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FC Bayern München "Ich wurde ausgebremst": So erklärt Boateng seine verkorkste Saison bei den Bayern

"Ich brenne noch": Jerome Boateng will sich sportlich beweisen, zur Not auch bei den Bayern
"Ich brenne noch": Jerome Boateng will sich sportlich beweisen, zur Not auch bei den Bayern
© Alexander Hassenstein / Bongarts / Getty Images
Jerome Boateng hat eine schwere Saison hinter sich und steht bei den Bayern auf der Verkaufsliste. Im Interview mit dem "Kicker" sagt er, dass er ungerecht behandelt wurde – und betont, dass er noch "brennt".

Die Rolle von Jerome Boateng beim FC Bayern war und ist ein großes Thema beim FC Bayern. Die Degradierung zum Ersatzspieler und zuletzt die Äußerungen von Uli Hoeneß, Boateng sei ein "Fremdkörper" in der Mannschaft und solle sich einen neuen Verein suchen, haben dem Weltmeister von 2014 offenbar zugesetzt. In einem Gespräch mit dem Fußball-Magazin "kicker" hat sich Boateng jetzt ausführlich zu seiner Situation geäußert. Darin lässt er die Bayern-Bosse und Trainer Niko Kovac in keinem guten Licht stehen.

Boateng wollte bereits vor einem Jahr den Verein unbedingt verlassen und war sich mit Paris St. Germain einig – das ist bekannt. Warum sie ihn trotz ihrer Zusage nicht ziehen ließen, erklärt Boateng so: "Sie sagten, der Trainer will dich unbedingt halten; für ihn bist du die Nummer eins in der Abwehr." Aber er habe sich damals schon seit längerem nicht nicht mehr wertgeschätzt gefühlt. Er wollte den Verein verlassen, weil er eine "neue Herausforderung" gebraucht habe.

Verhältnis zu Kovac zu Beginn "ganz normal"

Dennoch sei das Verhältnis zu Kovac zu Beginn der Saison "ganz normal, wie zu den anderen Spielern" gewesen. Dass er in der Hinrunde oft schlecht gespielt habe, sei ihm bewusst. Deshalb habe es ihn auch nicht gestört, dass er häufig auf der Bank Platz nehmen musste. Doch nach der Winterpause war er topfit. Kovac erklärte aber Niklas Süle zur Nummer eins und verbannte Boateng endgültig auf die Bank. Boateng habe den Coach auf die Aussage angesprochen: "Er (Kovac, Anm. d. Red.) sagte, sie war ein Fehler", erzählt Boateng.

Er habe immer wieder Lob für seine Trainingsleistungen erhalten und Kovac habe sogar angedeutet, dass er der beste der drei Abwehrspieler sei, dennoch schmorte er fast die komplette Rückrunde auf Ersatzbank: "Ich bin Fußballer. Ich brenne immer noch. Ich bin heiß. Aber ich wurde gebremst, weil ich für mich unfairerweise nicht zum Einsatz kam, wie ich es verdient hätte."

Auch die anderen Vorwürfe, die im Verein gegen ihn erhoben wurden, weist Boateng zurück, zum Beispiel die Flüge nach Berlin: "Nur wenn wir keine englische Woche und frei hatten, bin ich nach Berlin geflogen", entgegnet Boateng. "Doch es hieß immer: Jerome ist in Berlin." Bei anderen Spielern, die an freien Tagen ebenfalls per Flugzeug unterwegs sind, gebe es dieses Thema nicht: David Alaba flog bekanntlich oft nach Wien, Javi Martinez nach Spanien und Franck Ribery nach Paris. Boateng fühlt sich deswegen zu unrecht kritisiert: Aber das passt halt gerade rein". Auch über die Party seines Magazin "Boa" sei der Verein Wochen vorher informiert gewesen.

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Jerome Boateng: Ich möchte nochmal meine Klasse beweisen

Sein Verhalten nach dem Schlusspfiff des letzten Spiels, als er abseits der feiernden Mannschaft mit seinen beiden Töchtern auf dem Rasen stand, begründet er so: "Ich bin Fußballer. Wenn du keine Rolle spielst, dann tut dir das weh. Meinen Mitspielern gegenüber verhalte ich mich immer respektvoll. Aber ich kann mich nicht verstellen, lache nicht herum und tue so, als würde ich mich riesig freuen." Zum Schwänzen der Teamparty nach dem Spiel sagt er: "Und wenn einer meiner Freunde heiratet, gehe ich zur Hochzeit. Das hatte nichts mit meiner Laune zu tun. Selbst wenn ich gespielt hätte, wäre ich zur Hochzeit." Zudem hätte es ja noch die Meisterfeier auf dem Marienplatz gegeben.

Auf seine Zukunft angesprochen gibt sich Boateng grundsätzlich kämpferisch. "Ich möchte noch einmal meine Klasse nachweisen nach den Enttäuschungen dieser Saison und zeigen, dass ich zu den drei Top-Innenverteidigern der Welt gehöre. Ich weiß, was ich kann." Sollte es kein gutes Angebot eines anderen Topklubs geben, kann er sich "vorstellen, dass es auch beim FC Bayern weitergehen kann".

Er hat ja noch einen Vertrag bis 2021.

Quelle:"kicker"

tis

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