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P. Köster: Kabinenpredigt: Der Spielzerstörer - wie der Videobeweis das Flair des Fußballs ruiniert

Wenn der Videobeweis innerhalb von Sekunden für Klarheit sorgt, hilft er weiter. Derzeit jedoch zerstören unausgegorene Technik und überforderte Referees das Flair des Fußballs. Sagt stern-Stimme Philipp Köster.

Aufreger im Confed-Cup-Finale: Der Ellbogencheck des Chilenen Gonzalo Jara gegen Deutschlands Timo Werner

Aufreger im Confed-Cup-Finale: Der Ellbogencheck des Chilenen Gonzalo Jara gegen Deutschlands Timo Werner

Timo Werner rieb sich den schmerzenden Kiefer. Was jeder nachvollziehen konnte, der zuvor auf dem Bildschirm betrachten konnte, wie Chiles Abwehrspieler Gonzalo Jara dem Stürmer in der 65. Minute des Confed-Cup-Finales im Zweikampf einen klassischen Ellenbogencheck verpasst hatte. Deutlich weniger nachvollziehbar war hingegen, dass Schiedsrichter Milorad Mazić anschließend die Szene via Videobeweis überprüfte und nach minutenlanger Pause für diese Tätlichkeit trotzdem nur die gelbe Karte zückte.

Der nicht gegebene Platzverweis für Jara zeigte wieder einmal, dass viele Hoffnungen, die mit der Einführung des Videobeweises verbunden sind, Utopie bleiben werden – und dass er zugleich das Spiel und seine Dynamik nachhaltig schädigt.

Mehr Gerechtigkeit, weniger Diskussionen?

Mehr Gerechtigkeit und weniger Diskussionen auf dem Spielfeld sollte der Videobeweis bringen. Von einer friedfertigeren Atmosphäre auf dem Platz kann jedoch keine Rede sein, ganz im Gegenteil. Weil die Spieler wissen, dass der Videobeweis neuerdings die Entscheidungen des Referees revidieren kann, wird er ganz vehement und über längere Zeit gefordert. Und selbst, wenn nach dem Studium der Videobilder der Referee eine überarbeitete Entscheidung trifft, wird munter weiter protestiert und lamentiert.

Auch die versprochene Gerechtigkeit ist offenbar nicht so einfach herzustellen. Viele Szenen sind nicht mit der gewünschten Eindeutigkeit zu beurteilen. Hinzu kommt, dass viele Referees offenbar mit der Handhabung des Videobeweises überfordert sind – anders sind die teils grotesken Entscheidungsfindungen der Unparteiischen gerade beim Confed Cup nicht zu erklären.

Viel schwerer als alle ausgebliebenen Vorteile ist jedoch die Zerstückelung des Spiels durch den Videobeweis. Oft dauert es Minuten, bis endlich die Szenen beurteilt worden sind. Oft ist den Zuschauern die Szene, um die es geht, gar nicht mehr erinnerlich, weil das Spiel längst fortgeführt worden ist. Und besonders schlimm: Mitunter fällt ein Tor, es bildet sich eine Jubeltraube, das Stadion explodiert vor Freude – und nach zwei Minuten verkündet dann der Stadionsprecher, ob das Tor tatsächlich gegeben wird.
Der Videobeweis raubt so dem Fußball seinen emotionalsten, wildesten, ergreifendsten Moment, nämlich den Jubel nach dem Tor. Soll es in Zukunft wirklich so sein, dass wir nach einem Treffer immer erst bang zum Referee schauen müssen, ob der sich womöglich noch mal zweifelnd ans Ohr greift, weil er vom Kollegen draußen angefunkt wird, um dann nach endlosen 60 Sekunden endlich die Arme hochzureißen? Ein solcher Torjubel ist nur die groteske Karikatur jener Eruption, die sich nach einem Treffer entlädt.

Man kann dem Fußball natürlich auch seine letzten authentischen Emotionen austreiben wollen, für den frommen Wunsch, dass es im Fußball künftig sehr viel sportlicher, fairer, gerechter zugeht. Doch das wird nicht passieren, jedenfalls nicht durch den Videobeweis. Weil es im Fußball unzählige Situationen gibt, in denen auch Bilder in hochauflösender Superzeitlupe keine Klarheit bringen. Und weil wir uns, wenn wir ehrlich sind, eigentlich nicht Gerechtigkeit im Allgemeinen wünschen, sondern nur Gerechtigkeit für den eigenen Klub, für das eigene Team. Was unschwer daran zu erkennen ist, dass in der Diskussion über den Videobeweis Schalker tränenreich an Markus Merks fatalen Pfiff in Hamburg 2001 erinnerten und Dortmunder an das nicht gegebene Tor aus dem DFB-Pokal-Finale 2014. Völlers Fallsucht im WM-Endspiel 1990 oder Neuers brutales Foul im WM-Finale 2014 an Argentiniens Higuain wurden eher selten erwähnt.


Respekt für Schiedsrichter wäre revolutionär

Um das klar zu sagen: Niemand kann ernsthaft gegen technische Hilfestellungen sein, solange sie die Grundfunktionen des Spiels nicht beeinträchtigen. Bis dahin aber sollte der Fußball von unausgegorenen technischen Umwälzungen verschont bleiben. Zumal die Debatte um den Videobeweis nur eine Ersatzdiskussion ist. Eigentlich müsste sich die Fußballgesellschaft nämlich grundsätzlich mit ihrem hochneurotischen Verhältnis zu den Referees beschäftigen. In keiner anderen Sportart werden integre und hochqualifizierte Fachleute so angefeindet und zwangsläufig mal vorkommende Fehler so erbarmungslos seziert wie im Fußball. Schiedsrichtern den dringend notwendigen Respekt entgegenzubringen, das wäre eine Revolution, die den Namen wirklich verdient.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.