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Letztes Spiel im HSV-Dress?: Der unrühmliche Abgang des Rafael V.

Als vermeintlicher Heilsbringer 2012 zurück nach Hamburg geholt, führt er den HSV als Kapitän wohl in Liga zwei. Doch am letzten Spieltag wird Rafael van der Vaart schon nicht mehr mitwirken.

Ein Kommentar von Finn Rütten

Rafael van der Vaart und der HSV: Eine Geschichte, die nun unrühmlich zuende gegangen ist. Mit der 10. Gelben Karte, unnötigerweise in der zweiten Minute der Nachspielzeit gegen den VfB Stuttgart geholt, beschließt der Niederländer seine HSV-Karriere. Er wird wohl - vorausgesetzt der HSV spielt nicht noch zwei Spiele in der Relegation - nie wieder im Trikot des Nordklubs auflaufen, sein Vertrag wird nicht verlängert. Wohin es ihn im Sommer ziehen wird, ist noch offen. Mit 32 Lenzen auf dem Buckel wird er wahrscheinlich seine Karriere irgendwo ausklingen lassen.

Dabei fing es in Hamburg so vielversprechend an. Als 22-jähriges Talent von Ajax Amsterdam geholt, wurde van der Vaart beim HSV zum Weltstar. Er spielte zwischen 2005 und 2008 drei starke Saisons für die Rothosen und wechselte auf dem Höhepunkt seiner Karriere für 23 Millionen Euro zu Real Madrid. Dort konnte er sich allerdings nie wirklich durchsetzen, war von Verletzungen geplagt und ging schließlich 2010 nach England zu den Tottenham Hotspurs.

Dann der vermeintlich große Coup: 2012 holt der bereits kriselnde Nordklub seinen einstigen Leistungsträger für 13 Millionen Euro zurück an die Elbe. Der schwerreiche Gönner Klaus-Michael Kühne leiht dafür das Geld. Die Fans legen große Hoffnung in den Niederländer, doch der schlägt nur bedingt ein. Zwar wird er gegen Ende der Saison zum Kapitän und kommt mit fünf Toren und zehn Assists auf eine respektable Saisonbilanz. Der HSV aber verpasst auf Platz sieben knapp das europäische Geschäft.

Katastrophensaison 2013/14

Daraufhin geht es komplett bergab. Van der Vaart führt Hamburg als Kapitän in den Keller des Tableaus. Die Katastrophensaison 2013/14 endet mit dem unverdienten Klassenerhalt nach zwei ganz schwachen Auftritten in der Relegation gegen Fürth. Die aktuelle Spielzeit schließt nahtlos daran an. Van der Vaart ist das Gesicht der Krise beim HSV, überzeugt nur selten, spielt oft blutleer, ideenlos und behäbig. Er erzielt zwar vier Saisontreffer, aber alle vom Punkt. Große Schlagzeilen macht der Niederländer nur noch mit seinem Privatleben. Im Frühjahr wird bekannt, dass der HSV nicht mehr mit ihm plant.

Die für ihn persönlich verkorkste Saison endet in Stuttgart mit der 10. Gelben Karte in der Nachspielzeit. Dabei hatte er noch vor dem Spiel seine Kollegen ermahnt, "auch nach Rückschlägen im Kopf cool und klar zu bleiben". Doch er geht mit schlechtem Beispiel voran. Der VfB kickt den HSV an den Abgrund. Wenn Stuttgart am letzten Spieltag gewinnen sollte und Hannover und Freiburg unentschieden spielen, dann war es das sicher für den Bundesliga-Dino. Und auch andere Rechenbeispiele machen wenig Mut. Selbst ein Sieg gegen Schalke am letzten Spieltag bringt nicht einmal sicher die Relegation, in der van der Vaart wieder spielen dürfte. Der HSV muss auf Schützenhilfe auf den anderen Plätzen hoffen und muss gewinnen - diesmal und wohl auch in Zukunft ohne Rafael van der Vaart.

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