NATIONALMANNSCHAFT Völler-Elf siegt in Budapest


Trotz dünner Personaldecke hat die deutsche Nationalmannschaft gegen Ungarn einen 5:2 Sieg herausgespielt. Bei der Generalprobe für das WM-Qualifikationsspiel gegen England am 1. September überzeugten vor allem die Nachwuchsspieler.

Trotz Personalnot hat sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit einem 5:2 (2:0) Sieg über Ungarn auf den Qualifikations-Klassiker gegen England eingestimmt. Der Sieg lieferte Teamchef Rudi Völler die Erkenntnis, dass er für das wohl entscheidende WM-Ausscheidungsspiel am 1. Septeber in München reichlich Alternativen hat.

Ungarn überzeugte nicht

Vor 26 000 Zuschauern im Budapester Nepstadion trafen Jörg Böhme (31./Foulelfmeter), Sebastian Kehl (44.), Carsten Jancker (46.), Frank Baumann (58.) und Oliver Bierhoff (90.) für das klar bessere DFB-Team gegen den allerdings nur zweitklassigen Gegner. Zur Feier des 100-jährigen Bestehens des ungarischen Verbandes (MLS) gestattete die DFB-Elf Attila Tököli (63.) und Ferenc Horvath (90.) zwei Gegentore.

Deisler mit starkem Auftritt

Beim Formtest vor dem wichtigen England-Spiel im Olympiastadion vermochte das DFB-Team gegen Ungarn nach holprigem Beginn zu überzeugen. Der verletzungsbedingte Ausfall der Führungskräfte Jens Nowotny, Mehmet Scholl, Michael Ballack und Jörg Heinrich sowie der Verzicht auf den am Spieltag zum zweiten Mal Vater gewordenen Christian Wörns zwangen Völler zu improvisieren. Trotzdem gab es viele positive Ansätze. So überzeugten Dietmar Hamann als Spielordner und Sebastian Deisler als Antreiber im DFB-Dress.

Zu Beginn wackelte die deutsche Abwehr

Nach einem symbolischen Anstoß, den das von der Parkinsonschen Krankheit gezeichnete ungarische Fußball-Idol Ferenc Puskas im Beisein einiger weiterer noch lebender WM-Endspielteilnehmer von 1954 durchführte, fand der Ex-Europameister allerdings schwer ins Spiel. So kamen die recht hausbacken wirkenden Gastgeber, bei denen mit Gabor Kiraly (Hertha BSC), Vilmos Sebök, Janos Matyus (beide Energie Cottbus) und Krisztian Lisztes (Werder Bremen) vier Bundesliga-Legionäre in der Anfangs-Formation standen, dank einiger Abstimmungs-Probleme in der vom Bremer Baumann organisierten Hintermannschaft zu Chancen. Doch einmal rettete Marko Rehmer (7.), anschließend verpasste Tököli (11.) eine Flanke nur knapp.

Böhme zum 1:0

Jörg Böhmes Freistoß (13.) auf die Latte des Tores, in dem Kiraly nun immer mehr in den Mittelpunkt rückte, leitete den Umschwung ein. Gegen Dietmar Hamanns Schuss (19.) und fünf Minuten später, als er im Liegen mit der Hacke erst gegen Neuville und dann gegen Rehmer klärte, konnte Kiraly noch retten. Doch nach Halmais Foul an Jancker war die Führung für die von Deisler nach vorn getriebene und nun klar überlegene Gäste-Elf folgerichtig: Böhme verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zu seinem ersten Länderspieltor. Damit kam noch mehr Sicherheit in das Spiel der Gäste, die vor dem 2:0 wunderschön kombinierten: Über fünf Stationen lief das Leder, ehe Kehl mit einem satten 20-m-Schuss ebenfalls erstmals im A-Team traf.

Extralob für Deisler und Kehl

»Abgesehen von der Anfangsphase haben wir guten Fußball gespielt«, meinte Bundestrainer Michael Skibbe zur Pause zufrieden. Er lobte besonders Deisler und Kehl für ihren couragierten Auftritt. Mit Debütant Christoph Metzelder für Rehmer und Lars Ricken, der zunächst überraschend Gerald Asamoah den Vortritt hatte lassen müssen, ging es in die zweite Halbzeit. Und nur 44 Sekunden nach Wiederanpfiff bedankte sich der Dortmunder Ricken für seinen Einsatz. Seinen Schuss lenkte der im Strafraum lauernde Jancker ins Netz. Auch der aufgerückte Baumann durfte sich am Toreschießen beteiligen. Nach Deislers Freistoß war der Bremer per Kopf zur Stelle und überwand Keeper Kiraly.

Bierhoff beendete seine Torflaute

Beim ersten Gegentor sah Baumann allerdings nicht gut aus: Er ließ Matyus? Kopfball-Vorlage passieren - Tököli brauchte nur einzuschieben. Nach der Einwechslung aller verfügbaren Feldspieler litt der Spielfluss in Völlers Truppe, Horvaths Tor war die Folge, der verdiente Erfolg geriet aber zu keiner Zeit ernsthaft in Gefahr. Zumal Bierhoff in der Nachspielzeit seine Torflaute beendete.


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