Meistertitel Bundesliga verneigt sich vor den Bayern


Drei Spieltage vor Saison-Ende lässt sich Bayern München bereits zum 19. Mal als deutscher Meister feiern. Weniger Freude herrscht dagegen im Tabellen-Keller: Feiburg, Bochum und Rostock kämpfen gegen den Abstieg.

Die Konkurrenz verneigt sich in Ehrfurcht vor dem FC Bayern München und gratuliert dem deutschen Rekordmeister fair zum 19. Titelgewinn. Mit dem souverän herausgespielten 4:0-Sieg beim 1. FC Kaiserslautern gelang dem Branchenführer bereits drei Spieltage vor dem Ende der 41. Fußball-Bundesliga-Saison der erfolgreiche Griff zur Meisterschale. "Die Bayern sind zu Recht deutscher Meister, weil sie die beste Mannschaft haben. Sie sind das Maß aller Dinge", gratulierte der Manager des FC Schalke 04, Rudi Assauer, dem Rivalen. Und auch der entthronte Vorjahressieger Werder Bremen zollte dem Nachfolger großen Respekt. "Die Bayern sind ein würdiger Meister", sagte Sportdirektor Klaus Allofs in der "Bild am Sonntag".

Zumindest Schalke konnte mithalten

Lange hatten zumindest die Schalker in der Meisterschaft mithalten können. Zwei Mal schlugen sie die Münchner in den direkten Duellen, doch letztlich ging dem Revierclub die Puste aus. Symptomatisch war die Partie am Samstag gegen Bayer Leverkusen. Eine 3:1-Führung genügte trotz großer Überlegenheit nicht zum Sieg, der Punktverlust beim 3:3 ermöglichte dem FC Bayern angesichts des auf 11 Punkte gewachsenen Vorsprungs die vorzeitige Meister-Party. Die offizielle Party steigt allerdings erst nach dem letzten Heimspiel im Olympiastadion am 14. Mai gegen den 1. FC Nürnberg. Dann soll auch die Meisterschale überreicht werden. "Es ist noch nicht ganz sicher. Aber ich gehe davon aus, dass es so sein wird", sagte DFL-Sprecher Tom Bender.

In den Sonntagspartien verspielte der Hamburger SV durch das 0:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg seine gute Ausgangsposition und fiel auf Rang sieben zurück. Der Treffer von Martin Petrow (41.) erhöhte die Chancen der Wolfsburger auf die UI-Cup-Teilnahme. Im zweiten Spiel besiegte Hannover 96 den 1. FC Nürnberg durch einen Treffer von Jiri Kaufmann (87.) und verbesserte sich mit 1:0 (0:0) auf den zehnten Rang. Der "Club" verpasste, den Vorsprung auf Rang 16 zu vergrößern und hat den Klassenverbleib noch nicht endgültig gesichert.

Für Bayern-Trainer Felix Magath, der gleich in seinem ersten Jahr als Bayern-Trainer die Weißbierduschen genießen durfte, war nach dem 4:0 (drei Tore von Roy Makaay) auf dem Betzenberg stolz auf das Geleistete, gab die Komplimente aber an alle Beteiligten im Club weiter. "Ich freue mich riesig. Aber ohne den ganzen Verein wäre der Erfolg nicht möglich gewesen", sagte Magath, für den sein erster großer Coup als Coach aber auch eine persönliche Note hat: "Ich weiß, dass man erst durch Titel richtig anerkannt wird."

Abstiegkandidaten geben nicht auf

Während ganz oben die Würfel gefallen sind, kündigen sich im Tabellen-Keller die nächsten Entscheidungen an. Dem SC Freiburg, der Borussia Dortmund ein 2:2 abtrotzte und die Hoffnung des BVB auf einen UEFA-Cup-Platz zerstörte, werden wohl Hansa Rostock und der VfL Bochum in die 2. Liga folgen.

Zwar gelang Rostock beim 2:1 über Hertha BSC ein beachtenswerter Erfolg. Doch die Elf von der Ostsee weist ebenso fünf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz auf wie der VfL Bochum, der im Heimspiel gegen den nun so gut wie geretteten FSV Mainz 05 sein Waterloo erlebte. 2:6 ging die Elf von Peter Neururer im Ruhrstadion unter und muss wohl zum fünften Mal seit 1993 ins Bundesliga- Unterhaus. Die Tainer verbreiten die üblichen Durchhalteparolen. "Es gibt nur noch einen Befehl: Alles oder Nichts", sagte Hansa-Coach Jörg Berger, und sein Neururer versprach: "Wir geben nicht auf, solange noch eine Chance besteht, den Klassenverbleib zu schaffen."

Der erhoffte Befreiungsschlag gelang Borussia Mönchengladbach unter Horst Köppel. Mit dem als Interimstrainer angetretenen Ex-Nationalspieler beendete die Borussia ihre Misserfolgsserie und setzte mit dem 2:0-Erfolg über den erneut enttäuschenden Champions-League-Anwärter VfB Stuttgart ein deutliches Zeichen im Kampf gegen den Abstieg. "Die Begeisterung da draußen ist das Schönste, was man erleben darf", schwärmte Köppel.

Im Kampf um den zweiten Tabellenplatz, der die direkte Teilnahme an der Champions League garantiert, haben nach den Fehltritten von Schalke (57 Punkte), Stuttgart (55) und Berlin (53) nun die Bremer (53) wieder gute Chancen. Das 3:0 gegen Arminia Bielefeld gibt Selbstvertrauen für den Schlussspurt. Das Ziel lautet offiziell aber Rang drei. "Um den zu erreichen, müssen wir alle drei Spiele gewinnen", sagte Allofs.

Ulli Brünger/DPA DPA

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