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FUSSBALL: ETA droht Bayerns Lizarazu erneut

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat am Dienstag bestätigt, dass sie den beim FC Bayern München spielende Welt- und Europameister Bixente Lizarazu und andere baskische Fußballspieler erpresst.

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat am Dienstag bestätigt, dass sie den beim FC Bayern München spielende Welt- und Europameister Bixente Lizarazu und andere baskische Fußballspieler erpresst. Lizarazu habe seiner baskischen Heimat den Rücken zugekehrt, hieß es in einer Erklärung, über die am Dienstag der baskische Rundfunksender »Euskal Irratia« berichtet. Lizarazu wurde außerdem vorgeworfen, als Mitglied der französischen Nationalmannschaft bei Länderspielen die Marsellaise anzustimmen.

ETA fordert »Revolutionssteuer«

Die Erpressung war vor wenigen Wochen bekannt geworden. In einem von der ETA unterzeichneten Schreiben an die Eltern des Fußballstars wurde eine Art »Revolutionssteuer« gefordert. Lizarazu spiele für die Nationalmannschaft eines »feindlichen Landes«, begründete damals die ETA Medienberichten zufolge die Erpressung. Der in seiner baskischen Heimat äußerst beliebte Außenverteidiger wurde mit der »Equipe Tricolore« 1998 Welt- und im vergangenen Jahr Europameister.

Polizei bestätigt Schutzmaßnahmen

In dem auf Baskisch abgefassten Brief heißt es: »Du bist mit Geld, das den Basken und dem Baskenland gestohlen wurde, gut dafür bezahlt worden, das Trikot eines Unterdrückerstaates zu tragen«. Wenn Lizarazu nicht zahle, werde es »eine Antwort gegen Dich oder deinen Besitz« geben. Die Münchner Polizei hatte damals erklärt, es seien Maßnahmen zum Schutz des Bayern-Spielers eingeleitet worden.

Der mit der französischen Sängerin Elsa liierte Lizarazu gilt als bescheidener und sympathischer Star. Er liebe das Baskenland, das ein »kleines Paradies« sei, sagte er vor wenigen Wochen in einem Interview des »Figaro«. Zur von der ETA geforderten Unabhängigkeit des Baskenlands erklärte er: »Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Leute diese Frage heute stellen«. Das Baskenland fühle sich baskisch und französisch.

(ap)

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