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International Die sportal.de-Weltelf des Jahres 2011


Zum vierten Mal küren wir die beste Elf des letzten Jahres. Dabei galt es für die Kandidaten ihre Leistungen in einem gesamten Kalenderjahr zu bringen. Aus England und Italien sind nur zwei Spieler dabei und mit Mario Götze haben wir nicht nur eine Überraschung parat.

Zwei Bundesligaspieler in der sportal.de-Weltelf des Jahres 2011. Wird die Bundesliga immer stärker? Über allen thronen wie gewohnt Real Madrid und der FC Barcelona, aber wenn es nur Nani und Thiago Silva aus England und Italien in unsere Auswahl geschafft haben, dann zeigt das, wie stark die Bundesliga geworden ist.

Keine WM, aber Champions League und Meisterschaften

Da das Fußballjahr bekanntlich nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, haben wir die Rückrunde der vorigen und die Hinrunde der aktuellen Saison zusammengenommen, um über die Nominierungen zu entscheiden. In einem ungeraden Jahr ist es allerdings immer schwerer, die Weltauswahl zu bestimmen, weil es nicht die Vergleichbarkeit gibt, die durch ein großes Turnier wie die WM entsteht. 

Die Leistungen der ersten Jahreshälfte spielen dabei eine etwas größere Rolle, weil die Endphase der Champions League sowie der nationalen Meisterschaften schwerer ins Gewicht fallen. Unsere Auswahlkriterien waren wie in den Jahren zuvor Erfolge, Spielniveau und Konstanz. Nun aber zur sportal.de-Weltelf 2011, die in diesem Jahr in einem 4-3-3-System agieren soll.

Tor:

Iker Casillas (Real Madrid)

Iker Casillas wurde zum vierten Mal infolge zum Welttorhüter des Jahres 2011 gewählt. Der spanische Welt- und Europameister ist gemeinsam mit Gianluigi Buffon Rekordtitelträger. Im letzten Jahr wurde er mit Real Madrid Pokalsieger und Vizemeister. Seit November 2011 ist Casillas mit 127 Länderspielen Rekordnationalspieler Spaniens. Sein spanischer Kontrahent Victor Valdez durfte durch den Champions League-Sieg und die Meisterschaft mit Barcelona allerdings die Zamora-Trophäe als bester Torhüter Spaniens einstreichen. Für uns liegt Real Madrids Keeper allerdings vor dem Barca-Schlussmann.

Abwehr:

Dani Alves (FC Barcelona)

Gibt es einen offensivstärkeren Außenverteidiger als Dani Alves? Zugegeben, gerade in dieser Saison sieht man Alves im 3-5-2 von Pep Guardiola selten in der Viererkette. Meist positioniert sich der Flügelflitzer am rechten Rand einer Fünferangriffskette in der Offensive. Wenn es darauf ankommt, ist sein Umschaltspiel in die Defensive aber blitzschnell. In der letzten Saison gelangen dem Brasilianer 15 Vorlagen und zwei Treffer, auch in dieser Saison ist er mit sieben Assists wieder einer der Besten bei Barca.

Thiago Silva (AC Mailand)

Der AC Milan hatte als Meister der letzten Saison eine bärenstarke Abwehr. Nur 24 Gegentore kassierte Milan, Vizemeister Inter deren 42! Ein Garant für das Abwehrbollwerk war Thiago Silva. Der 26-Jährige ist ein kraftvoller, schneller Verteidiger mit einer enormen Antizipationsfähigkeit. Milan verlor in der Meistersaison zwei Heimspiele, als der Brasilianer fehlte, was seine Bedeutung für den Club deutlich macht. Max Allegri: "Ihn kann man mit keinem anderen Spieler weltweit vergleichen. Er spielt drei Level höher als alle anderen", so der Milancoach gegenüber TG5.

