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Nationalmannschaft: Die "Dinos" sind zurück

Beim Länderspiel-Klassiker der deutschen Nationalmannschaft gegen Holland sollen Dieter Hamann und Christian Wörns die Abwehr verstärken. Trotz ihrer Rückkehr in den Kader bekommen sie keine Vorschuss-Lorbeeren von Trainer Klinsmann.

Die "Dinos" kehren zurück und sollen aus Jürgen Klinsmanns "Kinderriegel" eine stabile Abwehr machen: Christian Wörns (33 Jahre) und Dietmar Hamann (31) stehen beim Länderspiel-Klassiker gegen die Niederlande vor dem Comeback in der deutschen Nationalmannschaft. Für Hamann ist das Duell im Rotterdamer Stadion "De Kuip" die erste Bewährungsprobe in der gut einjährigen Klinsmann-Ära, für Wörns dauerte die Länderspiel-Abstinenz immerhin gut sechs Monate.

"Beide bringen viel Erfahrung in diese Mannschaft", sagte Klinsmann über das Duo, das verletzungsbedingt beim Confederations Cup im Sommer fehlte und dabei vermisst wurde. Die Flut an Gegentreffern machte ausgerechnet den so oft gescholtenen Wörns zum Turnier-Gewinner, was dieser "wirklich komisch" findet. Denn bei der Mehrzahl der deutschen Fans genießt der Dortmunder nicht den besten Ruf, was Wörns inzwischen eher amüsiert als ärgert. "Ich bin jetzt 14 Jahre dabei und habe mich immer wieder durchgebissen, bis heute. Also muss ja irgendetwas gut sein an mir", meinte der Verteidiger, der sich um seine interne Stellung keinerlei Sorgen macht: "In der Hierarchie der Nationalmannschaft bin ich sehr weit oben."

Er soll sich in Gemeinschaftsarbeit mit Hannovers Abwehr-Talent Per Mertesacker (19) um Hollands Mittelstürmer kümmern - vielleicht Bayern Münchens Torjäger Roy Makaay, wahrscheinlicher aber Manchester Uniteds Superstar Ruud van Nistelrooy. "Solch einen Spieler darf man nicht in Manndeckung nehmen", weiß Wörns aus leidvoller Erfahrung. Denn beim EM-Auftakt im vergangenen Jahr in Portugal erzielte der "Oranje"-Stürmer kurz vor Schluss den 1:1- Ausgleich, obwohl Wörns an ihm förmlich klebte.

Rückkehr nach EM-Desaster

Für Hamann war das EM-Desaster unter Teamchef Rudi Völler zugleich auch der vorübergehende Abschied aus der Nationalmannschaft. Erst berücksichtigte Klinsmann den defensiven Mittelfeld-Strategen monatelang nicht, dann musste Hamann verletzungsbedingt zwei Einladungen ausschlagen - unter anderem die zum Confederations Cup, weil er sich zuvor beim Champions-League-Sieg des FC Liverpool einen Ermüdungsbruch im Fuß zugezogen hatte. Dass er gegen den AC Mailand dennoch zum Elfmeterschießen antrat und obendrein traf, machte ihn bei den "Reds" zum Helden und bescherte ihm die Vertragsverlängerung.

"Er soll mal schauen, was sich in dieser Mannschaft in diesem einen Jahr getan hat und sich entsprechend eingliedern", empfahl Klinsmann dem Rückkehrer am Montag und machte zugleich deutlich, dass beide Oldies sich in der WM-Saison stets aufs Neue beweisen müssen. "Sie waren unantastbar, als wir die Mannschaft übernommen haben", so Klinsmann, "jetzt spüren sie, dass es viele jungen Kerle gibt, die reindrängen oder schon drin sind."

Oliver Hartmann und Jens Mende/DPA / DPA

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