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Nationalmannschaft: Enkes Krankheit gibt Rätsel auf

Bahnt sich da eine sportliche Tragödie an? Auf dem Weg zum Stammtorhüter bei der WM 2010 in Südafrika droht eine rätselhafte Krankheit Robert Enke auszubremsen. Der 32-Jährige leidet an einem noch unbekannten Infekt und wird vorerst von René Adler vertreten.

Fußball-Nationaltorwart Robert Enke erhofft sich durch eine genaue Untersuchung bei einem Internisten in seiner Wahlheimat Hannover Klarheit über seine rätselhafte Infektionskrankheit. Zusätzlich wurde das Blut von Enke am Dienstag im Hamburger Tropen-Institut untersucht. "Ich bin maßlos enttäuscht, aber ich habe nicht das Gefühl, voll einsatzfähig zu sein. Mit diesem Risiko kann ich nicht in ein WM-Quali-Spiel gehen. Ich hoffe, dass bald klar wird, was ich habe", sagte der 32-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Schweinegrippe ausgeschlossen

Am Montag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitgeteilt, dass der Schlussmann von Hannover 96 wegen eines "allgemeinen Infekts" nicht wie vorgesehen das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan in der niedersächsischen Landeshauptstadt am Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) bestreiten kann. Der achtmalige Nationalspieler, der sich in den vergangenen Tagen nicht fit gefühlt hatte, war bereits am Montagmorgen in Absprache mit dem Trainerteam und Mannschaftsarzt Prof. Dr. Tim Meyer zu gezielten weiterführenden Untersuchungen von Köln nach Hannover gefahren.

"Ein Hinweis auf Schweinegrippe ist ausgeschlossen", erklärte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und erstickte damit Gerüchte in diese Richtung im Keim. Bundestrainer Joachim Löw hatte Enke am Montagabend mitgeteilt, dass er nicht ins Trainingslager im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen anreisen muss. Für Enke steht der gegen Südafrika starke René Adler im Tor. Adler wird damit gegen Aserbaidschan sein sechstes Länderspiel absolvieren und hat nun offenbar auch gute Karten, beim Gruppenshowdown am 10. Oktober gegen Russland in Moskau in der Startelf zu stehen.

Ob Enke bei gutem Heilungsverlauf wie geplant im Qualifikations- Endspiel am 10. Oktober in Russland im Tor stehen wird, ließ Joachim Löw offen. Adlers Chancen sind durch das Pech von Enke gestiegen. "Wir werden sehen, wie das Spiel läuft, und werden abwarten, wie es um die Gesundheit von Robert Enke steht", meinte Löw.

Sich nicht schon jetzt auf einen Torwart für die WM 2010 festzulegen, sei in jedem Fall richtig. "Wer kann heute schon sagen, wer in neun Monaten in Südafrika zur Verfügung steht?", frage Löw. Diese Argumentation hatte Adler schon vor seinem Einsatz gegen Südafrika angebracht: "Es ist noch sehr viel Zeit bis zur WM. Durch Verletzungen und Formkrisen kann noch viel passieren."

SID/DPA / DPA

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