Marcelo (Real Madrid)

Marcelo hat seine Stärken, ähnlich wie Dani Alves, in der Offensive. Allerdings ist er mit seiner robusten und manchmal auch kompromisslosen Art durchaus zweikampfstark. Der 23-Jährige ist in der sechsten Saison bei Real und hat sich zu einem Leistungsträger entwickelt. Dabei kann er links oder auch rechts in der Viererkette spielen, oder auch im Mittelfeld. Aufgrund seiner offensiven Ausrichtung war der Brasilianer bei Jose Mourinho zunächst nicht beliebt: "Als ich hier ankam, mochte ich ihn nicht, weil er alles andere war als ein Verteidiger. Jetzt habe ich mich in ihn verliebt. Er ist ein Offensivtalent, verbessert sich aber stetig in seiner Defensivarbeit. Ich möchte keinen anderen Linksverteidiger mehr haben." Marcelo hat es geschafft, das Erbe von Roberto Carlos bei Madrid anzutreten und spielt auf konstant hohem Niveau.

Sergio Ramos (Real Madrid)

Die Entscheidung für Sergio Ramos ist denkbar knapp ausgefallen. Vincent Kompany liefert bei Manchester City nicht erst seit dieser Saison großartige Leistungen ab. Ein anderer Konkurrent, Nemanja Vidic, war vor allem in der letzten Saison ein Garant für Meisterschaft und Champions League-Endspielteilnahme von Manchester United. Sergio Ramos hat bei Real Madrid allerdings über das Kalenderjahr die konstanteren Leistungen abgeliefert. Während Pepe den rustikalen Typ Innenverteidiger darstellt, ist Ramos beweglicher, dynamischer und dazu stark im Spielaufbau. Ramos kann durch seine offensiven Qualitäten und seine Schnelligkeit auch auf der Außenposition spielen. 

Mittelfeld:

Xavi (FC Barcelona)

Für viele ist er der heimliche Weltfußballer der letzten Jahre. "Xavi ist der Direktor und Organisator, die Art von Spieler, die man nur alle 30 oder 40 Jahre sieht“, lobte Paul Breitner laut barca99.com den spanischen Welt- und Europameister. Xavi selbst erklärt seine Liebe für das Spiel so: "Fußball ist für mich passen, dribbeln, kombinieren, grob gesagt: spielen. Das ist Fußball. Für mich zumindest." Und eben das kann keiner besser als er.

Mario Götze (Borussia Dortmund)

Mario Götze personifiziert die junge, freche und spielstarke Meisterelf der Borussia. Er steht in unserer Weltelf des Jahres stellvertretend für den BVB, der den schönsten Fußball in Deutschland 2011 spielte. Wunderkind Götze wurde von der "Tuttosport“ zu Europas bestem Nachwuchsspieler des Jahres gekürt. Mit diesem Titel befindet er sich in illustrer Runde. In den vergangenen Jahren wurden u.a. Wayne Rooney (2004), Lionel Messi (2005), Cesc Fabregas (2006) und Mario Balotelli (2010) ausgezeichnet. Es hagelte Komplimente von Fußballexperten. Von Matthias Sammer ("Eines der größten Talente, die wir je hatten“) bis Franz Beckenbauer ("Er hat die Anlagen von Lionel Messi“).

Nani (Manchester United)

Manchester United ist auf die Ideen des offensiven Außenspielers angewiesen, da aus der Zentrale gerade in dieser Spielzeit zu wenig Kreatives kommt. Mit Nani erreichte Manchester United das Endspiel der Champions League und die Meisterschaft. Auch in dieser Saison gehört er wieder zu den besten Spielern der Premier League. Wir wählten Nani zum Spieler des Monats Dezember in Englands höchster Spielklasse.

In Zahlen ausgedrückt hört sich das so an. Neun Tore und 14 Vorlagen in der letzten Saison, sechs Treffer und sieben Vorlagen in dieser Spielzeit. Aus diesem Grund erhielt Nani den Vorzug vor Spielern wie Cesc Fabregas, Kün Agüero oder Gareth Bale, um nur einige zu nennen. Gerade Andres Iniesta spielte über das gesamte Jahr nicht so konstant wie Nani.

