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Luca Caldriola: Werder-Verteidiger erleidet wohl schlimme Verletzung

Führung aus der Hand gegeben, verloren, Letzter in der Bundesliga und dann erleidet auch noch Innenverteidiger Luca Caldirola kurz vor Schluss eine schlimme Verletzung: Bei Werder Bremen läuft es nicht.

Luca Caldirola wird dem SV Werder Bremen lange fehlen

Luca Caldirola wird dem SV Werder Bremen lange fehlen.

"Das sieht nicht gut aus", sagte Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik direkt nach Spielschluss zur Verletzung seines Innenverteidigers Luca Caldirola. Mittlerweile ist klar: Das war noch etwas untertrieben. Caldirola wird Werder wohl mindestens ein halbes Jahr fehlen - er brach sich nach einem Zusammenprall kurz vor Schluss offenbar den Unterschenkel. Der Italiener wurde mit Verdacht auf Beinbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Nach der schlimmen Diagnose zeigte auch Augsburgs Trainer Dirk Schuster Mitgefühl. "Wir wünschen Luca Caldirola im Namen der Mannschaft alles Gute und gute Besserung. Ich hoffe, dass er schnell auf die Beine kommt." Schuster hatte Caldirola im vergangenen Jahr in Darmstadt trainiert.

Werder Bremen: Katastrophaler Saisonstart

Unterdessen läuft es auch sportlich nicht bei Werder. Drittes Pflichtspiel, dritte Niederlage. Bremen rutscht durch das 1:2 gegen Augsburg immer tiefer in die Krise. Damit wird der Druck auf dem umstrittenen Trainer Viktor Skripnik weiter steigen. Der schlich unter den lautstarken Pfiffen der Fans schlich völlig bedient in die Kabine. Konsequenzen muss Skripnik aber noch nicht fürchten. Sportdirektor Frank Baumann und Aufsichtsratschef Marco Bode wollten unisono nichts von einer Trainerdiskussion wissen.

Das stellte Baumann unmittelbar nach der dritten Pflichtspiel-Niederlage seit Saisonbeginn klar. Ähnlich formulierte es Bode. "Wir stehen komplett hinter Viktor Skripnik. Ich finde es unangebracht, zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison eine Trainerdiskussion anzufangen. Das wird mit uns nicht passieren", betonte Bode bereits zur Pause beim Pay-TV-Sender Sky.

Viktor Skripnik: "Das ist kein Spaziergang"

Dennoch dürfte es für Skripnik immer ungemütlicher werden. Das ist Teil dieses harten Geschäfts. "Das ist kein Spaziergang. Wir werden definitiv nicht hektisch", sagte der Coach. Mit drei Niederlagen war Werder letztmals vor 49 Jahren in eine Saison gestartet. Bereits nach der enttäuschenden Vorsaison, als Werder nur knapp dem Abstieg entkommen war, hatte der Ukrainer auf der Kippe gestanden. Der neue Sportdirektor Baumann verlängerte schließlich mit dem Trainer den Vertrag, um ein Zeichen zu setzen.

Besser wurde es allerdings nicht, auch nicht gegen Augsburg. Dabei waren die Bremer durch einen verwandelten Foulelfmeter von Aron Johannsson noch in Führung gegangen (45.+2). Der FCA drehte aber in der zweiten Halbzeit durch Tore von Jeffrey Gouweleeuw (52.) und Konstantinos Stafylidis (73.) das Spiel und bescherte dem neuen Coach Dirk Schuster den ersten Sieg mit Augsburg in der Bundesliga.

Frank Baumann äußert sich zu Pfiffen der Fans

"Wir wussten, dass wir Zeit brauchen, bis die Automatismen greifen", sagte Baumann und zeigte Verständnis für die Pfiffe der Anhänger: "Die Fans hatten im letzten Jahr eine harte Saison. Dass sie enttäuscht sind, ist verständlich."

Enttäuscht sind die Fans vor allem über die Spielweise der Werder-Profis. Die mit einem 0:6-Debakel bei Bayern München gestarteten Bremer zeigten eine wenig begeisternde Vorstellung vor eigenem Publikum. Ohne Leistungsträger wie Claudio Pizarro, Max Kruse, Santiago Garcia oder Philipp Bargfrede taten sich die Bremer im Spielaufbau schwer.

Dazu gab das Skripnik-Team die Führung fahrlässig her. "Der Trainer hat vor den Standards gewarnt, trotzdem ist es passiert", sagte Kapitän Clemens Fritz und entschuldigte sich für den Auftritt: "Wir spannen die Fans auf die Folter. Das tut mir leid. Ich weiß nicht, woran es liegt."

"Irgendwie ist der Faden gerissen"

Ratlos war auch Zlatko Junuzovic: "Irgendwie ist der Faden gerissen. Nach dem Rückstand fehlte die Power, das Spiel zu drehen. Das Selbstvertrauen ist momentan nicht da. Die letzten Wochen ist sehr viel auf die Mannschaft eingeprasselt. Wir müssen intern die Sachen analysieren und uns zusammenschweißen." Leichter wird es nicht, zumal sich auch noch Luca Caldirola verletzte und ins Krankenhaus musste.

Die mit 0:2 gegen Wolfsburg in die Saison gestarteten Augsburger präsentierten sich in Bremen lange abwartend, ehe sie in der zweiten Halbzeit stärker aufspielten. Trainer Schuster ließ sein Team früh attackieren und schnell umschalten. "Das war ein Spiel, wo die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen sind, wenn sie Augsburger waren", sagte Schuster.

Der Coach konnte aber auch glücklich sein, dass Werder kurz nach der Pause nicht einen zweiten Elfmeter zugesprochen bekam, als Martin Hinteregger Lamine Sane klar umklammerte. Das sei "griechisch-römisch" gewesen, merkte Schuster an. Der österreichische Neuzugang, der sein Debüt gab, hatte schon den ersten Strafstoß an Junuzovic verschuldet.

feh / DPA

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