschi zum Sieg führen.

Khedira, der nach der Auftaktpleite gegen Mexiko wie Nebenmann Toni Kroos und andere Kollegen heftig kritisiert wurde, wies bei der Medien-Gesprächsrunde selbstgedruckte Lufthansa-Bordkarten eines schwedischen Reporters für den Rückflug nach Berlin gleich nach dem Schwedenspiel zurück. "Herzlichen Dank", sagte der Vizekapitän: "Aber die brauchen wir nicht. Wir wollen gewinnen. Auch wenn wir wissen, dass es super schwer wird."

Vieles deutet darauf hin, dass nur der von einem Infekt genesene Jonas Hector sowie Offensivspieler Marco Reus neu ins Team kommen und Bundestrainer Joachim Löw ansonsten seinen Führungskräften die Chance zur Wiedergutmachung gibt. "Wir Jungen orientieren uns an solchen Spielern", sagte Timo Werner. "Jeder weiß, worum es geht und jeder ist bereit, um sein Leben zu kämpfen."

Die kantigen Schweden sind derweil heiß darauf, nach den Niederlanden in der Qualifikation sowie Italien in den Playoffs die dritte große Fußballnation in eine Krise zu stürzen. Seinen WM-Auftakt hatte das Team gegen Südkorea (1:0) mit Bravour absolviert. Deshalb kann die defensivstarke Mannschaft erst einmal abwarten. Löw und sein Stab sind gefordert, bessere taktische Lösungen zu finden als gegen Mexiko.

Und dann ist da noch ...

Belgiens Kapitän Eden Hazard. Der hat preisgegeben, dass er Berichte in den heimischen Medien häufig nicht ernstnehmen kann. "Ich lese gelegentlich etwas. Aber nur, um lachen zu können. Was du da manchmal liest...", monierte der Flügelstürmer des FC Chelsea grinsend in einem Interview mit der Sportplattform Sporza und dem Sender RTBF. Selbst nach dem deutlichen 3:0-Auftakterfolg gegen Panama hatte es kritische Stimmen über die Roten Teufel gegeben. "Ich finde, Kritik muss möglich sein, aber du kannst nicht mehr als dein Maximum geben", sagte Hazard. 

Belgien schied bei der WM 2014 und der EM 2016 jeweils im  Viertelfinale aus und steht mit der goldenen Generation um Hazard und Kevin De Bruyne diesmal unter besonderer Beobachtung. Auch das zweite Gruppenspiel gegen Tunesien an diesem Samstag (14.00 Uhr/ARD) gilt für die Elf von Trainer Roberto Martínez als Pflichtaufgabe.

WM kompakt Tag 8: 3:0 - Kroatien führt Argentinien vor und steht im Achtelfinale
kng/fin DPA

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