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FUSSBALL: Bayern München unentschieden - Leverkusen verliert

Der deutsche Fußball-Rekordmeister ist beim RC Lens nicht über ein 1:1 hinaus gekommen. Für Bayer Leverkusen ist der Einzug in die Zwischenrunde nach der zweiten Niederlage in weite Ferne gerückt.

Der FC Bayern München muss weiter auf seinen ersten Sieg in der diesjährigen Champions League warten. Sechs Tage nach der 2:3-Heimschlappe gegen Deportivo La Coruna kam der deutsche Fußball-Rekordmeister am Dienstagabend in seinem zweiten Spiel der Gruppe G beim RC Lens nicht über ein 1:1 hinaus. Für Bayer Leverkusen ist der Einzug in die Zwischenrunde sogar schon in weite Ferne gerückt. Mit dem 1:2 gegen Manchester United musste der Vize-Meister seine zweite Niederlage in der Gruppe F nach dem 2:6 gegen Olympiakos Piräus einstecken.

Zweite Niederlage für Bayer - Van Nistelrooy schießt ManU zum Sieg

Vorjahres-Finalist Bayer Leverkusen sieht nach einer 1:2 (0:2)-Heimniederlage gegen Manchester United seine Felle in der Champions League davonschwimmen. Trotz couragierter Leistung gegen den 14-maligen englischen Meister rangiert der krisengeschüttelte Bundesligist nach dem zweiten Spieltag ohne Punkt am Tabellenende der Gruppe F. Dank des 3:0-Überraschungssieges von Maccabi Haifa gegen Olympiakos Piräus ist die Zwischenrunde für den deutschen Vizemeister aber noch nicht in unerreichbare Ferne gerückt.

Der zweifache Torschütze Ruud van Nistelrooy hatte Manchester in der mit 22 500 Zuschauern ausverkauften BayArena am Dienstagabend mit 2:0 in Führung gebracht (31., 44.). Dimitar Berbatow konnte mit seinem zehnten Europacup-Tor nur noch auf 1:2 verkürzen (52.)

Bayer-Trainer Klaus Toppmöller kann nach dieser Mut machenden Leistung etwas optimistischer dem Bundesliga-Topspiel am Samstag gegen Bayern München entgegen sehen, obwohl die Personallage weiter angespannt bleibt. Stürmer Oliver Neuville musste wegen Problemen im Oberschenkel nach 22 Minuten ausgewechselt werden. Zudem gab Lucio erst kurz vor dem Anpfiff Grünes Licht. Der brasilianische Abwehrrecke spielte mit einer Innenbanddehnung im Knie.

Im Mittelfeld verzichtete der Coach zu Beginn auf Jan Simak. Stattdessen sollte der 19-jährige Marko Babic gemeinsam mit Pascal Ojigwe die Kreise von Superstar David Beckham einengen. Das war nicht schwer. Der ManU-Kapitän enttäuschte wie ein Großteil des Star- Ensembles von Trainer Alex Ferguson, das sich zum Sieg zitterte.

Die Hausherren wollten mit viel Engagement das 2:6-Debakel von Piräus vergessen machen und bestimmten über weite Strecken das Spiel. Doch obwohl 6:0 Ecken zur Pause ein deutliches Zeugnis über den Spielverlauf abgaben, nahm Manchester eine 2:0-Führung mit in die Kabine. Torjäger van Nistelrooy bestrafte zwei eklatante Fehler in der verunsicherten Bayer-Hintermannschaft. Bei einer Flanke von Juan Veron verschätzte sich Hanno Balitsch, van Nistelrooy nahm den Ball mit der Brust an und schoss ihm Frank Juric aus Nahdistanz durch die Beine (31.). Dass Leverkusen erstmals in dieser Saison mit 0:1 in Rückstand geriet, war kein gutes Omen für die Werkself. Denn es kam noch dicker. Beim zweiten Tor kurz vor der Pause musste van Nistelrooy nach Zuspiel von Nicky Butt nur noch den Fuß hinhalten.

