Europa League
„Es schmerzt“: SC Freiburg verliert Finale gegen Aston Villa

Matthias Ginter vom SC Freiburg berührt im Vorbeigehen den Pokal der Europa League
Nur anfassen, nicht mitnehmen: Matthias Ginter vom SC Freiburg berührt nach Abpfiff den Pokal der Europa League 
© Robert Michael / DPA

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Im Finale der Europa League hat der SC Freiburg vor der Pause einen Doppelschlag von Aston Villa kassiert. In der zweiten Hälfte fiel dann das dritte Tor für die Engländer.

Prinz William beklatschte als Edelfan lächelnd Aston Villa, SC-Stürmer Igor Matanovic spuckte verbittert auf den Rasen des Besiktas Parks. Seine Mitspieler reihten sich ernüchtert vor den mitgereisten Anhängern auf, die erhoffte Krönung für den SC Freiburg ist nach einer außergewöhnlichen Europa-League-Reise ausgeblieben. 0:3 (0:2) unterlag der Fußball-Bundesligist dem übermächtigen Favoriten aus der Premier League. Phasenweise bekamen die Badener im Europa-League-Finale einen Klassenunterschied aufgezeigt.

„Für den Moment spüre ich keine Zufriedenheit. Wir haben ein Finale verloren. Das ist das, was für den Moment überwiegt und auch schmerzt“, sagte SC-Trainer Julian Schuster bei RTL. In den ersten 40 Minuten sei das Spiel seiner Elf „in Ordnung“ gewesen, dann aber habe sein Team durch Standards die Partie aus der Hand gegeben. Für die zweite Hälfte müsse er seinen Spielern „ein Kompliment“ machen, aber „es hat leider nicht gereicht“. Die Trauer überwiege.

Im größten Spiel der Vereinsgeschichte schockte ein Doppelschlag durch den Treffer von Youri Tielemans (41. Minute) und das Traumtor von Emiliano Buendia (45.+3) den SC. Die Badener hatten zuvor lange auf Augenhöhe agiert, in diesen entscheidenden Momenten in der Defensive den bei den Toren glänzendem Premier-League-Club aber zu viel Raum gelassen. Spätestens mit dem 0:3 von Morgan Rogers (58.) war die Partie entschieden.

SC Freiburg muss weiter auf den ersten bedeutsamen Titel warten

Die bemerkenswerte Saison im internationalen Wettbewerb endete damit ohne den erhofften ersten großen Titel für den Sport-Club. Dennoch wird die herausragende Europa-Reise als großer Erfolg in Erinnerung bleiben. 

„Es ist ein Spiel für die Geschichte für Freiburg“, hatte Weltmeister-Coach und Stadion-Besucher Joachim Löw vor dem Anpfiff bei RTL gesagt. Das war es ohnehin, auch wenn Aston Villa für den letzten Schritt zu stark war. Denn nie zuvor waren die Breisgauer vor dieser Saison international über ein Achtelfinale hinausgekommen, diesmal aber bis ins Endspiel vorgeprescht.

Statt mit einem Triumph im Besiktas Park zum ersten Mal in die Champions League einzuziehen, müssen sich die Badener mit der Conference League begnügen. Die erneute Teilnahme am internationalen Wettbewerb hatte sich der SC mit Tabellenplatz sieben in der Bundesliga gesichert. 

Aston Villa triumphiert in der Europa League

Vorerst letzter deutscher Europa-League-Champion bleibt Eintracht Frankfurt (2022). Villa-Coach Unai Emery wurde unterdessen seinem Ruf als Europa-League-Spezialist gerecht. Bereits zum fünften Mal gewann der Spanier nach den Titeln mit dem FC Sevilla (2014, 2015, 2016) und dem FC Villarreal (2021) diesen Wettbewerb.

Den vor dem Anpfiff gezeigten Optimismus konnten die Breisgauer nicht in die Tat umsetzen. „Es fühlt sich an, als wären wir bereit“, sagte Sportvorstand Jochen Saier. „Es ist die Krönung eines längeren Weges.“ 15.000 Zuschauer fieberten vergeblich beim Public Viewing auf der Freiburger Messe mit. Im Besiktas Park herrschte von Beginn an eine eindrucksvolle und teils ohrenbetäubende Atmosphäre.

Auch Nagelsmann schaut das Finale vor Ort

In der Anfangsphase wirkte die Schuster-Elf zwar ein wenig nervös und sah sich direkt dem Druck von Aston Villa ausgesetzt. Vor 37.324 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, trat das Team aus Birmingham reifer und abgezockter auf.

Im Kollektiv verteidigten die Südbadener aber anfangs kompakt und kamen besser in die Partie. Es fehlten jedoch die Mittel, um Torgefahr zu erzeugen. Die einzige gefährlichere Abschlusschance der ersten Hälfte hatte Nicolas Höfler nach einer Standardsituation, der Ball flog knapp am rechten Pfosten vorbei (17.). 

Dann aber erlaubte sich der Sport-Club in der Defensive Nachlässigkeiten, die Aston Villa nutzte. Nach einer zunächst kurz ausgeführten Ecke hatte kein Freiburger Tielemans im Blick, der mit einem Volleyschuss sehenswert vollendete. Und es kam für den SC noch schlimmer, Buendia traf per Schlenzer noch schöner.

Beim 0:3 konnte Philipp Lienhart Rogers nicht stoppen. Der Anhang ließ sich davon nicht beirren, hüpfte und schunkelte auf der Tribüne und feierte den SC trotzdem.

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DPA
tkr/Kristina Puck

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