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Hannover 96: Bald Kneipier? Rätselraten um den Verbleib von Jan Simak

Depression, Liebeskummer oder Ausstieg? Weiter Rätselraten um den Verbleib des vermissten Jan Simak. Einem Zeitungsbericht zufolge wolle der Spieler des Hannover 96 in Prag ein Bistro eröffnen.

Ein leichter Spieler war Jan Simak, Fußballprofi bei Hannover 96, noch nie. Mal war er beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden, mehrfach war er zu spät zum Training erschienen, dann hatte er die Fans beleidigt. Doch jetzt haben seine Eskapaden eine neue Dimension erreicht. Seitdem er sich vergangenen Sonntag bei seinem Klub in seine tschechische Heimat abgemeldet hat, ist Simak spurlos verschwunden. Übers Handy nicht mehr erreichbar, herrscht Rätselraten über sein Befinden und seinen Aufenthaltsort bei den Vereinsverantwortlichen. Eine tschechische Zeitung will erfahren haben, dass Simak über ein Karrierende nachdenke und in Prag ein Bistro eröffnen wolle. Zuverlässige Informationen gibt es allerdings immer noch nicht.

"Depressive Phase"?

"Unsere Nachforschungen haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Sein Aufenthalt entzieht sich meiner Kenntnis", sagte Cheftrainer Ralf Rangnick. Auch 96-Präsident Martin Kind zeigte sich nach dem erneuten Zwischenfall ratlos: "Ich bedauere, dass es wieder passiert ist. Es tut mir Leid für alle Beteiligten". Sein Berater Christoph Leutrum von der Agentur Rogan glaubt an seelische Probleme des Kickers. "Jan hat manchmal depressive Phasen. In dieser Situation wollte er sogar schon mit dem Fußballspielen aufhören. Er zieht sich dann völlig von der Außenwelt zurück".

Oder doch die Liebe?

Die BILD-Zeitung spekulierte dagegen, dass er unter Liebeskummer leiden könnte. Danach habe ihn am Samstag seine Freundin verlassen und zu ihrem Ehemann zurückgekehrt. Jan Simak galt schon immer als Frauenheld, dem jüngst eine Affäre mit einer jungen vollbusigen Tschechin nachgesagt wurde.

Kneipier?

Nach Informationen des tschechischen Blatt "Sport" plant Jan Simak das Ende seiner Fußball-Karriere. Die Zeitung beruft sich auf die Aussagen eines Freundes, der sich zur Zeit in Tschechien aufhält. Danach habe Simak in einem Schreiben an den Verein das Ende seiner Fußballer-Karriere angekündigt. Er hätte genug Geld und würde gerne ein Bistro in Prag eröffnen. Von Vereinsseite wurde der Eingang des Schreibens nicht bestätigt.

Sorgen bei Vereinsführung

Offiziell ist die Führung von Hannover 96 besorgt über den Verbleib des überdurchschnittlich begabten Bundesligaprofis. "Ich bin über Jans Verhalten betroffen. Die Dinge, um die es hier geht, haben mit Fußball wohl wenig zu tun. Der Spieler hat in der Tat Probleme und braucht Hilfe", zeigt sich Ralf Ragnick betroffen. Für das nächste Bundesligaspiel am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern ist Simak derzeit aber beim Tabellensechsten kein Thema. "Die Mannschaft muss den Verlust auffangen. Sie ist dazu auch in der Lage", meinte der 96-Coach.

Wertvoller Spieler

Jan Simak verhalf Hannover 96 im vergangenen Jahr mit zum Bundesliga- Aufstieg und war anschließend für eine Ablösesumme von über sechs Millionen Euro zu Bayer Leverkusen gewechselt. Der Tscheche fand aber nicht zu seiner Form und kam selten zum Einsatz. Vor Saisonbeginn kehrte er zu Hannover 96 zurück. Clubchef Martin Kind hatte ihn trotz der Eskapaden zurückgeholt, die sich Simak zum Schluss seiner Vertragszeit in Hannover geleistet hatte.

Christoph Marx/Hans-Joachim Zwingmann (dpa)

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