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Nationalmannschaft: Klinsmann krempelt das Team um

DFB-Coach Jürgen Klinsmann hat aus der jüngsten Blamage Konsequenzen gezogen. Gegen Südafrika steht eine andere Mannschaft auf dem Platz.

Von Klaus Bellstedt

Nach der 0:2-Niederlage vom vergangenen Wochenende gegen die osteuropäischen Fußballzwerge aus der Slowakei steht für die deutsche Nationalmannschaft im Testspiel gegen Südafrika Wiedergutmachung auf dem Programm. Am Mittwoch (ab 20.15 Uhr live in der ARD) soll im Bremer Weser-Stadion wieder der Weg eingeschlagen werden, auf dem sich das DFB-Team nach den überzeugenden Leistungen während des Confederations Cup eigentlich schon selbst längst gewähnt hatte.

Die beiden enttäuschenden Vorstellungen in den letzten beiden Begegnungen gegen die Niederlande und die Slowakei, für die Trainer Jürgen Klinsmann wegen seiner Personalpolitik erstmals herbe Kritik einstecken musste, sollen ein einmaliger Ausrutscher sein. "Das Team will sich rehabilitieren", kündigte denn auch Klinsmanns Assistent Joachim Löw auf der Pressekonferenz an.

Trainergespann als Psychologen gefordert

Die Hoffnung, dass dieses Vorhaben gelingen könnte, zieht der Coach in erster Linie aus den gezeigten Trainingseindrücken an den Tagen nach dem Debakel von Bratislava: "In den bisherigen Einheiten ging es merklich ehrgeiziger zur Sache." Die Moral der Truppe sei nach wie vor intakt, ergänzte Löw, der dafür gleich noch ein Beispiel anführte: "Heute Vormittag haben wir kurzfristig ein freiwilliges Fitnesstraining angesetzt, und 14 Spieler haben daran teilgenommen. Das spricht Bände."

Bei der Aufarbeitung der Partie gegen die Slowaken war das deutsche Trainer-Gespann aber nicht nur in seiner ureigenen Funktion, sondern auch psychologisch gefordert. "Wir haben den Spielern in Einzelgesprächen ihre Fehler vor Augen geführt", verriet Jogi Löw. Moral und Psyche der DFB-Kicker scheinen vor dem Testspiel gegen Südafrika also wieder intakt. Was ebenfalls Anlass zu vorsichtigem Optimismus gibt, ist, dass die Klinsmann-Truppe am Mittwochabend im Bremer Weser-Stadion ein anderes Gesicht haben wird als am letzten Samstag.

Sinkiewicz, Jansen und Podolski in der Startelf

Die beiden hoffnungsvollen Nachwuchstalente Lukas Sinkiewicz und Marcell Jansen, die gegen die Slowakei ab der zweiten Hälfte ihr Debüt im Nationaltrikot feierten, rücken gegen die Südafrikaner in die Startformation. "Sie haben in den 45 Minuten, in denen sie zum Einsatz kamen, überzeugt und in der Defensive viel Sicherheit und Ruhe ausgestrahlt", begründete Assistenz-Coach Löw diese einschneidende Personalentscheidung. Neben Sinkiewicz und Jansen wird auch Kölns Stürmerstar Lukas Podolski gegen Südafrika von Beginn an auflaufen. "Die restlichen freien Positionen in der Anfangsformation besprechen wir mit den Spielern nach dem Abschlusstraining am Dienstagabend", so Löw.

Nachdem sich Tags zuvor bereits Team-Manager Oliver Bierhoff mit einem flammenden Appell als Schutzschild vor die hart kritisierten deutschen Nationalspieler gestellt hatte, forderte auch Joachim Löw mehr Anerkennung für die bislang geleistete Arbeit auf dem Weg zur WM 2006. Zugleich kündigte der frühere Coach des VfB Stuttgart an, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen: "Wir werden uns wegen ein oder zwei schwächerer Spiele nicht aus dem Konzept bringen lassen, sondern weiter unseren Stil fortsetzen."

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