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Hoeneß kontert Kahns Playoffs-Gedanken: "Es ist seine Meinung, meine ist es nicht"

Uli Hoeneß 10052014
Uli Hoeneß 10052014
© Getty Images
Ex-FCB-Präsident Uli Hoeneß hat sich zu Playoffs in der Bundesliga, Karim Adeyemi und vielen weiteren Themen rund um Bayern München geäußert.

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, war am Montagabend zu Gast beim österreichischen TV-Sender ServusTV in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7". Hoeneß sprach dabei unter anderem über die FCB-Pleite gegen Bochum, die Idee von Playoffs in der Bundesliga und Max Eberl.

Uli Hoeneß über ...

... David Alaba: "Wir haben mit David Alaba einen der besten österreichischen Spieler, die es je gegeben hat, beim FC Bayern haben dürfen. Ich bin ein großer Fan von ihm und sehr eng mit ihm befreundet. Der David ist der einzige Spieler, der seit zehn Jahren bei der Familie Hoeneß immer am heiligen Abend anruft und uns frohe Weihnachten wünscht. In der Sache war das natürlich schwierig, als er weggegangen ist, weil wir uns wirklich gewünscht hätten, dass er bleibt. Aber so ist es halt im Fußball und mit ihm persönlich habe ich da gar keine Probleme."

... die Niederlage gegen Bochum: "Niederlagen wurmen mich immer, aber solange wir in der Meisterschaft sechs Punkte Vorsprung haben, geht das noch. Unsere Spieler scheinen gegen schwächere Gegner immer etwas nachlässiger zu sein, aber gegen Salzburg wird das ganz sicher nicht passieren."

... Nagelsmanns veränderten Plan gegen Bochum: "Wenn man mit fünf offensiven Spielern spielt, ist die Gefahr, dass man hinten in Schwierigkeiten kommt, da. Aber die Defensive fängt vorne an. In den guten Spielen, wo wir auch so gespielt haben, haben sie vorne hoch angegriffen und haben den Gegner gar nicht so ins Spiel kommen lassen und dann war hinten auch nicht viel los. Wenn man aber vorne nachlässig deckt, kommt man hinten in Probleme."

... die Einstellung der Mannschaft: "Ich glaube, das Problem ist im Moment, dass wenn unsere Spieler die Zeitung lesen, dann hören sie immer, sie sind total überlegen und keiner kann ihnen das Wasser reichen. Die Stimmung ist in der Mannschaft sehr gut, habe ich gehört, vielleicht zu gut und es gibt zu wenig Reibung und das führt dazu, dass man gegen vermeintlich schwächere Gegner dann vielleicht nur 50 Prozent oder 70 Prozent spielt und das reicht heute nicht mehr. Bis jetzt war es immer so, wenn es darauf ankam, haben sie sich unglaublich zusammengerissen und haben sehr gut gespielt. Die Saison war eigentlich sehr gut. Deshalb hoffe ich, dass sie Salzburg ernst nehmen und dann denke ich, dass wir auch gut spielen."

... seinen Umgang mit Beratern: "Mit den Spielern bin ich immer fair umgegangen, mit den Beratern nicht immer."

... Marcel Sabitzer: "Er kennt ja den Trainer gut und der Trainer hat ihn unbedingt haben wollen. Da muss man etwas Geduld haben und das ist etwas, was viele Leute in München nicht haben."

... Manuel Neuer: "Manuel ist der beste Torhüter der Welt. Wenn er auch nicht so viel zu halten hat, ist er als Kapitän und Persönlichkeit sehr, sehr wichtig. Und die Abwehrspieler wissen natürlich, dass wir da hinten einen Fußballspieler haben, dem du jeden Ball in der größten Not zurückspielen kannst und das ist ein Vorteil, den fast kein Torwart auf der Welt hat und deswegen fehlt er uns natürlich. Das hat nix damit zu tun, dass Ulreich ein sehr guter Torwart ist, aber Manuel ist eben Manuel."

... Karim Adeyemi: "Grundsätzlich ist das ein sehr guter Spieler. Das Problem ist nur, wenn du so einen Spieler holst, musst du ihm Perspektiven aufzeigen und da haben es die Dortmunder leichter. Sonst wäre das sicher ein Spieler, mit dem man sich intensiver beschäftigen müsste."

... Play-offs in der Bundesliga und Kahns Diskussionsbereitschaft: "Es ist seine Meinung, meine ist es nicht, weil ich das lächerlich finde. In der Bundesliga soll nach 34 Spieltagen der Meister werden, der durch Dick und Dünn gegangen ist mit seinem Team. Und diese Idee wäre doch nur ein Gesetz gegen Bayern München. Das hat doch nichts mit Spannung zu tun. Sie versuchen im Moment und die neue Geschäftsführerin der DFL denkt jetzt Tag und Nacht darüber nach, wie können wir die Dominanz des FC Bayern brechen und jetzt kommen sie auf diese Idee. In keiner großen Liga der Welt gibt es Play-offs. K.-o.-System gibt es im DFB-Pokal, das gibt es in der Champions League und die Meisterschaft muss derjenige gewinnen, der über das ganze Jahr die beste Mannschaft war. Am Ende der Saison, wenn alle kaputt sind, dann noch Halbfinale oder Finale, das halte ich für eine Witz-Idee."

... eine WM alle zwei Jahre: "Blödsinn. Die WM ist für alle Spieler auf der Welt das Höchste und wenn ich das alle zwei Jahre spiele, dann verwässere ich das. Es gibt auch noch Olympia und die Europameisterschaft, wann willst du denn die spielen? Infantino muss sich langsam im Klaren sein, dass das Jahr nur 365 Tage hat."

... Max Eberl: "Ich bin mit Max Eberl sehr eng befreundet und es ist eine spezielle Situation. Da kamen viele Dinge zusammen. Der Job ist nervenaufreibend und kostet viel Kraft. Aber jetzt zu sagen, weil das so zusammengekommen ist, dass das unmenschlich ist, dass man das nicht aushalten kann, das sehe ich nicht so. Das ist jetzt eine Situation, die war dramatisch. Gladbach hat immer davon gelebt, dass sie Spieler geholt haben und dann gegen Ablöse verkauft haben. Jetzt haben sie festgestellt, dass drei wichtige Verträge auslaufen und sie bekommen nichts. Da ist plötzlich ein Druck entstanden, den es vorher nicht gab. Dann standen sie plötzlich unten, obwohl sie immer um die Champions League gespielt haben. All das kam im Fall Max zusammen und ich bin überzeugt, er macht jetzt Urlaub und er wird irgendwann zurückkommen und einen guten Job machen."

Goal

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