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Österreich vs. Deutschland: Die Legende lebt weiter

Der österreichische Fußball liegt am Boden. "Wir sind Wunschgegner von allen Teams bei der EM", gesteht Teamchef Hickersberger vor dem Match gegen die Deutschen. Der 59-Jährige trägt eine schwere Last - auch weil er aktiv geholfen hat, einen Mythos zu schaffen: Cordoba. Ein Wort geistert durch die Alpenrepublik.

Von Frank Hellmann, Wien

Herbert Prohaska hebt die Stimme. So wie es der 52-Jährige immer tut, wenn er meint, deutlich werden zu müssen. Prohaska ist im Vorfeld des heutigen Ländervergleichs zwischen den Fußball-Nationalmannschaften von Österreich und Deutschland im Wiener Ernst-Happel-Stadion (20.35 Uhr/live ARD) die Frage leid, ob Cordoba, jener legendäre 3:2-Sieg vom 21. Juni 1978 bei der WM in Argentinien, Segen und zugleich auch Fluch für die Alpenrepublik ist. Gerade das hat Teamchef Josef Hickersberger ja wieder behauptet. Für Prohaska ein "Schmarrn". Ausgemachter Blödsinn. "Ich habe ja fast den Eindruck, unsere Generation müsste sich dafür entschuldigen. Wir sollten das als Teil unserer Geschichte akzeptieren. So wie Muhammed Ali auch Boxgeschichte geschrieben hat. Die Ausrede ist zu billig."

Für schonungslose Statements schätzen ihn die österreichischen Fernsehzuschauer - auch heute wird Prohaska als Experte des ORF wieder Klartext reden. Die österreichische Version des Günter Netzer hat viel zu sagen - und viel zu kritisieren. Österreich hat im Jahr 2007 mit Ach und Krach eines von zwölf Länderspielen gewonnen, ist auf Platz 90 der Fifa-Weltranglisten abgerutscht und laut Hickersberger "der größte Außenseiter" des EM-Turniers. Doch damit Cordoba in Verbindung zu bringen und zu behaupten, der Mythos vernebele die Sinne, verbietet sich für Prohaska. Stattdessen müsse man Ursachenforschung betreiben, weshalb so wenig Österreicher in starken Ligen spielen; weshalb in der österreichischen Bundesliga zu viel Geld gezahlt und zu viel ausländisches Personal angestellt wird; weshalb ein zukunftsweisendes Projekt wie die Nachwuchsförderungsmaßnahme Challenge 2008 erst so spät angestoßen wurde.

"Eigentlich wollten beide Mannschaften nur nach Hause"

"Es gab nach Cordoba noch fünf österreichische Teams in den Europapokalendspielen, aber Verband und Vereine haben in den achtziger und neunziger Jahre in der Jugendarbeit viel versäumt", mutmaßt Prohaska, der direkt nach der WM 1978 ein Angebot des FC Schalke 04 ausschlagen musste. "Damals wollte Austria Wien zwei Millionen Mark Ablöse - das war eine Wahnsinnssumme." Prohaska wechselte dann 1980 zu Inter Mailand - und war wie Hans Krankl beim FC Barcelona ein Exportschlager. Das ist auch die historische Erklärung, weshalb vor 30 Jahren Felix Austria gegen eine zerstrittene deutsche Mannschaft das letzte Spiel der zweiten Finalrunde mit 3:2 gewinnen konnte. "Weil wir sechs, sieben internationale Klasseleute hatten, die in Barcelona, Mailand oder Rotterdam gespielt haben", betont Prohaska und zählt die prominenten Mitspieler auf: Torwart Friedl Koncilia, den verstorbenen Libero Bruno Pezzey, die Stürmer Hans Krankl oder Walter Schachner. Prohaska. "Dass der Erfolg kein Zufall war, lässt sich daran ablesen, dass sich Österreich auch 1982 und 1990 wieder für die WM qualifiziert hat."

