Japan-Länderspiel Erfolgreiche Rückkehr nach Yokohama


Die Erfolgsserie der deutschen Fußballnationalmannschaft unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann geht weiter. Am Ort des verlorenen WM-Finales 2002 war Asienmeister Japan gegen die DFB-Elf chancenlos.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den ersten Charaktertest auf der Fernostreise mit Bravour bestanden und ihren Siegeszug unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann fortgesetzt. Exakt 900 Tage nach dem verlorenen Weltmeisterschaftsfinale gegen Brasilien feierte das DFB-Team mit dem 3:0 (0:0)-Sieg bei Asienmeister Japan eine erfolgreiche Rückkehr in die WM-Arena von Yokohama. Vor 61.805 Zuschauern im "International Stadium" erzielten Miroslav Klose (54./90.+2) mit seinen Länderspiel-Toren Nummer 19 und 20 und der zum ersten Mal unter Klinsmann erfolgreiche Michael Ballack (69.) die Treffer zu einem hoch verdienten Sieg.

Jetlag und Reisestrapazen zum Trotz ließ die deutsche Mannschaft auch im fünften Länderspiel seit seiner Amtsübernahme mit Schwung und Spielfreude die Handschrift Klinsmanns erkennen. Wie zuletzt beim 3:0 gegen Kamerun drehte das Team nach durchwachsener erster Hälfte auf und zwang den Gegner mit spielerischen Mitteln in die Knie. "Das sind Spiele, bei denen man den Gegner niederrennen und viel arbeiten muss. Man muss den Spielern schon ein Riesenlob aussprechen, wie sie nach dem 1:0 noch Tore nachgelegt haben. Da wächst etwas Tolles heran", freute sich der Völler-Nachfolger.

Starker Einstand der Debutanten

Nachdem der Bundestrainer mit dem Einsatz von Patrick Owomoyela und Christian Schulz als Debütanten Nummer fünf und sechs in der Startelf ein weiteres Beispiel seiner Experimentierfreude geliefert hatte, schickte er in der 77. Minute mit dem Lauterer Marco Engelhardt einen weiteren Neuling ins Rennen. Vor allem Owomoyela empfahl sich auf der rechten Abwehrposition für weitere Berufungen und agierte deutlich wirkungsvoller als sein Bremer Pendant auf links. Der Bielefelder spielte seine Zweikampfstärke aus, handelte sich aber im Übereifer wegen eines rüden Fouls auch die Gelbe Karte ein.

Oliver Kahn konnte jenen Ort, an dem vor zwei Jahren einen der bittersten Momente seiner Fußballer-Karriere erlebt hatte, mit einem guten Gefühl verlassen. "Es ist wie immer im Leben, die Vergangenheit ist vorbei. Man muss nach vorne schauen. Da können wir den Schritt, den wir vor zwei Jahren nicht gemacht haben, dann machen", beschrieb Kahn seine Gefühle beim Betreten der Arena, in der ihm im WM-Finale 2002 gegen Ronaldo der spielentscheidende Patzer unterlaufen war. Der Torhüter, dessen Freundin Verena mit ihrem Eintreffen in Japan für einigen Wirbel im Mannschaftskreis gesorgt hatte, bestand die wenigen Prüfungen in seinem 75. Länderspiel. Lediglich bei einer nach vorne abgewehrten Flanke von Akira Kaji (27.) verriet der Münchner eine leichte Unsicherheit.

Ballack erzielt Traumtor

In den stärksten Phasen der deutschen Mannschaft zeigte sich vor allem Ballack sehr spielfreudig. Der Münchner, der das WM-Finale 2002 gegen Brasilien wegen einer Gelb-Sperre verpasst hatte, vergab zwar die beiden besten Chancen der ersten Hälfte, erzielte aber dann ein spektakuläres Tor, als er aus 18 Metern in den Winkel traf. Aus dem von Klinsmann aufgebotenen Sturmtrio fiel der Kölner Lukas Podolski in seinem ersten Länderspiel von Beginn an deutlich ab. Während Gerald Asamoah mit seinen Flügelläufen für viel Druck sorgte, agierte auch Klose bis zu seinem Glückstor häufig wenig effektiv. Erst danach lieferte der Bremer einige Kostproben seiner Torgefährlichkeit.

Gegen die personell arg geschwächten Japaner spielte die deutsche Mannschaft, nachdem sie die anfängliche Unsicherheit abgelegt hatte, eindrucksvoll ihre Offensivqualitäten aus und kam zu hochkarätigen Möglichkeiten. In der 15. Minute verhinderten zunächst Torwart Seigo Narazaki und dann Mitsuo Ogasawara auf der Torlinie bei einer Doppelchance für Ballack die Führung für die Klinsmann-Elf. Drei Minuten später rettete Alex für seinen bereits geschlagenen Keeper bei einem Hackentrick von Gerald Asamoah. Wenig später scheiterte Ballack mit einem Kopfball nach Ecke von Schneider an Narazaki (25.).

Fehlgriff mit Folgen

Neun Minuten nach Wiederbeginn ebnete Narazaki den Gästen den Weg zum Sieg. Dem japanischen Keeper unterlief ein ähnlicher Patzer wie Kahn am vergangenen Samstag gegen Stuttgart, als er Ballacks Freistoß aus 18 Metern nicht festhalten konnte, und Klose staubte ab. Danach vereitelte der Schlussmann aus Nagoya (60.) einen weiteren Treffer des Bremers. Mit dem zweiten Treffer - seinem 21. für Deutschland - machte Ballack gegen die vor allem in der Abwehr unbedarften Asiaten schließlich alles klar.

Oliver Hartmann und Klaus Bergmann/DPA DPA

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