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Bundesliga: Irrsinnspartie zwischen Mainz und Hoffenheim, Bremer Krise geht weiter

Mainz und Hoffenheim liefern sich zum Abschluss des zweiten Spieltags eine wahre Schlacht, am Ende steht es 4:4. Derweil geht die Krise von Werder Bremen nahtlos weiter. 

Die Trainer der TSG 1899 Hoffenheim und von Mainz 05: Julian Nagelsmann (l.) und Martin Schmidt

Die Trainer der TSG 1899 Hoffenheim und von Mainz 05: Julian Nagelsmann (l.) und Martin Schmidt

Mainz und Hoffenheim haben ein dickes Ausrufezeichen unter den zweiten Bundesliga-Spieltag gesetzt. In einer starken Partie führten die Hausherren gleich zweimal mit drei Toren Differenz. Am Ende sprang dennoch nur ein Remis heraus. Derweil bleibt der SV Werder Bremen punktlos in der noch jungen Saison. Trotz Führung verlieren die Grün-Weißen gegen den FC Augsburg. Borussia Dortmund hatte am Samstag im Abendspiel bei RB Leipzig gepatzt und aufgrund eines späten Gegentreffers verloren. Zuvor waren weite Teile des zweiten Bundesliga-Nachmittages der Saison zum Vergessen. Vier Tore in fünf Spielen war lange Zeit die magere Bilanz. Doch die Schlussphase hatte es dafür in sich: In Leverkusen drehte ein eingewechselter Finne die Partie im Alleingang und sorgte mit einem lupenreinen Hattrick für den 3:1-Endstand. In Darmstadt rutschte eine Flanke in den Winkel ab und entschied das Hessen-Derby und der SC Freiburg krönte sich für eine starke Partie gegen Gladbach mit einem 3:1-Sieg. Hetha BSC feierte derweil in Ingolstadt einen Start-Ziel-Sieg und Mario Gomez Debüt gegen Köln endete torlos.

FSV Mainz 05 - TSG 1899 Hoffenheim 4:4 (4:1)

Mit einer irren Aufholjagd hat 1899 Hoffenheim dem FSV Mainz 05 die Generalprobe für den Europa-League-Start noch verdorben. Die Mainzer gaben am Sonntag nach einer Rekord-Halbzeit noch einen 4:1-Vorsprung aus der Hand und mussten sich nach spektakulären 90 Minuten mit einem 4:4 begnügen. Doppel-Torschütze Pablo de Blasis (3. Minute/23.), Jhon Cordoba (27.) und Neuzugang Levin Öztunali (43.) hatten mit ihren Treffern für die Gastgeber für den scheinbar schon sicheren Sieg gesorgt, erstmals in ihrer Geschichte in der Fußball-Bundesliga erzielten die Rheinhessen vier Tore vor der Pause. Doch nach der Roten Karte für Abwehrspieler Gaetan Bussmann (57.) wegen einer Notbremse kippte die Partie. Sandro Wagner (39.) sowie die Joker Mark Uth (71./73.) und der Ex-Mainzer Adam Szalai (84.) retteten den Hoffenheimern vor 27 408 Zuschauern das Remis. Die Kraichgauer sind damit nun 13., einen Platz vor Mainz, das vor dem ersten Gruppenspiel der Europa League gegen AS Saint-Étienne am Donnerstag die Enttäuschung verarbeiten muss. 

Werder Bremen - FC Augsburg 1:2 (1:0)

Werder Bremen bleibt auch nach dem zweiten Spieltag am Tabellenende. Die Norddeutschen unterlagen am Sonntag dem FC Augsburg daheim mit 1:2 (1:0) und verpassten nach dem Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals und dem 0:6 beim FC Bayern das erhoffte Erfolgserlebnis. Damit wächst der Druck auf Trainer Viktor Skripnik weiter. Aron Johannsson hatte die Bremer zwar per Foulelfmeter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte in Führung gebracht. Doch Jeffrey Gouweleeuw (52. Minute) und Konstantinos Stafylidis (73.) drehten vor 39 430 Zuschauern die Partie. Für Augsburg waren es die ersten drei Punkte des neuen Spieljahres.

