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Oenning-Nachfolger: Nürnberg holt Trainer Hecking

Der Wunschtrainer kommt: Der 1. FC Nürnberg verpflichtet Dieter Hecking als Trainer. Der ehemalige Coach von Hannover 96 soll den kriselnden Club vor dem drohenden Abstieg bewahren - eine Aufgabe, die Hecking schon gemeistert hat.

Nur einen Tag nach dem Rauswurf von Trainer Michael Oenning hat Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg Dieter Hecking als neuen Trainer verpflichtet. Der frühere Coach von Hannover 96, der von Beginn an Wunschkandidat der Franken war, übernimmt das Amt mit sofortiger Wirkung, wie der abstiegsbedrohte Club am Dienstag bei einer Pressekonferenz mitteilte. Aufstiegstrainer Oenning war am Montag nach 16 Monaten gefeuert worden, weil die Nürnberger nach vier Niederlagen ohne eigenen Treffer als 17. auf einem Abstiegsplatz überwintern müssen. Der 45-jährige Hecking erhält zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende, der sich im Falle des Klassenverbleibs verlängert.

Hecking hatte zuvor betont, dass er sich ein Engagement beim FCN unter bestimmten Voraussetzungen durchaus gut vorstellen kann. "Jeder Trainer, der schon mal in der Bundesliga gearbeitet hat, traut es sich zu, einer Mannschaft in einer schwierigen Situation helfen zu können. Ich werde eine neue Aufgabe aber nur dann übernehmen, wenn ich das Gefühl habe, dass alles zusammenpasst. Der Verein muss klare Vorstellungen haben", sagte der 45-Jährige.

Erfahrung im Abstiegskampf

Präsident Franz Schäfer und Manager Martin Bader haben Hecking bei den gemeinsamen Gesprächen aber offensichtlich von ihrem Konzept überzeugt. Laut Bader gehörte dazu auch, dass der neue Mann bereit ist, den beim Club eingeschlagenen Jugendkurs weiterzusteuern. Um in Nürnberg anzufangen, löste Hecking nun offenbar sein noch laufendes Arbeitspapier bei Hannover, wo er im August zurückgetreten war. Bei den Niedersachsen stand der frühere Bundesliga-Profi eigentlich noch bis 30. Juni 2010 auf der Gehaltsliste.

Nürnberg ließ damit der Ankündigung, noch vor Heiligabend einen neuen Coach zu präsentieren, überraschend schnell Taten folgen. Hecking, der bei der Suche unter anderem den ehemaligen Kölner und Bochumer Trainer Marcel Koller ausgestochen hat, erfüllt das Anforderungsprofil beim Club, das Schäfer so umschrieben hatte: "Du brauchst einen Trainer, der Erfahrung hat, auch im Abstiegskampf." Hecking hat den VfB Lübeck 2003 vor dem Abstieg aus der 2. Liga gerettet, Hannover 96 schaffte mit ihm nach seiner Amtsübernahme 2007 den Klassenerhalt in der Bundesliga. Mit dem VfB ist er jedoch 2004 auch aus der 2. Liga abgestiegen.

Franken brauchen dringend Verstärkung

Beim Club erwartet den neuen Mann viel Arbeit, die Franken durchlitten die schwächste Hinrunde der Vereinsgeschichte. "Wir müssen eine Stimmung erzeugen, dass wir die Klasse doch noch halten werden", formulierte Bader die Erwartungen an Hecking. Am 3. Januar beginnt der Club mit dem Trainingslager im türkischen Belek die Vorbereitung auf die Rückrunde, am 17. Januar muss er zum Auftakt zu Schalke 04. "Der neue Trainer hat nicht viel Zeit", sagte Präsident Schäfer über Heckings Mission.

Die Franken müssen sich unbedingt verstärken. Denn in der Hinrunde fehlte es trotz der Talente an Qualität. Zwei, drei neue Spieler sollen kommen. Geld für Einkäufe könnte durch den Abgang von Peer Kluge, der bei Schalke 04 gehandelt wird, in die Kasse kommen. Man würde ihn jedoch nicht gerne abgeben, betonte Schäfer. Belastet wird das Budget auch durch die Trennung von Oenning, der bei den Franken immerhin noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 hatte.

SID/DPA / DPA

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