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International Inter kassiert gegen Napoli eine 0 -3-Heimpleite


Inter Mailand läuft in der Serie A auch unter dem neuen Trainer Claudio Ranieri der Musik hinterher. Im Spitzenspiel gegen den SSC Neapel verlor Inter mit 0:3 und steckt mit vier Punkten weiter im Tabellenkeller. Die Gäste schwimmen dagegen auf einer Erfolgswelle und stehen vorerst an der Spitze.

Der kurzzeitige Aufwärtstrend von Inter Mailand unter dem neuen Trainer Claudio Ranieri ist mit einer 0:3-Heimniederlage gegen den SSC Neapel jäh gestoppt worden. Die Nerazzurri begannen zwar stark, doch Napoli stellte sich schnell auf das neue 4-4-2 von Ranieri ein, hatte bei der Führung zwar Glück, spielte dann aber die bekannte offensive Stärke in beeindruckender Manier aus.

Die Tore für die Gäste erzielten Hugo Campagnaro im Nachschuss eines Elfmeters von Marek Hamsik (43.), Christian Maggio (57.) und Hamsik selbst (75.). Inter bleibt damit mit vier Zählern im Tabellenkeller stecken, für Napoli geht die Reise dagegen nach oben. Bayerns nächster Champions League-Gegner steht nach dem ersten Sieg bei Inter seit 1994 mit zehn Punkten an der Tabellenspitze, kann aber noch von Juventus und Udinese überholt werden.

Starker Beginn von Inter

Ranieri hatte zuvor die nötige Stabilität zurück ins Spiel der Nerazurri gebracht, nach dem 3:1 zum Auftakt in Bologna gewann Inter auch bei ZSKA Moskau mit 3:2. Dementsprechend selbstbewusst begannen die Gastgeber auch im San Siro, die Anfangsphase gehörte nur Inter.

Ranieri hatte die Abwehr-Dreierkette von Vorgänger Gian Piero Gasperini abgeschafft und setzte in der Offensive wieder auf zwei Stürmer. Diesmal begannen wird Giampaolo Pazzini und Diego Forlan, obwohl der uruguayische Neuzugang noch nicht wirklich in Mailand angekommen ist. Ranieris Gegenüber Walter Mazzarri musste auf den verletzten Edinson Cavani verzichten, an seinem offensiven 3-4-3 änderte das aber nichts, der von Inter ausgeliehene Goran Pandev begann für Cavani im Sturm.

Aber Napoli kam nach dem 2:0-Sieg in der englischen Woche gegen den FC Villarreal nur schleppend ins Spiel, Inter hatte durch Forlans Fernschuss dann auch die erste Chance des Spiels (13.). In der Folge kämpften sich die Gäste dann aber besser in die Partie, das Pressing klappte besser und Inter konnte sich nicht mehr so gut befreien.

Pazzini wird zurückgepfiffen, Campagnaro nicht

Die vermeintliche Führung fiel dann aber auf der anderen Seite. Einen Weitschuss von Javier Zanetti konnte Morgan De Sanctis nicht festhalten und Pazzini staubte ab (23.). Der Stürmer stand zuvor aber im Abseits und Schiedsrichter Gianluca Rocchi pfiff zurecht ab.

In der Folge lief bei Inter dann aber nicht mehr viel zusammen. Die ordnende Hand des verletzten Wesley Sneijder wurde schmerzlich vermisst. Da aber auch Napoli nicht allzu viel zustande brachte, sahen die Zuschauer eine mäßige Partie ohne Highlights – bis zur 41. Minute:

Denn nun überschlugen sich die Ereignisse. Christian Maggio setzte auf der rechten Seite zu einem Sturmlauf an, wurde dabei von Joel Chukwuma Obi touchiert und Maggio stürzte in den Strafraum. Rocchi gab Elfmeter und Gelb-Rot für den zuvor bereits wegen einer Nichtigkeit verwarnten Obi. Beides waren durchaus harte Entscheidungen, denn der erste Kontakt fand eindeutig vor dem Strafraum statt.

Noch vor der Ausführung durch Marek Hamsik musste Ranieri auch noch erstmals wechseln, Christian Chivu verließ angeschlagen den Platz und wurde durch Yuto Nagamoto ersetzt. Keeper Julio Cesar hielt den Elfmeter von Hamsik dann allerdings und der im Nachschuss erfolgreiche Campagnaro war eindeutig zu früh in den Sechzehner gelaufen – doch auch hier machte Rocchi beide Augen zu. Die Halbzeitführung für Napoli war nicht unverdient, kam aber sehr glücklich zustande.

Katastrophaler Fehler von Nagamoto

Auf dem Weg in die Kabine musste sich Rocchi dann auch ein paar passende Worte von Ranieri anhören, das Heimdebüt des neuen Inter-Coaches drohte in Unterzahl daneben zu gehen. Der Schiedsrichter, der nach dem Elfmeter auch noch Gelb gegen Zanetti und Cesar wegen Meckerns zeigte, ließ sich aber nicht beeindrucken und schickte Ranieri auf die Tribüne.

Mit in die Kabine durfte Ranieri aber noch und machte sein Team bereits für den zweiten Durchgang. Inter begann wieder sehr engagiert, ohne Torgefahr auszustrahlen. Wer dann aber solche Fehler wie Nagamoto macht, muss nicht auf ein Comeback hoffen. Der Japaner war bei einem langen Ball aus der Napoli-Abwehr schneller am Ball als Maggio. Doch statt zu klären, wartete er nur ab, Maggio ging dazwischen und lupfte das Leder über Cesar hinweg ins Inter-Tor (57.).

Damit war das Spiel entschieden, denn in Unterzahl ist gegen diese konterstarke Mannschaft aus Neapel nur wenig zu machen und zudem fehlten Inter an diesem Tag die spielerischen Mittel. Zuniga hätte das 3:0 sogar schon früher machen müssen, setzte den Ball aber aus kurzer Distanz aber in den zweiten Stock des San Siro (65.).

So war es Kapitän Hamsik vorbehalten, für die endgültige Inter-Blamage zu sorgen. Ezequiel Lavezzi hebelte die Abseitsfalle der Inter-Abwehr mit einem schönen Pass in die Tiefe aus, Hamsik ging alleine auf Cesar zu und ließ dem Brasilianer aus 14 Metern keine Chance (75.). Inter war spätestens jetzt geschlagen und wird die Länderspielpause nutzen müssen, um die neuen Abläufe unter Ranieri einzustudieren. An den Titelkampf dürfen die Nerazzurri vorerst nicht denken.

Marcus Krämer

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