Angriff:

Mario Gomez (Bayern München)

Antonio di Natale (42 Treffer) kann es nicht. Robin van Persie (37 Treffer) kann es nicht. Und Edinson Cavani (37 Treffer) kann es auch nicht. Was? Mario Gomez Torquote übertreffen. Mit 28 Treffern in der letzten Spielzeit und 16 Treffern in der laufenden Saison nimmt Gomez hinter den gesetzten und uneinholbar erscheinenden Fabelspielern Ronaldo und Messi den dritten Platz in unserem Sturm der Superlative ein. Gomez ist stark im One-Touch-Football, er ist ein exzellenter Wandstürmer und enorm kopfballstark.

Ein Tor wollen wir herausheben, dass seine Extraklasse darüber hinaus deutlich macht. In der EM-Qualifikation nahm Gomez einen 40-Meter-Müller-Pass butterweich an, er ließ den Türken Servet Cetin aussteigen und verwandelte eiskalt aus 12 Metern ins lange Eck. Das 1:0 im Spiel gegen die Türkei. Ein perfekter Angriff, ein perfekter Stürmer.

Ronaldo (Real Madrid)

Wenn man einfach mal die Zahlen sprechen lässt, dann ist das bei Cristiano Ronaldo aussagekräftig genug. 40 Ligatreffer in der letzten Saison. 23 Ligatreffer in der laufenden Saison. 11 Vorlagen in der letzten Spielzeit und 6 Assists in dieser Saison. Ronaldo ist eine Maschine. Er ist schnell, er hat eine fantastische Schusstechnik und ein sehr gutes Kopfballspiel.

In der diesjährigen Gruppenphase erzielte er das vielleicht schönste Tor, als er einen wunderschönen Konter übers ganze Feld mit dem 1:0 gegen Ajax abschloss. Auch beim 2:0 in Lyon war der Portugiese mit beiden Treffern der Mann des Spiels. Ronaldo hat viele Feinde unter den Fußballfans dieser Welt. Sein manchmal etwas theatralisches Auftreten ändert aber nichts daran, dass er zu den besten Fußballern der Welt gehört und aus dieser Auflistung nicht wegzudenken ist.

Lionel Messi (Barcelona)

Wir schreiben den 28.05.2011. Im Anschluss an die letzten 90 Minuten der Champions League-Saison 2010/2011 bekommt ein 1,69 Meter kleiner Zauberkönig die Trophäe des "Man of the Match“ überreicht. 36 Minuten zuvor hatte sich diese Szene abgespielt:

(Original-Kommentar aus dem sportal.de-Ticker von Danial Montazeri): "Barca schnürt United hinten ein, verlagert das Spiel fließend von rechts nach links, links nach rechts, bis einer mal die Lücke findet. Dieser jemand trägt einen Namen: Lionel MESSI! Einen Querpass von Iniesta nimmt er im rechten Halbfeld an, zündet den Turbo, sprintet vier Meter nach vorne und schießt aus knapp 19 Metern flach in Richtung rechtes Eck. Evra und Ferdinand schauen beide nur zu, ach was, sie erstarren in Ehrfurcht, verdecken zudem Van der Sar die Sicht, sodass sich dieser geschlagen geben muss.“

Anschließend bekam eben jener Lionel Messi, der es in der Liga auf 31 Saisontore und 18 Vorlagen brachte, zusammen mit seinen Kameraden den großen Pott überreicht, der das Höchste darstellt, was man im Clubfußball erreichen kann. Damit ist kein Ende des Fußballmärchens in Sicht. Messis Leistungen sind auch in der zweiten Jahreshälfte konstant übernatürlich geblieben. Eine Kleinigkeit vielleicht noch, Weltfußballer des Jahres 2011 ist der Argentinier natürlich ebenfalls geworden.

Michel Massing 

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