Karlsruher SC Trainer Fanz schon wieder entlassen


Gerade einmal eine Woche durfte sich Reinhold Fanz Cheftrainer des Zweitligisten Karlsruher SC schimpfen. Weil er aber beim KSC-Hauptsponsor EnBW in Ungnade gefallen war, hat der Verein Fanz nun beurlaubt.

Der Karlsruher SC hat seinen gerade verpflichteten Trainer Reinhold Fanz nach nur sieben Tagen im Amt wieder beurlaubt. Das teilte der Zweitligist in einer Pressemitteilung mit. Direkt nach dieser Entscheidung ist das Präsidium des Vereins geschlossen zurückgetreten, wenngleich die Verantwortlichen bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung noch im Amt bleiben werden.

Mit dem Rausschmiss von Fanz hat sich der Hauptsponsor Energie Baden-Württemberg (EnBW) im Machtkampf um den 50-jährigen Coach durchgesetzt. Die EnBW hatte ihn bereits kurz nach dessen Vorstellung "das sportliche und persönliche Format" abgesprochen, den KSC "nach vorne oder gar in die erste Liga zu bringen". Der Verein will sich nun nach einem neuen Trainer umsehen.

EnBW drohte mit dem Ende der Unterstützung

Vorausgegangen war ein ungewohnt offener Streit zwischen dem Verein und seinem Hauptsponsor. Nachdem den Karlsruher Sportclub Mitte Dezember Lorenz-Günther Köstner als Trainer beurlaubt und Reinhold Fanz eine Woche später als Nachfolger vorgestellt hatte, drohte EnBW unverhohlen mit dem Ende der finanziellen Unterstützung. "Bleibt Herr Fanz Trainer, werden wir keinen Tag länger, als wir vertraglich verpflichtet sind, den KSC unterstützen", sagte Hermann Schierwater, der Sprecher des EnBW-Vorstandschef Utz Claassen unmittelbar nach Bekanntgabe der Personalie. Das sei "keine Liebesbeziehung mehr, sondern eine sklavische". Der KSC aber selbst verteidigte einige Tage lang die Trainer-Entscheidung.

Der eigentliche Hintergrund des Zwists ist eine seit Jahren schwelende Auseinandersetzung zwischen dem EnBW-Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen und Fanz aus deren gemeinsamer Zeit bei Hannover 96: Nach seiner Wahl zum Vorstandschef im Juli 1997 entließ Claassen in einer seiner ersten Amtshandlungen als 96-Chef Manager Franz Gerber, mit dem Fanz zuvor gut und erfolgreich harmoniert hatte. Fanz hatte später in einem Interview dem jetzigen EnBW-Chef sämtlichen Fußball-Sachverstand abgesprochen. Dieser ließ Fanz daraufhin diese Äußerung per Gerichtsbeschluss unter Androhung einer Geldbuße von rund 250.000 Euro untersagen.

Nun musste sich der KSC offenbar den finanziellen Zwängen beugen. Ohne die rund 800.000 EnbW-Euro pro Saison wäre die Lizenzerteilung für die abstiegsbedrohten Karlsruher in akuter Gefahr. Den Nordbadenern würde der Fall ins Bodenlose drohen.

DPA/AP AP DPA

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