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Schiedsrichter-Affäre: Prozessbeginn gegen Hoyzer rückt näher

Erst wurde Robert Hoyzer wegen seiner Verwicklung in den Fußball-Wettskandal lebenslang vom Platz verbannt. Jetzt steht auch der Termin fest, an dem sich der Ex-Schiedsrichter für seine Vergehen vor Gericht verantworten muss.

Am 18.Oktober beginnt der Prozess gegen Robert Hoyzer in Berlin, das bestätigte die Pressestelle der Berliner Strafgerichte. Die 12. große Strafkammer des Landgerichts ließ auch das Hauptverfahren gegen Ex-Schiedsrichter Dominik Marks und den früheren Fußball-Profi Steffen Karl zu. Angeklagt sind wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs ferner die Brüder Ante, Milan und Filip S. als Betreiber des Café King. Das Gericht legte vorerst bis zum Jahresende die Prozesstermine fest und beraumte dabei pro Woche jeweils zwei Verhandlungstage an. Der Kammer steht ein Verfahren mit 170 Zeugen bevor.

Fünf auf der Anklagebank

Die fünf Angeklagten sollen den Ausgang von mehr als 20 Spielen manipuliert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Hoyzer, Marks und Karl vor, die Partien beeinflusst, dies versucht oder solche Manipulationen mit den angeklagten Brüdern S. verabredet zu haben. Teilweise hätten die Spiele mit und auch ohne Manipulationen die gewünschten Ergebnisse gebracht, in einigen Fällen seien die Beeinflussungen oder die Versuche misslungen, Spieler für ein gewünschtes Ergebnis anzuwerben.

Als Tatorte werden in der 289 Seiten umfassenden Anklageschrift Berlin, Braunschweig, Frankfurt/Main, Dortmund, Ankara sowie die italienischen Städte Viroli und Frosinone aufgeführt. Nach Feststellung der Ermittler liegt der angeblich nachweisbare Gesamtschaden, der diversen Wettbüros entstanden sein soll, bei zwei Millionen Euro.

Spielwetten in die Hunderttausender

Auf die Spielergebnisse gewettet haben sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Filip und Milan S., hauptsächlich aber Ante S., der bei einem Einsatz von 26.000 Euro auf das Regionalliga-Spiel zwischen Holstein Kiel und Chemnitzer FC am 1. Mai vorigen Jahres etwa 300.000 Euro gewonnen haben soll. Beim Zweitliga-Spiel zwischen dem Karlsruher SC und MSV Duisburg am 3. Dezember 2004 soll Ante S. 240.000 Euro gesetzt und etwa 870.000 Euro gewonnen haben.

DPA / DPA

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