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Nachfolge: Ciao Lippi!

Marcello Lippi soll Italiens "Azzurri" aus dem Tal der Tränen führen. Der ehemalige Coach von Juventus Turin trat als neuer Nationaltrainer wie erwartet die Nachfolge des glücklosen "Trap" an.

Damit zog der italienische Fußballverband in einer Krisensitzung in Rom die Konsequenzen aus dem blamablen Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft in Portugal. Im Gegensatz zu seinem deutschen Kollegen Rudi Völler konnte Trapattoni von der Bühne verschwinden, ohne eigens den Rücktritt einzureichen: Sein Vertrag endet ohnehin am 15. Juli.

Der 56 Jahre alte Lippi ist einer der erfolgreichsten Trainer Italiens: Er wurde mit "Juve" fünf Mal italienischer Meister und gewann 1996 die Champions League. Zudem stand er in den vergangenen Jahren drei Mal im Champions-League-Finale und wurde 1996 und 1998 zum Welt-Clubtrainer des Jahres gewählt. Allerdings verlief die vergangene Saison eher enttäuschend für "Juve".

"Ich glaube, ich muss die Haupt-Verantwortung für diese beiden Misserfolge bei der WM 2002 und in Portugal tragen", sagte Verbandspräsident Franco Carraro am Freitag. Daher habe er seinen Rücktritt angeboten, was der Verband aber zurück gewiesen habe.

Nationaltrainer sein ist hart

"Lippi bringt die Revolution", bejubelte der Mailänder "Corriere della Sera" die bereits seit Tagen feststehende Personalentscheidung. Nur das Gehalt für den weißhaarigen Toskaner mit dem Zigarillo als Markenzeichen soll ein Problem gewesen sein. Eine Million Euro soll Lippi pro Jahr kassieren, berichteten italienische Medien - deutlich mehr als der glücklose "Trap". Dieser warnte seinen Nachfolger vor allzu hochfliegenden Plänen: "Lieber Lippi, Nationaltrainer sein ist hart und viel schwieriger als Vereinstrainer zu sein."

Lippis Aufgabe ist nicht eben einfach: Nach 24 erfolglosen Jahren soll Italien bei der 2006 in Deutschland endlich wieder einen Titel holen. Die letzte von drei Weltmeisterschaften gewann die "Squadra Azzurra" 1982 in Spanien im Finale gegen Deutschland.

Bereits vor der offiziellen Nominierung hegten italienische Fußball-Journalisten allerdings Zweifel an Lippi. "Wegen seiner manchmal abenteuerlichen Aufstellungen" bei "Juve", wie der "Corriere della Sera" schrieb. Und manche meinen, die allseits geforderte Revolution wird so revolutionär gar nicht ausfallen: Auch Lippi wolle die "Nazionale" um Spielmacher Francesco Totti herum aufbauen.

Peer Meinert, DPA / DPA

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