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Poker um Ribéry: Real erhöht das Angebot, Rummenigge blockt

Bayern München wehrt sich mit aller Macht gegen das Werben von Real Madrid um Franck Ribery. Er sei "fest entschlossen, alles dafür zu tun, dass Ribéry in München bleibt", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Unterdessen treibt der deutsche Rekordmeister die eigene Kader-Planung massiv voran.

Fußball-Rekordmeister Bayern München wehrt sich mit aller Macht gegen das Werben von Real Madrid um Franck Ribery und will den Kampf um seinen Superstar noch nicht verloren geben. Er sei "fest entschlossen, alles dafür zu tun", dass Ribery in München bleibt, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge der "Bild-Zeitung." Eine Offerte der Königlichen und andere Angebote habe er "abgelehnt, weil wir überhaupt keine Intention haben, Ribery zu verkaufen".

Auch Michael Ballacks FC Chelsea, Englands Meister Manchester United und Champions-League-Sieger FC Barcelona habe er abblitzen lassen, ergänzte Rummenigge. Anstatt den kleinen Dribbler Ribery zu verkaufen, will der Bayern-Boss lieber weiter aufrüsten. Einen Kauf von Torhüter Manuel Neuer von Schalke 04 will er anders als Manager Uli Hoeneß "nicht endgültig zu den Akten legen". Außerdem soll ein Rechtsverteidiger kommen, Jose Bosingwa (Chelsea) sei "Kandidat".

Sneijder und van der Vaart im Tausch

Obwohl sich Rummenigge im Fall Ribery ziert, will die spanische Sporttageszeitung Marca erfahren haben, dass Real seine Offerte auf 25 Millionen Euro plus die beiden niederländischen Nationalspieler Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart erhöht hat. Noch in dieser Woche sei mit einem Abschluss des Wunsch-Transfers zu rechnen.

Die Aussagen von Zidane, er sei bereits zu Gesprächen in München gewesen, verwies Rummenigge ins Reich der Fabel. Es habe eine Anfrage von Real-Präsident Florentino Perez und dessen Berater Pedro Jimenez gegeben. Anders als die drei anderen interessierten Klubs habe Real noch keine konkrete Summe geboten.

Das ist laut Rummenigge auch nicht erforderlich. "Ich sage es nochmal mit klaren Worten: Wir wollen, dass Ribery bleibt", betonte er - und appellierte an den noch bis 2011 an die Bayern gebundenen Star: "Ein Spieler hat seine Vertragslaufzeit zu respektieren."

Rummenigge nennt Transfersummen "absurd"

Außerdem kritisierte der Bayern-Boss die Ablösesummen scharf und kündigte Konsequenzen an: "Die Summen, die da im Moment durch die Gegend fliegen, sind keinem Menschen auf der Straße mehr zu vermitteln", sagte Rummenigge bezüglich des Kaufrauschs des spanischen Rekordmeisters. Die Abösesumme von 94 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo von Manchester United und dessen Gehalt von 11,5 Millionen Euro netto seien "zu absurd". Er habe sich deshalb mit Uefa-Präsident Michel Platini kurzgeschlossen. "Wir werden in Sachen Financial Fairplay neue Regeln aufstellen müssen."

Der Finanzexperte der Deutschen Fußball Liga (DFL), Christian Müller, spricht in diesem Zusammenhang von einem "schockartigen Mittelzufluss". Ganz egal, ob der mächtige Tycoon Perez das Geld vom Privat-, respektive Geschäftskonto abheben kann oder Kredite bei der Banco Santander aufnehmen muss: Er pumpt bis zu 300 Millionen Euro frisches Kapital in den europäischen Fußball. Geld, so Müller, das nicht auf den Fußballmärkten durch den Verkauf von Produkten verdient worden ist und nun "eine Kaskade quer durch Europa in Gang" setzen wird.

Denn, da ist sich Müller sicher, sowohl der AC Mailand als auch Manchester United und die Bayern für den Fall, dass der Ribery-Transfer vollzogen wird, "werden nun schauen: ,Welchen guten Spieler kann ich jetzt von einem anderen Klub bekommen?’" Reals Kaufrausch, vom Fachblatt kicker als "moralisch verwerflich" gebrandmarkt, führt laut DFL-Geschäftsführer Müller zu einem "inflationären Effekt auf den Transfermarkt, sowohl was Anzahl von Transfers als auch die bewegten Summen angeht."

SID/tis / SID

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