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Nationalmannschaft: DFB trennt sich von Pressesprecher Harald Stenger

"Daily Harry" muss gehen. Nationalmannschafts-Sprecher Harald Stenger wird nach dem Argentinien-Spiel nicht mehr die Pressekonferenzen der DFB-Elf leiten. Stenger selbst zeigte sich enttäuscht.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trennt sich von seinem Nationalmannschaftssprecher Harald Stenger. Da der auslaufende Vertrag mit dem 61-Jährigen nicht verlängert wird, wird der frühere Redakteur der "Frankfurter Rundschau" in der kommenden Woche rund um das Länderspiel gegen Argentinien zum letzten Mal die Pressekonferenzen der Nationalelf leiten. Das bestätigte der DFB am Dienstag in einer Presseerklärung. Nachfolger wird der 41 Jahre alte Jens Grittner, der zuvor unter anderem Pressechef der Organisations-Komitees für die WM 2006 und die Frauen-WM 2011 war.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff würdigte Stenger und den ebenfalls scheidenden Servicemann Manfred Drexler als "zwei tolle Persönlichkeiten, die sich um die Nationalmannschaft verdient gemacht haben. Beide stehen nicht nur für professionelles Arbeiten, sondern haben es auch verstanden, sich als wichtige Bezugspersonen für die Trainer und Spieler zu etablieren".

Machtspiel beim DFB?

Was der Verband vordergründig wie eine normale Personalie darzustellen versucht, ist wohl eher die Folge eines Machtspiels beim DFB. Stenger selbst zeigte sich enttäuscht und überrascht von der Entscheidung. "Ich kann nur bestätigen, dass ich gerne weitergemacht hätte. Das wusste auch der DFB", sagte er dem Radiosender "hr3".

"Ich habe nicht mitbekommen, dass man mit meiner Arbeit unzufrieden ist - zumindest hat mir Oliver Bierhoff, als er mir die Entscheidung mitgeteilt hat, gesagt, dass die sportliche Leitung der Nationalmannschaft, die ja vom Bundestrainer Joachim Löw angeführt wird, mit meiner Arbeit immer sehr zufrieden war und ich mich stets loyal und korrekt verhalten habe."

Stenger: "Bin riskanten Weg gegangen"

"In all den Jahren habe ich einen klaren Kurs gefahren und bin dadurch, dass ich oft unbequeme Positionen bezogen habe, sicher einen riskanten Weg gegangen", betonte Stenger. Laut Bierhoff sei "die Zeit aber reif für einen Wechsel" gewesen.

Bei den Spielern war Stenger äußerst beliebt. Besonders zu Stürmer Lukas Podolski pflegte er ein herzliches Verhältnis. Auf die Frage, warum "Poldi" sich im Kreis der Nationalmannschaft so wohl fühle, antwortete der FC-Star einmal: "Mit Harald gehe ich ab und zu in die Sauna. Vielleicht liegt es daran."

csa/kbe/DPA / DPA

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