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Gladbach: Hans Meyer verlässt die Borussia

Er kam als Retter in der Not und sieht seine Mission nun als erfüllt an: Trainer Hans Meyer, der Borussia Mönchengladbach knapp vor dem Abstieg gerettet hat, wird den Verein verlassen. Der 66-Jährige will nach eigenen Angaben den Weg für eine langfristige Arbeit in Mönchengladbach frei machen.

Mit seinem nicht unerwarteten Rückzug hat Hans Meyer den Weg für einen Neuanfang beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach frei gemacht. "Mit einem fast 67-Jährigen kann man keine Mannschaft aufbauen. Mit meiner Erfahrung konnte ich helfen, die Klasse zu erhalten. Alles andere ist nicht produktiv, nicht für Hans Meyer und nicht für Borussia Mönchengladbach", sagte der Trainer der "Aachener Zeitung" und den "Aachener Nachrichten" am Donnerstag. Er bestätigte damit Medienberichte über einen vorzeitigen Rücktritt. Sein Vertrag lief bis 30. Juni 2010. Der Verein wollte Meyers Schritt nicht bestätigen. Möglicherweise präsentiert der Club zeitnah einen Nachfolger.

Damit endet in Mönchengladbach eine Meyer-Amtszeit zum zweiten Mal vorzeitig. Auch sein erstes Engagement bei der Borussia von 1999 bis 1. März 2003 hatte der Trainer aus privaten Gründen überraschend vor Ablauf der vereinbarten Frist abgeschlossen. Diesmal könnte es ein letzter Abschied von der großen Fußballbühne sein. Im Deutschen Sportfernsehen (DSF) hatte der Trainer vor kurzem erklärt, dass er im Fall des Abstiegs als bald 67-Jähriger wohl nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Nach der schon fast nicht mehr für möglich gehaltenen Rettung am letzten Spieltag mit dem 1:1 gegen Borussia Dortmund, vermied Meyer ein klares Bekenntnis für sein weiteres Engagement am Niederrhein.

Schon wieder auf Trainersuche

Die Verantwortlichen in Mönchengladbach hatten bis zuletzt gehofft, dass der 66 Jahre alte Coach auch in der kommenden Saison noch das Zepter schwingt. Doch trotz des Klassenverbleibs, auch dank der Investitionen von über fünf Millionen Euro in der Winterpause, wurde Meyers Wirken bei der Borussia nicht unkritisch gesehen. Vor allem seine Außendarstellung und sein ewiger Kampf gegen die Medien, aber auch sein sehr kritischer Umgang mit Jung-Nationalspieler Marko Marin erleichterten die Arbeit nicht. Schon bei seinem ersten Abschied vor sechs Jahren hatte sich Meyer in Mönchengladbach mit Teilen der Presse überworfen.

Der Mönchengladbacher Club, der zwischen den beiden Amtszeiten Meyers sieben Trainer verschliss, muss damit wieder einen Neuanfang starten. Zuletzt zeigten die Verantwortlichen dabei wenig Fingerspitzengefühl. Sowohl Aufstiegstrainer Jos Luhukay als auch Jupp Heynckes, Dick Advocaat, Holger Fach und Ewald Lienen scheiterten beim fünfmaligen deutschen Meister. Horst Köppel erzielte zwar die beste Bilanz, hatte aber keine Lobby im Club.

DPA / DPA

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