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Analyse

FC Bayern: Hernandez und Pavard - was ihre Verpflichtung für Boateng und Hummels bedeutet

Die Bayern verjüngen ihren Kader. Die Verpflichtungen der Defensivspieler Lucas Hernandez und Benjamin Pavard erhöhen den Druck auf Mats Hummels und Jerome Boateng. Wie werden die beiden mit der neuen Konkurrenz umgehen?

Lucas Hernandez (r.) soll zu einer prägenden Figur der Bayern--Defensive in den nächsten Jahren werden

Lucas Hernandez (r.) soll zu einer prägenden Figur der Bayern--Defensive in den nächsten Jahren werden

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Die neuen Defensivspezialisten des FC Bayern, Lucas Hernandez und Benjamin Pavard, sind zwar jung (beide zählen 23 Lenze), aber sie kommen als Weltmeister nach München - und als kostspielige Zukunftsinvestition. Die Bayern blätterten für die beiden Profis insgesamt 115 Millionen Euro auf den Tisch (für Hernandez 80 und für Pavard 35 Millionen). Sie werden die Konkurrenzsituation in der Bayern-Defensive massiv anheizen. Die Frage, die sich stellt: Wie werden die beiden anderen Weltmeister in der Bayern-Defensive, Mats Hummels und Jerome Boateng, darauf reagieren? Werden sie den Konkurrenzkampf annehmen oder lieber den Rückzug antreten? Nur eines ist sicher: Er wird ungemütlicher für die beiden 30-Jährigen.

Hernandez und Parvard bildeten beim Gewinn des WM-Titels die Außenverteidigung der Equipe Tricolore, in ihren Klubs spielen sie hauptsächlich in der Innenverteidigung. Für den FC Bayern ist es ein großer Vorteil, dass sie so flexibel einsetzbar sind. Pavard könnte bei den Bayern auf der rechten Außenbahn spielen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass der dort gesetzte Joshua Kimmich ins defensive Mittelfeld wechselt, so wie in der Nationalelf. Das wäre eine durchaus denkbare Lösung, weil sich die Bayern dann im defensiven Mittelfeld nicht zwingend verstärken müssten. 

Alaba behält seinen Stammplatz, wenn er fit ist

Für Hernandez gilt diese Option nur eingeschränkt. Es dürfte auch für ihn schwer werden, einen David Alaba auf der linken Außenbahn zu verdrängen, wenn dieser fit ist. Allerdings ist Alaba verletzungsanfällig und Hernandez wird seine Einsätze links außen bekommen. Aber man darf davon ausgehen, das Hernandez häufiger innen eingesetzt wird, dort, wo sich Niklas Süle, Mats Hummels und Boateng tummeln - bislang.

Niklas Süle ist unter Trainer Niko Kovac gesetzt, meist läuft Hummels an seiner Seite auf, Boateng bislang nur in Ausnahmefällen. Er spielt kaum noch eine Rolle, sondern ist zu einem Ersatzspieler degradiert worden - für Boateng ist das nicht zu akzeptieren. Deshalb soll man bei den Bayern auch damit rechnen, dass sich Boateng im Sommer einen neuen Verein sucht. Er dürfte gute Chancen haben, einen anderen Topklub zu finden, wenn er fit bleibt. Schließlich ist bei ihm nicht ausgeschlossen, dass er wieder zu alter Klasse findet.

Hummels will Konkurrenzkampf annehmen

Für Hummels stellt sich die Lage anders da. Er will offenbar in München bleiben und den Konkurrenzkampf annehmen. Der "Sport-Bild" sagte er vor der Verpflichtung von Hernandez: "Ich bin der Meinung, dass ich nicht vor vielen Konkurrenten auf meiner Position Angst haben muss." Er sagte allerdings auch: "Irgendwann wird sich herausstellen, was die Parteien vorhaben."

Links steht Uli Hoeneß im Anzug vor einem großen FC Bayern-Wappen, rechts liegt er als jüngerer Mann im Krankenhausbett

Noch ist nichts entschieden. Die Bayern haben lediglich viel Geld in die Hand genommen. Vielleicht etabliert sich ja auch eine Viererreihe aus Kimmich, Pavard, Hernandez und Alaba - auch das ist eine Variante.

Aktuell ist Hernandez verletzt. Seine Zeit bei den Bayern beginnt mit einer Reha nach einer Knieoperation (Innenbandschaden, heißt es). Wenn es gut läuft, ist Hernandez zum Saisonbeginn nach der Sommerpause Mitte August fit. Bis dahin sind es noch viereinhalb Monate. Das ist im Fußball eine verdammt lange Zeit.

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