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Nach WM-Aus: Deisler wieder in Psychiatrie

Sebastian Deislers Leidenszeit nimmt kein Ende. Wegen seiner Knieverletzung und des daraus resultierenden WM-Aus' hat sich der Bayern-Profi erneut in psychiatrische Behandlung begeben.

Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München hat sich nach seinem WM-Aus erneut für mehrere Tage in psychiatrische Behandlung begeben. "Das hatte rein prophylaktische Gründe", erklärte der 26-Jährige in der "Bild"-Zeitung. Die WM-Absage wegen seiner Knieverletzung Mitte März sei für ihn ein "ziemlicher Schlag" gewesen. Der Aufenthalt im Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie, in dem Deisler bereits 2003 behandelt worden war, habe ihm aber Mut gemacht.

Nach seiner Rückkehr von der Operation in den USA habe er sich zwei Wochen vor Ostern erneut zum Münchner Experten Professor Florian Holsboer begeben, berichtete Deisler. "Ich war vier Tage stationär da. Wir haben sehr viele Gespräche geführt. Er hat mir moralisch geholfen, mir Mut gemacht." Bereits bei seiner Depression 2003 sowie noch einmal knapp ein Jahr später war der Mittelfeldspieler von Professor Holsboer behandelt worden.

"Er ist noch jung"

Im Bayern-Training hatte sich Deisler eine Knorpelabsprengung im rechten Knie zugezogen, die eine voraussichtlich sechs Monate lange Pause zur Folge hat. Es war schon die fünfte schwere Knieverletzung des Mittelfeldakteurs, der auch die Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Japan und Südkorea verpasst hatte. Nach der jüngsten Operation hat Deisler sein Comeback aber wieder ins Visier genommen. "Ich bin davon überzeugt, dass ich wieder draußen auf dem Platz stehen werde." Auch sein Vereinstrainer Felix Magath machte ihm Mut: "Er ist noch jung, kann noch sechs, sieben, acht Jahre Fußball spielen."

"Sebastian ist uns wichtig"

"Jetzt gibt es nur noch eines für mich: gesund zu werden", erklärte Deisler weiter. Einen Termin für sein Comeback hat der 26- Jährige aber nicht. "Dafür hatte ich zu viele Verletzungen. Der FC Bayern lässt mir auch alle Zeit der Welt, wieder ganz fit zu werden." Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der am Dienstag eine Stellungnahme zum neuerlichen Klinikaufenthalt unter Verweis auf die Privatsphäre des Spielers ablehnte, hatte nach dem WM-Aus Deisler die Unterstützung des Vereins zugesichert. "Sebastian ist uns wichtig und wir werden die schwere Zeit mit ihm gemeinsam überstehen."

Die verpasste Fußball-Weltmeisterschaft will Deisler übrigens nicht in Deutschland erleben: "Das wäre denn doch schwer auszuhalten. Wir fahren in Urlaub - und am Fernseher sieht man ja auch, was abläuft."

DPA / DPA

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