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Länderspiel Frankreich - Deutschland: Im Zentrum der Gewalt

Das Stadion, in dem die DFB-Auswahl ihr Länderspiel gegen Frankreich bestreiten soll, liegt mitten im Pariser Stadtteil Saint Denis, einem der Zentren der jüngsten Ausschreitungen. Das Spiel soll dennoch stattfinden.

Trotz der anhaltenden Gewaltwelle in Paris ist das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag gegen Gastgeber Frankreich nicht gefährdet. "Die Franzosen sagen, es ist kein Problem. Darauf vertrauen wir", erklärte der Leiter des Nationalmannschafts-Büros beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), Georg Belau, am Montag.

Zuvor hatten die Generalsekretäre beider Fußball-Verbände, Horst R. Schmidt und Jacques Lambert, nach der bereits elften Krawallnacht in Frankreich die Lage telefonisch erörtert. Dabei habe man "klare Signale" erhalten, dass die Partie am Samstag (21.00 Uhr) wie geplant im "Stade de France" über die Bühne gehen wird. "Deshalb gehen wir davon aus, dass das Spiel ganz normal stattfinden kann", betonte DFB-Sprecher Harald Stenger. Bundestrainer Jürgen Klinsmann nimmt mit den 21 nominierten Nationalspielern am Dienstag zunächst in Köln die Vorbereitung auf das letzte Länderspiel des Jahres in Angriff.

DFB plant keine besonderen Vorkehrungen

Das "Stade de France" liegt im nördlichen Pariser Vorort Saint Denis, einem der Zentren der jüngsten Ausschreitungen. Dort hatten Jugendliche auch in der Nacht zum Montag wieder Autos in Brand gesteckt. Für den Fußball-Klassiker am Samstag, zu dem gut 2.000 vielfach mit dem Auto anreisende deutsche Fans erwartet werden, gebe es dennoch keine besonderen Vorkehrungen, sagte ein Sprecher des französischen Verbandes (FFF) auf Anfrage. Es würden die bei Länderspielen üblichen speziellen Sicherheitsbestimmungen gelten.

Auch beim DFB sind keine besonderen Vorkehrungen geplant. Erst am Freitag fliegt der deutsche Tross im Charter-Flugzeug nach Paris, wo Klinsmann und sein Personal im Hotel "Le Meridien Etoile" in der Innenstadt untergebracht sind. Wie bei Auswärtsspielen üblich verzichtet der Verband auf eigene Sicherheitskräfte und vertraut auf die Gastgeber. Zum Abschlusstraining am Freitag und zum Spiel am Samstag wird das Team via Polizeieskorte im eigenen Mannschaftsbus die halbstündige Wegstrecke zurücklegen.

Klinsmann erwartet deutliche Leistungssteigerung

Klinsmann und Assistent Joachim Löw ließen sich am Montag bei einem Abstecher in der Frankfurter DFB-Zentrale von den Zuständen in Paris unterrichten. Im Mittelpunkt ihrer zahlreichen Gespräche aber standen organisatorische Fragen bei den WM-Planungen und die Teilnahme an der Tagung des Bundes Deutscher Fußballlehrer (BDFL), zu der sich bis auf Michael Skibbe (Bayer Leverkusen), Ralf Rangnick (Schalke 04) und Falko Götz (Hertha BSC) die komplette Riege der Bundesligatrainer versammelte.

Von seiner eigenen Mannschaft erwartet Klinsmann beim letzten Auftritt des Jahres eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den bisher enttäuschenden Darbietungen in der WM-Saison. "Es ist enorm wichtig, dass die Leistung passt. Natürlich sollte auch das Ergebnis stimmen, vor allem aber das Auftreten der Mannschaft", formulierte der Bundestrainer seine Ansprüche an das Team, das in Paris endlich wieder an die schwungvollen und mutigen Vorstellungen beim Confederations Cup erinnern soll: "Wir müssen einfach wieder das Tempo vom Sommer aufnehmen, mehr Elan und Dynamik zeigen."

Ballack leicht angeschlagen

Von Absagen im 21-köpfigen Aufgebot blieb Klinsmann bislang verschont. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter dem Einsatz des Kölner Jung-Verteidigers Lukas Sinkiewicz, der an einer Bänderverletzung im Knie laboriert. Der 20-Jährige soll aber am Dienstag ebenso anreisen wie die gleichfalls leicht angeschlagenen Michael Ballack (Pferdekuss im Oberschenkel) und Christoph Metzelder (Hexenschuss).

DPA / DPA

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