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Manchester in der Champions League: Geld garantiert gar nichts

Manchester City und Manchester United vergeigen den Champions-League-Auftakt. Mehr als 300 Millionen Euro gaben beide für neue Spieler aus. International hat das bisher kaum etwas gebracht. Außer größere Fallhöhe.

Von Felix Haas

Kevin de Bruyne und Manchester City starteten mit einer Niederlage in die Champions-League-Saison.

Kevin de Bruyne und Manchester City starteten mit einer Niederlage in die Champions-League-Saison.

Man könnte nun darauf hinweisen, dass als Gegner immerhin Vorjahresfinalist Juventus Turin auf dem Platz stand, dass es also nicht irgendwer war, der da im Etihad Stadion zu Besuch war und 2:1 gewann. Aber dann gibt es da ja diese Summe, die sofort dafür sorgt, dass vielen Fußball-Fans weltweit vollkommen egal ist, ob Manchester City nun gegen Juventus Turin, Barcelona oder Bayern spielt und verliert. Über 200 Millionen Euro investierte Man City vor der Saison schließlich in neue Spieler. Die Erwartungshaltung lässt sich daher so zusammenfassen: Dieses Team darf eigentlich überhaupt nicht mehr verlieren. Mit seinen Investitionen hat Manchester City die eigene Fallhöhe erhöht. Das heißt: Bei jeder Niederlage droht Spott.

"Tja, ManCity. Was nun? Thomas Müller für 300 Mio? CR 7 für 800 Mio? Messi für 1,2 Milliarden? Es bringt alles nix." "ManCity investiert 203 Mio. Euro - und verliert 1:2 gg Juve. Irgendwie beruhigend." Das sind nur zwei der vielen Twitter-Stimmen, die Citys Niederlage kommentieren.

Manchester City und der Fluch der Champions League

In der Tat belegt das Spiel gegen Juventus Turin einmal mehr, dass die vielen Millionen international bislang kaum etwas wert sind. In der englischen Premier League führt die Millionentruppe in den hellblauen Trikots zwar schon kurz nach Saisonbeginn mit vier Punkten Abstand, in der Champions League verliert das Team allerdings mal wieder; auch in den vergangenen Jahren hat es in der Königsklasse kaum etwas erreicht. Regelmäßig war in der Gruppenphase oder spätestens im Achtelfinale Schluss. Auch diesmal wartet eine starke Gruppe mit Juve, Sevilla und Gladbach -  ein Weiterkommen ist also alles andere als garantiert.

In Manchester macht sich dementsprechend der erste Frust breit. Coach Manuel Pelligrini haderte mit der Chancenverwertung: "Es war kein taktisches Problem. Juventus hat einfach sehr schöne Tore geschossen und wir haben es nicht geschafft, zu treffen", sagte er. Pelligrinis Analyse traf allerdings mehr ins Schwarze, als ihm lieb sein dürfte. Im entscheidenden Moment ist City international derzeit schlicht schlechter als der Gegner.

Aufgepumpter Kader, aber kein Plan

Da mag der Kader in der Breite noch so gut besetzt sein (Kevin de Bruyne saß nur auf der Bank), in der Champions League braucht es ein Team, das funktioniert, das auch in noch so kleinen Szenen hellwach ist und die eigenen Tore erzwingt. Das gibt es in Manchester derzeit nicht. Momentan wirkt das Team immer noch wie eine Mannschaft, die ohne Plan übermäßig aufgepumpt wurde. Der Spieler, der zur Not ein enges Spiel entscheidet, fehlt.

In einer ähnlichen Situation steckt Citys Stadtrivale United mit Bastian Schweinsteiger. Louis van Gaal qualifizierte sich mit seinem Team nach einem Jahr Abstinenz wieder für die Champions League, investierte ebenfalls über 100 Millionen Euro in den Kader - zum Auftakt setzte es dennoch eine 1:2-Niederlage beim Underdog PSV Eindhoven.

Natürlich ist es noch zu früh, abschließend über die Entwicklung der Millionentruppen aus Manchester zu urteilen. Natürlich kann Kevin De Bruyne bei ManCity zu einem ganz Großen wachsen. Doch der erste Champions-League-Tag bestätigte erst einmal den Trend der vergangenen Jahre und verstärkte daher die Erkenntnis: Geld allein garantiert keinen Erfolg.

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