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Nach Triple mit Inter Mailand: Mourinho bestätigt Wechsel zu Real Madrid

Von Mailand nach Madrid: Im Hause Mourinho steht ein Umzug an. José Mourinho, bisher Trainer des italienischen Fußballmeisters und Champions-League-Siegers Inter Mailand, hat nun bestätigt, dass er künftig Real Madrid trainieren wird.

Der spektakulärste Trainerwechsel des Jahres ist nur noch eine Formsache. José Mourinho wird Inter Mailand nach dem Gewinn der Champions League verlassen und diesen Pokal in der neuen Saison mit Real Madrid zu holen versuchen. "Mein Manager Jorge Mendes hat mit den Verantwortlichen (von Real) verhandelt, und die Dinge sind praktisch in die Wege geleitet worden", sagte der Erfolgscoach am Montag dem portugiesischen Fernsehsender TVI.

Die "Königlichen" sollen Mourinho ein Gehalt von zehn Millionen Euro pro Jahr und genau die Herausforderung bieten, die Inter für ihn nicht mehr darstellt. "Mit dem Gewinn der Champions League ist meine Arbeit als Trainer von Inter beendet. Der europäische Supercup und die Club-Weltmeisterschaft sind für mich keine Motivation", sagte der Portugiese. Reals Rivalität mit dem FC Barcelona und die seit 2002 andauernde Jagd nach dem Champions-League-Pokal dafür umso mehr. "Wenn ich Trainer von Madrid werden sollte, dann aus dem Grund, dass das ein Riesenclub ist. Sie wollen das Gleiche wie ich: Gewinnen", hatte er am Sonntag gesagt. Nach der englischen und italienischen auch die spanische Meisterschaft zu holen, ist sein großer Traum.

Mourinho heizte Spekulationen um Wechsel an

Die Tage rund um das Endspiel gegen Bayern München sagten viel über Mourinho aus: Er ist extrem erfolgreich, in jedem seiner Vereine beliebt, aber auch ein Meister der Selbstinszenierung. Bis zum Anpfiff herrschte bei Inter eine große Unruhe, weil der 47-Jährige ständig selbst die Spekulationen über seinen Wechsel zu Real befeuerte. Seiner Verehrung in Mailand hat das aber nicht geschadet.

Die Fans feierten ihn nach dem ersten Champions-League-Sieg seit 45 Jahren mit Plakaten und Gesängen. Sie verziehen ihm sogar, dass er nach dem Finale erst einmal in Madrid blieb und offenbar auch die Inter-Stars Maicon und Milito dorthin mitnehmen möchte. "Das Timing war nicht perfekt", sagte Präsident Massimo Moratti. "Aber wir verdanken ihm diesen Triumph. Wie Mourinho trainiert, motiviert und mit den Spielern kommuniziert, ist einzigartig."

Seine Spieler vergöttern ihn

Auch bei Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal klingt noch immer ein wenig Stolz auf seinen "Schüler" durch. "Er ist eine besondere Persönlichkeit. Ich bin froh, dass er es gemacht hat", sagte der Unterlegene über seinen ehemaligen Assistenten beim FC Barcelona. Beide hatten am Samstag die Chance, die "Königsklasse" erst als dritter Trainer nach Ernst Happel und Ottmar Hitzfeld mit einem zweiten Verein zu gewinnen. Am Ende ging Mourinho noch vor dem Schlusspfiff zu van Gaal und holte sich seine Glückwünsche ab. Wo er ist, ist der Erfolg. Das war auch schon in Porto und Chelsea so.

So sehr "The Special One" in der Öffentlichkeit auch polarisiert mit seinem selbstbewussten Auftreten: Seine Spieler vergöttern ihn geradezu. Mourinhos Mannschaften sind immer perfekt organisiert und strotzen vor Kraft, denn er bereitet sie bis ins kleinste Detail auf die jeweiligen Gegner vor. Er schafft ein Klima, indem jeder für jeden durchs Feuer geht. Und er zieht mit seinem Verhalten auch viel Druck auf sich selbst. "Es ist nicht das Geld, das Siege bringt, sondern die Haltung, die Mentalität, und der Zusammenhalt. Das habe ich zu Inter gebracht", sagte er nach dem Triple-Gewinn. Nun will er das auch bei Real Madrid schaffen.

ukl/SID / SID

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