RB Leipzig - Borussia Dortmund 1:0 (0:0)

Mit dem Siegtor in vorletzter Minute hat Naby Keita Aufsteiger RB Leipzig die Bundesliga-Heimpremiere versüßt und Borussia Dortmund vor dem Champions-League-Start die Laune verdorben. In der 89. Minute entschied der Mittelfeldspieler am Samstag mit seinem Treffer vor 42 558 Zuschauern in der ausverkauften Red-Bull-Arena die Partie gegen den Vizemeister, der damit schon nach zwei Spieltagen drei Punkte hinter Tabellenführer FC Bayern liegt. Dank Keita hat erstmals seit acht Jahren ein Neuling sein erstes Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gewonnen. Zuvor hatte André Schürrle mit einem Lattenschuss den möglichen Sieg für Dortmund vergeben. 

Bayer Leverkusen - Hamburger SV 3:1 (0:0)

Die Werkself stand nach dem misslungenen Auftakt unter Druck, ein weiterer Rückschlag vor dem Start in die Champions League war nicht eingeplant. Einen Schub sollte Bayer die Vertragsverlängerung mit Torwart Bernd Leno geben, doch stattdessen bahnte der Keeper mit seinem Fehler HSV-Neuzugang Bobby Wood den Weg zum 1:0 (58.). Aber es wurde nichts mit dem Sieg im 900. Bundesliga-Auswärtsspiel der Hamburger. Leverkusens Joker Joel Pohjanpalo erwischte einen sensationellen Tag und drehte mit drei Treffern (79./90.+1/90.+4) noch die Partie.

VfL Wolfsburg - 1. FC Köln 0:0

Alle schauten auf Mario Gomez. Nach 1211 Tagen kehrte der Nationalstürmer zurück in die Bundesliga. Schnell hatte der Torjäger erste Chancen, wirkte aber dabei noch etwas unglücklich. Die Kölner, die zuvor in acht Spielen nicht mehr gegen die Niedersachsen gewonnen hatten, spielten munter mit und verdienten sich so den Punkt. 

FC Ingolstadt - Hertha BSC Berlin 0:2 (0:1)

Die schlechte Stimmung bei der Hertha nach dem verschenkten Europapokal-Einzug ist endgültig vergessen. Torgarant Vedad Ibisevic schloss schon in der achten Minute einen feinen Spielzug cool mit dem 1:0 ab, danach sicherten die Berliner ganz abgezockt das Ergebnis. Julian Schieber machte in der 86. Minute alles klar. Dank des Erfolgs hat das Team aus der Hauptstadt nun 500 Auswärtspunkte in der Bundesliga gesammelt. Mit zwei Siegen nach zwei Spielen ist das Team von Trainer Pal Dardai ganz oben dabei. Für das in der Vorsaison so heimstarke Ingolstadt und Neu-Coach Markus Kauczinski bahnt sich ein schweres Jahr an. 

SV Darmstadt - Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0)

Die Sorge um die Sicherheit überschattete das Hessen-Derby. In der Vorsaison wurden beide Begegnungen zwischen den Rivalen von Ausschreitungen überschattet. Diesmal passierte weder auf den Rängen noch auf dem Rasen lange etwas Bemerkenswertes. Auch Eintracht-Kultstürmer Alexander Meier blieb in seinem 250. Bundesliga-Spiel für die Gäste blass. Die spätsommerliche Hitze tat ihr Übriges - bis zur 90. Minute. Dann schoss Sandro Sirigu die Gastgeber mit seinem herrlichen Lupfer ins Glück. 

SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 3:1 (0:1)

Die Gladbacher hatten einen perfekten Start in die Saison erwischt - jetzt ist der Erfolgszug vorbei. Nach mäßigem Beginn brachte Thorgan Hazard die Gäste zwar in der 35. Minute mit einem Kunstschuss in Führung. Maximilian Philipp (54./85.) gab dem Spiel mit einem Doppelpack die Wende. Für den Schlusspunkt sorgte Nils Petersen per Strafstoß (88.).

fin / DPA

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