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Fußball-WM: "SZ": Kirch hat Vergabe der Fußball-WM 2006 beinflusst

Um die Fußball-WM 2006 ins Land zu holen, soll der inzwischen insolvente Medien-Mogul Leo Kirch finanziell nachgeholfen haben. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die WM-Organisatoren weisen die Vorwürfe von sich.

Franz Beckenbauer und Fedor Radmann haben als Vertreter des WM-Organisationskomitees (OK) den Vorwurf zurückgewiesen, bei der Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 unsaubere Mittel eingesetzt zu haben. "Es gibt klare Regeln, an die man sich halten muss und an die wir uns gehalten haben", sagte Radmann der "Bild am Sonntag". "Für so eine Operation braucht man viele Freunde, Verbündete und auch Allianzen. Doch wer mit dicken Kuverts herummarschiert, hat schon verloren."

"Förderung des Wunschresultats"

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte in ihrer Samstag-Ausgabe behauptet, dass bei der Bewerbung nicht alles einwandfrei gelaufen sei. Demnach soll das inzwischen insolvente Medienunternehmen von Leo Kirch mit Offerten gegenüber Verbänden wie Malta, Tunesien, Thailand und Trinidad mit den Ausschlag gegeben haben, dass diese für Deutschland stimmten. "Nach Informationen aus seinem einstigen Unternehmen wurden bis zu 3,5 Millionen Dollar eingeplant, um das Wunschresultat zu fördern", schreibt die "SZ".

"Ganz normales Agenturgeschäft"

Auch die Rechteagentur CWL sei nach "SZ"-Informationen in diesem Zusammenhang aktiv geworden und habe Übertragungsrechte für Freundschaftsspiele in diesen Ländern erworben. "Es gab damals den Wunsch nach Freundschaftsspielen mit dem FC Bayern. Wir haben daraufhin den FC Bayern für Spiele in Malta, Tunesien und Thailand verpflichtet sowie die Übertragungsrechte eingekauft und verkauft - ein ganz normales Agenturgeschäft", wird der ehemalige Fußball-Profi Günter Netzer als CWL-Manager in der "SZ" zitiert.

"International üblich"

Radmann beklagte, dass man sich trotz Regeleinhaltung nun mit Vorwürfen auseinandersetzen müsse. "Wir sollen uns unbotmäßig Vorteile verschafft haben, z. B. durch Freundschaftsspiele mit Bayern oder der Nationalmannschaft in anderen Ländern, um die Entscheidungsträger positiv zu stimmen. Dabei ist so etwas international üblich", wird der Ok-Vize-Präsident in der "Bild am Sonntag" zitiert. OK-Chef Beckenbauer spricht den Kritikern Sachverstand ab. "Wer meint, dass man mit Freundschaftsspielen eine WM bekommt, hat keine Ahnung", sagte er der "BamS".

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