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International: Manchester United gelingt die Revanche im Stadtderby

Manchester City schlug den Lokalrivalen im Pokal im letzten Jahr mit 1:0 und in der Liga gar mit 6:1. Nun gelang den Red Devils die Revanche. Im Drittrundenspiel des FA-Cups gab es fünf Tore, einen Elfmeter und eine Rote Karte zu sehen, da verkam das Comeback einer Legende fast zur Randnotiz.

Manchester United musste auf die Verletzten Nemanja Vidic, Ashley Young, Darren Fletcher, Michael Owen und Jonny Evans verzichten. Manchester City traf es noch härter. Kolo und Yaya Toure konnten ebenso wenig spielen (Afrika Cup), wie Mario Balotelli (Knöchelverletzung) und Edin Dzeko (Knieprobleme).

Rooney ließ alle Gerüchte verstummen 

Die Spekulationen um einen Vereinswechsel von Wayne Rooney kochten vor dem Spiel hoch. Der Stürmer von Manchester United ließ alle Kritiker verstummen, als er in der zehnten Minute die Führung erzielte und anschließend das Wappen seines Clubs küsste. Rooney hatte den Ball selbst auf die rechte Seite gespielt, von dort flankte Antonio Valencia in die Mitte, wo sich Rooney im Kopfballspiel gegen Micah Richards durchsetzte und zum 1:0 einköpfte (10.).

Wenig später wurde es turbulent. Vincent Kompany ging mit beiden Beinen in einen Zweikampf mit Nani im Mittelfeld. Schiedsrichter Chris Foy zeigte die Rote Karte (12.). Da Kompany den Ball gespielt hatte und die Attacke von vorne erfolgte, war der Platzverweis wohl fragwürdig. Erneut nur zwei Minuten später das nächste Highlight. Sergio Agüero prüfte Keeper Anders Lindegaard mit einem Fernschuss (14.). Man City war trotz der Unterzahl das spielbestimmende Team. Man Utd versuchte durch Konter zum Erfolg zu kommen.

Welbeck dreht das Ding rein 

Der Rumäne Costel Pantilimon im Tor von Manchester City musste dann ein zweites Mal hinter sich greifen, ohne dass er hätte eingreifen können. Nach einer kurz abgewehrten Eingabe von Patrice Evra war Danny Welbeck aus 14 Metern zur Stelle und da Nigel De Jong sich entschied nicht einzugreifen, konnte Welbeck den Ball volley ins lange Eck schießen (30.). Es kam noch dicker für die Citizens. Aleksandar Kolarov brachte Welbeck zu fall, den fälligen Elfmeter konnte Wayne Rooney im Nachsetzen verwandeln (39.).

Die letzten sechs Minuten führte Manchester United den Lokalrivalen nach Belieben vor. Die Blues waren nun endgültig geschockt, außerdem gelang es dem Team von Roberto Mancini nicht mehr, die Defensive kompakt zu halten. Kompany fehlte an allen Ecken und Enden. Zur Halbzeit blieb es allerdings beim 0:3 aus Sicht der Gastgeber. Mancini reagiert und brachte die Defensivkräfte Stefan Savic und Pablo Zabaleta für David Silva und Adam Johnson.

Schock nach der Pause 

Die Partie blieb spektakulär. Aleksandar Kolarov zirkelte einen Freistoß aus 22 Metern über die Mauer zum 1:3 ins rechte Eck – keine Chance für Anders Lindegaard (48.). Dann wurde es feierlich, die allermeisten Zuschauer spendeten Applaus, als Paul Scholes das Spielfeld betrat. Der 37-jährige Mittelfeldspieler war eigentlich nur noch Trainer bei den Red Devils, hatte sich zu einem Comeback überreden lassen. Nun kam er ausgerechnet gegen Man City für Nani in die Partie. Im letzten FA-Pokalspiel gegen die Citizens hatte Scholes im April 2011 die Rote Karte gesehen.

Und auch in diesem Match schien er nicht die stabilisierende Wirkung zu haben, die sich Akex Ferguson wohl erhofft hatte. Scholes spielte gleich an der Außenlinie einen Fehlpass, der Ball wurde von James Milner in die Mitte gespielt, wo Sergio Agüero im ersten Versuch an Lindegaard scheiterte, der Keeper konnte den Ball aber nur in die Mitte prallen lassen, Agüero war ein zweites Mal zur Stelle und traf zum 2:3 (64.).

Fehlentscheidung die Zweite 

Manchester City hatte weiterhin Pech mit Schiedsrichter Chris Foy. In der 83. Minute verweigerte er den Blues einen Handelfmeter. Phil Jones hatte sich in die Passbahn geworfen und den Ball mit der Hand gespielt. Es blieben Man City noch fünf Minuten. Manchester United musste noch zwei Mal zittern, als Kolarov den Ball hoch in den Sechzehner brachte und Lindegaard erneut wenig souverän wirkte. Wenig später kam der mit aufgerückte Keeper Pantilimon mit dem Kopf an eine Eckballflanke, aber der Ball ging neben das Tor. 

Es blieb beim glücklichen 3:2 Endergebnis, das vom Schiedsrichter entscheidend beeinflusst wurde. Manchester United hätte vor der Pause noch ein Tor nachlegen müssen, insgesamt wäre ein Unentschieden aber verdient gewesen. Dem unparteiischen Fußballfan konnte es egal sein, er hatte eine spektakuläre Partie gesehen, die alles enthielt, was der Fußball zu bieten hat.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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