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Kunstwerk "FC Bayern 07": Kein Ende des Beutezugs

Sosa, Altintop, Schlaudraff, Jansen und zuletzt Luca Toni: Der FC Bayern macht ernst und rüstet für die neue Saison auf wie noch nie. Und der nächste Bayern-Streich steht unmittelbar bevor. Auch das Werben um den besten deutschen Stürmer haben Hoeneß und Co. längst noch nicht aufgegeben.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München hat mit Weltmeister Luca Toni den ersten großen Fisch an Land gezogen und wirft die Angel zum größten Beutezug in der Vereinsgeschichte weiter aus. Neben dem für vier Jahre verpflichteten italienischen Nationalstürmer, für den die Münchner nach eigenen Angaben elf Millionen Euro Ablöse an den AC Florenz zahlen, will sich der entthronte deutsche Meister für die Rückkehr an die Bundesliga- Spitze mit weiteren Hochkarätern schmücken. Der nächste Bayern-Streich könnte der Franzose Franck Ribéry (Olympique Marseille) sein, womit die Bayern endgültig das Ende ihrer oftmals vorsichtigen Einkaufspolitik besiegelt hätten.

Die verstärkten Transfer-Aktivitäten könnten laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge für ein Umdenken zumindest bei den Spitzenvereinen der gesamten Bundesliga sorgen. "In der Vergangenheit wurde hier mehr in Quantität investiert, künftig wird man, das glaube ich, zunehmend in Qualität investieren. Das wird der Bundesliga gut tun und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken", sagte Rummenigge, nachdem er den Toni-Wechsel bestätigt hatte. Der 26-malige Nationalspieler (12 Tore) spielte seit 2005 in Florenz und schoss dort in zwei Spielzeiten 49 Tore. Am Mittwoch machte sich eine Bayern-Delegation auf in die Toskana, um letzte Details zu klären.

Ribéry in etwa Tonis Preisklasse

"Am 8. Juni wird Toni zur medizinischen Untersuchung nach München kommen und dann öffentlich präsentiert werden", erklärte Rummenigge. Dank eines tiefen Griffs in die Vereinskasse - es ist die Rede von über 5 Millionen Euro Jahresgehalt - war laut Rummenigge auch die Hartnäckigkeit der Münchner beim Kampf um den 1,94 Meter großen und 94 Kilogramm schweren Stürmer ausschlaggebend. Diese soll nun auch den Ausschlag im Fall Ribéry geben, um den die Bayern schon vor einem Jahr buhlten. Der Zugang von Ex-Spieler Zé Roberto gilt als sehr wahrscheinlich, und trotz aller Treuebekenntnisse scheint auch die Idee eines Transfers von Miroslav Klose für die nächste Saison noch nicht vom Tisch. "Selten wurden in der Bundesliga die wichtigen Transfers in die Zeit nach der Saison verschoben", sagte Rummenigge, der beim Poker um die neuen Gesichter auf weitere Erfolge für den 8. Juni hofft, diese aber "jetzt noch nicht seriös zusagen" kann.

Gespannt verfolgt auch Bundestrainer Joachim Löw die millionenschweren Transferaktivitäten der Bayern, die schon über 25 Millionen Euro ausgegeben haben, aber allein für Ribéry noch einmal eine ähnliche Summe locker machen müssten. "Es gibt einen vermehrten Konkurrenzkampf, und das ist von Vorteil, wenn die Spieler in jedem Spiel und Training an ihre Grenze gehen müssen", sagte Löw, der mit Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Lukas Podolski sowie der Neuen Schlaudraff und Jansen dann fünf Bayern-Akteure in seinen Reihen hat. Zu wenig Spielzeit, wie sie Podolski schon in dieser Saison hatte, befürchtet er nicht. "Der FC Bayern möchte gerne, dass Spieler von Bayern in der Nationalmannschaft spielen", erklärte Löw.

Durch den Transfer von Toni, der in Italien auch schon als "Gaul mit Bügeleisen an den Füßen" verspottet wurde, wird der Kampf um einen Stammplatz für Podolski und Roy Makaay auf jeden Fall schwerer. Und sollten die Bayern tatsächlich Klose verpflichten, würde der Niederländer wohl über einen Wechsel nachdenken.

DPA/kbe

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