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International: Hiddink - Der starke Mann bei Anzhi Makhachkala

Chelseas Andre Villas Boas kann aufatmen. Der möglicherweise heißeste Kandidat auf seine Nachfolge ist vom Markt. Guus Hiddink wird neuer Trainer bei Anzhi Makhachkala, kassiert angeblich schlappe zehn Millionen Euro und darf sich als Vizepräsident des Clubs auch noch für die fußballerische Entwicklung in Dagestan einsetzen.

Waren es nur die kolportierten zehn Millionen Euro Jahresgehalt, die für Guus Hiddink den Ausschlag gaben, als Trainer zu Anzhi Makhachkala zu gehen? Offenbar nicht, als Coach und Vizepräsident in Personalunion soll der Niederländer auch noch helfen, die fußballerische Entwicklung der russischen Republik Dagestan zu fördern.

Seit Guus Hiddink vor drei Monaten von seinem Amt als türkischer Nationaltrainer zurückgetreten war, wurde eifrig spekuliert worden, welches Amt den Niederländer zu einer Rückkehr ins Fußball-Business reizen würde. Zuletzt hatten die Spieler des FC Chelsea angeblich gehofft, Hiddink möge zurückkehren, den ungeliebten Andre Villas-Boas beerben und an seine erfolgreiche Interimszeit als Coach der Blues in der Rückrunde der Saison 2008/09 anknüpfen.

Auch in den Niederlanden bei PSV hatte man sich Chancen ausgerechnet, Hiddink zu einer dritten Amtszeit nach Eindhoven holen zu können, dorthin, wo 1987 seine Trainerkarriere begonnen hatte. Doch alle diese Träume sind zerplatz. Hiddink unterschrieb einen Vertrag für 18 Monate bei Anzhi Makhachkala in der russischen Republik Dagestan. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll er für dieses Engagement ein Netto-Jahresgehalt zehn Millionen Euro bekommen und neben dem Traineramt auch den Posten des Vizepräsidenten bekleiden.

Doppelfunktion bei Anzhi wohl Hauptgrund für Hiddinks Entscheidung

Gerade diese Doppelfunktion ist es dann wohl auch gewesen, die letztlich den Ausschlag für Anzhi gegeben hatte. Denn in dieser Doppelfunktion soll er bei Anzhi nicht nur die erste Mannschaft nach vorne bringen, sondern vielmehr auch helfen „die fußballerische Entwicklung in der Republik zu fördern. Das ist genauso wichtig wie die sportlichen Resultate der ersten Mannschaft und ich werde darauf besonders achtgeben“, so Hiddink laut bbc.co.uk.

Daher sei ihm der Entschluss dorthin zu gehen, nicht sonderlich schwergefallen. Vor allem über die Entwicklungschancen der Region habe er auch viel mit Anzhis Besitzer, dem milliardenschweren Suleyman Kerimov, gesprochen, der seit seinem Einstieg beim Club für viele Millionen Altstars wie Yuri Zhirkov, Roberto Carlos und Samuel Eto'o verpflichtet hatte und auch in Zukunft weiter im großen Stil investieren will.

Die Mannschaft, die aus Sicherheitsgründen in Moskau trainiert und lebt und lediglich zu den Heimspielen ins rund 1300 Kilometer entfernte Makhachkala am Kaspischen Meer reist, rangiert derzeit nur auf dem siebten Platz der russischen Premier League. Die Europa League-Teilnahme ist aber weiterhin in Sichtweite und dürfte das primäre Ziel von Hiddink darstellen, wenn die Liga Anfang März nach der Winterpause ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen wird.

Hiddinks Vorgänger von Anzhi-Spielern abgesägt?

Hiddinks Vorgänger Yuri Krasnozhan, der erst im Dezember ins Amt gekommen war, hatte sich nicht einmal zwei Monate im Amt halten und kein einziges Pflichtspiel auf der Bank absolvieren können. Ende letzter Woche hatte er seinen Rücktritt bekannt gegeben, nach dem er sich mit den Clubbossen über die Führung des Teams zerstritten hatte, so lautete zumindest die offizielle Lesart.

Inoffiziell sickerte durch, dass die Schlüsselspieler des Teams um Eto'o den Abgang des Trainers befördert hätten. Widerstand mit dem Hiddink ob seines hervorragenden Rufs in der Branche, aber auch wegen seiner Machtfülle wohl nicht wird rechnen müssen.

sportal.de / sportal

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