HOME

Neuer-Rückkehr auf Schalke: Pfiffe für die alte Liebe

Verlassenwerden tut weh. Das haben Schalker Fans Manuel Neuer bei seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen spüren lassen. Es hat nichts geholfen. Die Bayern haben auf Schalke klar gesiegt - zu null.

Von Felix Haas

Manuel Neuer stand gemeinsam mit seinem Schalker Kumpel Benedikt Höwedes vor den Interview-Kameras. Ruhig und besonnen wie immer beantwortete der Bayern-Keeper die Fragen der Journalisten. Wie denn die Rückkehr in seine Heimat für ihn gewesen sei? Und was er von den Pfiffen und Schmähplakaten gehalten habe?

"Schalke ist eben ein emotionaler Verein mit emotionalen Fans", stellte sich Neuer zunächst noch vor die Anhänger der Blau-Weißen. Doch dann musste auch der gutmütige Nationaltorwart zugeben: "Ich bin froh, dass das Spiel vorbei ist, so etwas hört man nicht gerne."

"Wir trauern um M. Neuer"


Die Schalker Fans hatten ihren einstigen Liebling beim Warmmachen vierzig Minuten vor dem Anpfiff mit einem lautstarken Pfeifkonzert und Sprechchören begrüßt. In der Nordtribüne hing ein großes Spruchband mit der Aufschrift "Wir trauern um M. Neuer - gestorben zwischen 2005 & 2011 - wiederauferstanden als charakterlose Marionette". Bayern-Trainer Jupp Heynckes bezeichnete das als "geschmacklos". Vor dem Spiel hatte Neuer die protestierenden Fans unter den Zuschauern in der ausverkauften Arena noch als Minderheit bezeichnet.

Auch im Spiel wurde Neuer bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. Doch so richtig viele Ballkontakte hatte der 25-Jährige dann gar nicht, die Bayern spielten zu souverän, Neuer musste seine starken Reflexe nicht ein einziges Mal unter Beweis stellen. Bei den Münchenern stand nach dem Spiel erneut die Null.

"Mich freut es besonders für den Manuel. Ich denke, dass meine Mannschaft nicht nur für den FC Bayern gespielt hat, sondern auch für Manuel, denn einiges, was passiert ist, hat er nicht verdient", sagte Heynckes im TV-Sender Sky.

Auch der Schalker Kapitän Benedikt Höwedes konnte die Pfiffe und Plakate gegen seinen langjährigen Mitspieler nicht nachvollziehen. "Manu hat bewegende Jahre auf Schalke gehabt, er hat das nicht verdient."

Bayern dominant - Schalke ohne Chance


Das Spiel selbst geriet ob der Neuer-Anfeindungen und der zu offensichtlichen Bayern-Dominanz fast ein wenig in den Hintergrund. Heynckes resümierte süffisant: "Insgesamt hat meine Mannschaft wieder ein Klassespiel gemacht. Wir haben sicher die beste zweite Halbzeit in dieser Saison gespielt."

In der Tat kamen die Schalker kaum gefährlich in die Nähe von Neuers Tor. Schweinsteiger und Toni Kroos schalteten im Mittelfeld nach Belieben, Ribéry zauberte und trickste. Im Sturm rieb sich Petersen als Gomez-Ersatz auf, er erzielte nach knapp zwanzig Minuten die Bayern-Führung. Der vor der Saison aus der zweiten Liga gekommene Nachwuchsstürmer hätte das Spiel im Alleingang entscheiden können, doch bei einigen Szenen fehlte ihm noch etwas der Torinstinkt. Der agile Thomas Müller stellte nach nach 75 Minuten den 0:2-Endstand her.

Alle Spiele des sechsten Spieltages finden Sie hier in einer übersichtlichen Analyse.

mit Agenturen

Wissenscommunity