»Die Führung ist nicht unverdient, aber ein Tor zu hoch«, urteilte Bayer-Manager Reiner Calmund in der Pause. Der verletzte Kapitän Jens Nowotny machte seinen Kollegen mit seiner Halbzeitanalyse Mut: »Wenn man konsequenter ist, kommt man auch zu den Torchancen, die man braucht, um Manchester zu bezwingen. Mit ein bisschen Glück gelingt vielleicht noch das eine oder andere Tor.«

Darauf ließ Leverkusen nicht lange warten. Sieben Minuten nach Wiederbeginn verkürzte Berbatow nach Anspiel von Yildiray Bastürk zum 1:2 (52.). Beinahe wäre dem Bulgaren noch der Ausgleich gelungen. Doch sein Pfostenkopfball in der 86. Minute steht für die Pechsträhne, die die Leverkusener nun schon seit Saisonbeginn begleitet.

1:1 in Lens: Zicklers Unachtsamkeit wirft die Bayern weiter zurück

Eine folgenschwere Unachtsamkeit hat den FC Bayern München in Lens um den schon sicher geglaubten Sieg gebracht und den deutschen Rekordmeister in der Champions League weiter zurückgeworfen. Die Münchner mussten sich am Dienstagabend mit einem 1:1 (1:0) beim französischen Vizemeister begnügen und stehen nun in den beiden folgenden Duellen der Gruppe G gegen den souveränen Spitzenreiter AC Mailand mehr denn je unter Druck.

Nachdem Thomas Linke (23.) die Bayern vor 40 000 Zuschauern im Felix Bollaert-Stadion in Führung gebracht hatte, sorgte ein Stellungsfehler des eingewechselten Alexander Zickler beim Kopfball von John Utaka (76.) doch noch für die Punkteteilung. In der Schlussphase mussten die Münchner bei zunehmendem Druck des RC Lens sogar fürchten, nach dem 2:3 gegen Deportivo La Coruna die zweite Niederlage nacheinander zu kassieren.

»Wir haben zu Hause drei Punkte verschenkt, wir sind in Zugzwang«, hatte Ottmar Hitzfeld seinen Spielern für die Partie beim französischen Vize-Meister mit auf den Weg gegeben. Und zunächst beherzigten die Bayern-Stars die Warnung des Trainers auch. Die Mannschaft begann voll konzentriert, ging engagiert in die Zweikämpfe und nahm sofort das Heft in die Hand. Frühe Chancen für Owen Hargreaves (7.) und den energisch nachsetzenden Michael Ballack (10.) waren Resultat des flüssigen Spiels des kombinationssicheren Bundesliga-Tabellenführers, der allerdings in der zweiten Hälfte erneut die Zügel schleifen ließ.

Dennoch brachte erst eine Standardsituation die verdiente Führung:

Nach einer Freistoß-Flanke von Ze Roberto reagierte Abwehrspieler Linke am schnellsten und erzielte per Kopf sein erstes Champions League-Tor seit dem 19. September vorigen Jahres. Der Vize- Weltmeister überzeugte nicht nur in dieser Aktion, sondern bewies auch als Stabilisator in der Defensive viel Übersicht.

Allerdings barg die offensive Spielweise der Münchner gegen die kampfstarken Franzosen auch Risiken in sich. So wussten sich Jens Jeremies und Robert Kovac in Sprintduellen nur durch Fouls zu helfen und sahen jeweils Gelb. Auch Oliver Kahn musste Kostproben seines großartigen Könnens geben. In der 27. Minute bewahrte der Nationalkeeper seine Mannschaft beim Schuss von Daniel Moreira mit einer geradezu weltmeisterlichen Parade vor dem drohenden Ausgleich.

Das 1:1 musste die teilweise sorglose Hintermannschaft der Bayern auch im zweiten Durchgang mehr als einmal fürchten. In der 50. Minute blockte Linke am Boden liegend einen Torschuss des von Jeremies kaum zu kontrollierenden Sibierski ab. Und die mit fünf Afrikanern angetretenen Hausherren setzten die Münchner, die ihrerseits nicht mehr entschlossen genug nach vorne gingen, weiter unter Druck. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde die Passivität der Münchner doch noch bestraft, als Utaka gegen den zögernden Zickler einen Eckball von Moreira per Kopf verwandelte.

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