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Münchner Stadtduell: "Das brisanteste Derby der letzten Jahre"

Für die Bayern geht es um die allerletzte Meisterschaftschance, für die "Löwen" um den lebenswichtigen Klassenerhalt: Selten stand in einem Münchner Lokalderby so viel auf dem Spiel.

Emotionen, Platzverweise und ein volles Stadion sind beim Münchner Derby Alltag, doch selten zuvor stand für den FC Bayern und den TSV 1860 so viel auf dem Spiel wie bei der 199. Auflage.

Für die "Roten" geht es am Sonntag (17.30 Uhr) im Olympiastadion um Meisterschaft und Champions League, die "Blauen" hoffen im ersten Spiel nach dem Trainerwechsel sehnsüchtig auf einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Neben Punkten und Prestige geht es für beide Clubs zudem um Millionen-Einnahmen in der kommenden Saison. Für Bayern-Mittelfeldakteur Jens Jeremies ist das Stadt-Duell das "brisanteste Derby der letzten Jahre».

"Selten war es so extrem"

"Selten war es so extrem", sagte auch Bayern-Kapitän Oliver Kahn am Freitag zu den tief greifenden Konsequenzen des Lokalkampfes - vor allem für den Verlierer. Denn im Fernduell um den Titel könnten sich die Bayern plötzlich noch hinter dem VfB Stuttgart auf Platz drei wiederfinden. Allerdings glaubt Kahn daran, dass der Rekordmeister die Bremer trotz des Acht-Punkte-Rückstands noch abfangen kann. "Ich bin voll überzeugt, jetzt geht es los, wo man Nerven zeigen kann. Auf der Zielgerade kann es passieren, dass man die Nerven verliert."

Kommt Werder Bremen im Titelrennen noch ins Straucheln?

Werder Bremen bei UEFA-Cup-Anwärter VfL Bochum auf dem Prüfstand. Von Nervosität ist an der Weser nach 20 Spielen ohne Niederlage keine Rede, trotz zuletzt wenig überzeugender Leistungen: "Wir haben keine Flatter", meinte Trainer Thomas Schaaf.

Bei den "Löwen" geht das Abstiegsgespenst um

Ganz andere Probleme hat der Münchner Lokalrivale: Die "Löwen" könnten im Falle einer Schlappe erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsrang stürzen. Fernseh- und Werbe-Gelder in Millionenhöhe würden bei einem Sturz in die 2. Liga verloren gehen. Nationalspieler Benjamin Lauth wäre dann wohl nicht zu halten, und der gemeinsame Stadionbau mit den Bayern würde zu einem noch größeren Klotz am Bein. Diese Schreckens-Visionen verhindern soll der neue Trainer Gerald Vanenburg, der die 1860-Profis seit dieser Woche auf das "erste von fünf Endspielen" vorbereitet.

Der Niederländer zeigte sich allerdings nach den ersten Übungseinheiten "ein bisschen entsetzt" über die Verfassung seiner Manschaft. . Ein neues System mit einer Spitze und zwei Halbstürmern hat er offenbar wieder verworfen. Bei den Spielern vermisst Vanenburg die nötige Lockerheit: «Es sind einige dabei, die Angst haben, Fehler zu machen."

Überheblichkeit als "Löwe"-Chance

Die größte Chance der «Löwen» könnte die mögliche Überheblichkeit des Gegners sein, der als haushoher Favorit ins Spiel geht. Kahn weiß um die Gefahr: "Die Löwen werden um ihr Leben rennen. Die können in einem Spiel die ganze Richtung ändern." Ottmar Hitzfeld warnte vor seinem 200. Bundesliga-Spiel als Bayern-Coach (Bilanz: 126 Siege, 40 Unentschieden, 33 Niederlagen) zudem vor dem Effekt des Trainer- Wechsels: "Zumindest kurzfristig können sie etwas bewirken."

Die Bayern müssen nach Samuel Kuffours Windpocken-Erkrankung auf insgesamt sieben Spieler verzichten. Im Mittelfeld fehlt Michael Ballack (gesperrt). Dafür soll Sebastian Deisler erstmals nach über fünf Monaten als "Joker" auf der Bank sitzen. Entscheidend könnte aber sein, wer die Nerven behält - in den 19. Derbys seit dem Wiederaufstieg der "Löwen" 1994 gab es immerhin 12 Platzverweise.

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