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Neuer Trainer: Ist Peter Stöger der Richtige für den BVB?

Der geschasste BVB-Trainer Peter Bosz stand für spektakulären Offensivfußball. Sein Nachfolger Peter Stöger setzt dagegen zuallererst auf eine geordnete Defensive. Reicht das, um Borussia Dortmund wieder nach oben zu führen?

Der neue BVB-Trainer Peter Stöger

Peter Stöger wird den BVB bis zum Saisonende trainieren.

Als Peter Bosz im Sommer als -Trainer vorgestellt wurde, versprach er den Fans spektakulären Fußball. Und er hielt zunächst Wort: Die ersten Wochen der Bundesliga-Saison waren tatsächlich rauschhaft, Dortmund überrollte seine Gegner förmlich, stand nach sieben Spieltagen mit 21:2 Toren unangefochten an der Tabellenspitze.

Seinem Nachfolger hat niemand nachgesagt, er stünde für Spektakel. Sein Versprechen ist ein anderes: Die Null muss stehen. Der Österreicher steht für einen Fußball, der aus einer geordneten Defensive heraus gespielt wird. 

In seiner erfolgreichen Kölner Zeit perfektionierte Stöger sein Defensivkonzept. 2014 gelang ihm der Aufstieg aus der Zweiten Liga - mit nur 20 Gegentoren. Ein Erfolgsrezept, das der 51-Jährige beibehielt: Kein Aufsteiger spielte so oft zu null wie der 2014/2015. 

Peter Stöger setzt auf die Defensive

So gesehen könnte Peter Stöger in der aktuellen Phase genau der richtige Trainer für den krisengeschüttelten BVB sein, dessen Probleme klar im Abwehrverbund liegen. Offensiv sind die Dortmunder eine Macht: Mit 35 Toren haben sie so oft getroffen wie Spitzenreiter Bayern München. Dass die Punkteausbeute zuletzt so mager war, lag an den vielen einfachen Gegentoren, die man kassiert hat. Genau hier wird Stöger ansetzen. Was auf Kosten der Attraktivität gehen dürfte. Doch das wird den Borussen egal sein, wenn sie dafür wieder auf die Erfolgsspur zurück gelangen.

Das ist jedoch keineswegs ausgemacht. Es gibt ein paar Schwierigkeiten, mit denen Stöger zu kämpfen haben wird. Da ist zum einen die psychologische Situation. Der BVB befindet sich seit Wochen in einer Abwärtsspirale, die der alte Trainer nicht stoppen konnte. Die Spieler sind sichtlich verunsichert, haben jegliches Selbstvertrauen verloren. Ob Peter Stöger in dieser Situation der Richtige ist? Immerhin kommt er aus einer ganz ähnlichen Situation: Der Europa-League-Teilnehmer musste einen brutalen Absturz ans Tabellenende verkraften, in dieser Saison holte Stöger in 14 Partien nur drei Punkte. Mit stolzgeschwellter Brust dürfte der Österreicher seinen Dienst nicht antreten.

Zweifel an der Qualität des BVB-Kaders

Zum anderen kann der neue Trainer sein Defensivkonzept nur mit den richtigen Spielern umsetzen. Der Dortmunder Kader hat in den vergangenen Wochen jedoch Zweifel aufkommen lassen, ob er wirklich das Niveau eines Champions-League-Aspiranten hat. Toprak, Bartra, Sokratis und Subotic sind als Innenverteidiger aktuell bestenfalls Mittelmaß in der Liga, die Außenverteidiger Schmelzer und Pisczek haben ihren Zenit überschritten, Toljan und Zagadou fehlt die Erfahrung. Dazu verfügt der Kader über keinen echten Abräumer im Mittelfeld. Den hat man in Person von Sven Bender zu Saisonbeginn nach Leverkusen abgegeben.

Wer erwartet, dass Borussia Dortmund unter dem neuen Übungsleiter zu alter Herrlichkeit wiederfindet, könnte eine Enttäuschung erleben. Die Vereinsbosse werden all das in ihre Überlegungen mit einbezogen haben: Auf der Pressekonferenz vermied es Hans-Joachim Watzke die Champions-League-Qualifikation klares Ziel zu formulieren. Er wird gewusst haben, warum.

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