Doch auch der einst wegen seiner Lockenpracht nur "Schneckerl" genannte Mittelfeldantreiber gesteht ein, dass im nostalgischen Rückblick zu viel glänzt. Bei der WM 1978 hatte nämlich Österreich die ersten beiden Gruppenplätze schon verfehlt - nach Niederlagen gegen die Niederlande (1:5) und Italien (0:1) war das Team des nicht unumstrittenen Helmut Senekowitsch schon ausgeschieden. Und auch bei den Deutschen bestand aufgrund des eigenwilligen Modus - keine Halbfinalspiele nach der zweiten Finalrunde - nur theoretische Chancen auf den Endspieleinzug. Ergo: "Eigentlich wollten beide Mannschaften nur nach Hause", erzählte Nationalspieler Bernd Hölzenbein eingedenk des Lagerkollers im fernen Südamerika einmal. Und vielleicht wäre das Spiel auch nie zur Legende geworden, hätte es Edi Finger nicht gegeben, der damals als ORF-Sportchef das Spiel live im Hörfunk kommentierte. Ihm platzte das "I wer narrisch" heraus, als Torjäger Krankl gegen die dilettierenden Rolf Rüssmann, Berti Vogts und Sepp Maier zum zweiten Male zuschlug. Edi Finger ist vor 19 Jahren gestorben, doch sein Sohn, der bezeichnenderweise Edi Finger junior heißt, muss noch immer die alten Geschichten erzählen. Nur in einem bleibt der beleibte 58-Jährige standhaft: "Ich habe darauf ein Gelübde abgelegt. Ich bin vielleicht narrisch, aber ich werde das ‚I wer narrisch’ nicht nachmachen."

Zeit für ein neues Cordoba

Mit dem eruptiven Ausruf stieg sein Vater zu einem Teil der österreichischen Fußballgeschichte auf - merkwürdigerweise erinnert sich an den damaligen TV-Reporter Robert Seeger niemand mehr, allein die Radioreportage wird bis heute zu den Bildern geschnitten, die oft genug über die Bildschirme flimmern und ein gutes Geschäft ankurbeln: Gerade finden Hunderttausende von Schlüsselanhängern in der Alpenrepublik reißenden Absatz, auf denen die Originalzitate des 21. Juni 1978 gestanzt sind. Und allgegenwärtig sind in diesen Tagen in den österreichischen Medien die hübschen Anekdoten von damals. Etwa die, wie das Finger-Original vor 30 Jahren in die Kabine stapfte, die rot-weißen Helden abbusselte und sich ein Vierterl gönnte. Der ebenso leutselige Filius ist heute Sportchef von Radio Wien - und natürlich kommentiert er für den Hörfunk live das Länderspiel im Ernst-Happel-Stadion. "Das ist das falsche Länderspiel zur falschen Zeit", sagt Edi Finger junior, "zur Euro können wir die Deutschen gefährden, aber nicht jetzt." In der österreichischen Bundesliga rollt der Ball noch nicht. Auch deshalb kommen gleich sechs Legionäre und erstmals auch wieder Emanuel Pogatetz (FC Middlesbrough) und Roland Linz (SC Braga) zum Einsatz. Helfen sie wirklich? Für Prohaska ist das der einzig gangbare Weg. "Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir ein Exportland werden. Wir sind eine Ausbildungsnation. In allen guten Zeiten haben wir von starken Legionären gelebt."

Gerade deshalb gilt der Wechsel von Abwehrtalent Sebastian Prödl im Sommer zu Werder Bremen als richtungsweisend. Der 20-Jährige von Sturm Graz wagt ein Risiko, das viele junge Kicker wegen der guten Verdienstmöglichkeiten in der Heimat scheuen: sich im Ausland gegen Widerstände durchzusetzen. Solchen Rat erteilt stets auch Hickersbergers Assistent Andreas Herzog, der einst bei Werder Bremen seine beste Zeit hatte und für Hickersberger schon mehr als eine rechte Hand ist. Der 39-Jährige gilt zudem als legitimer Nachfolger als Teamchef. Auf was es im EM-Jahr 2008 ankommt, weiß Herzog genau: "Es ist an der Zeit, dass wir der jetzigen Generation ein neues Cordoba geben." Das Datum ist fix: Das finale EM-Gruppenspiel am 16. Juni in Wien gegen Deutschland - Cordoba läge dann auf den Tag fast genau 30 Jahre zurück.

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?