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Supercup-Finale Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus beendet ihre Karriere

Bibiana Steinhaus steht im hellblauen Schiedsrichter-Trikot im Regen auf dem Rasen und hält einen Ball im linken Arm
Bibiana Steinhaus
© Alexander Hassenstein/Bongarts / Getty Images
Das deutsche Supercup-Finale ist ihr letztes Spiel. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (41) beendet ihre Karriere. DFB Präsident Fritz Keller bedauert die Entscheidung: "Eine außergewöhnliche Persönlichkeit." 

Bibiana Steinhaus fasste ihren Entschluss wohlüberlegt und während der langen Zwangspause. "Wie viele Menschen in der Zeit der Corona-Situation habe ich manches reflektiert und neu bewertet", sagte die erste Schiedsrichterin in der Geschichte der Fußball-Bundesliga und zog am Mittwoch völlig überraschend den Schlussstrich. Nach "sorgfältiger Abwägung vieler Faktoren" habe sie sich dazu entschieden, ihre "nationale und internationale Laufbahn als Schiedsrichterin zu beenden". Der Liga wird sie fehlen.

Erst am Mittwochmorgen hatte der Deutsche Fußball-Bund bestätigt, dass die Unparteiische, die seit 2017 in der Bundesliga pfiff, am Abend erstmals das deutsche Supercup-Finale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund leiten wird. Eine Auszeichnung. Und ein würdiger Abschied. "Der deutsche Fußball muss künftig nicht nur auf eine herausragende Schiedsrichterin verzichten, sondern verliert auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Pionierin in einer Männerdomäne", würdigte DFB-Präsident Fritz Keller die Polizistin aus Hannover.

Bibiana Steinhaus: Es war ein langer Weg

Vor drei Jahren war Steinhaus auf den Rasen des Berliners Olympiastadions getreten, "in dem Wissen, Geschichte zu schreiben", wie sie zuletzt erzählt hatte. Das Debüt der ersten Schiedsrichterin in der Bundesliga wurde weltweit beachtet. "Es war ein langer Weg", sagte die 41-Jährige rückblickend.

Für das freiwillige Ende der viel beachteten Laufbahn der Schiri-Pionierin sollen private Gründe ausschlaggebend sein. Die Altersgrenze für Bundesliga-Schiedsrichter liegt bei 47 Jahren und spielte ebenso keine Rolle wie ihre Leistungen. "Über die Gründe meines Rückzugs werde ich mich zu gegebener Zeit nochmals etwas ausführlicher äußern", sagte Steinhaus.

Sechsmal wurde Steinhaus "Schiedsrichterin des Jahres", jeweils dreimal vertrat sie Deutschland bei der WM und EM der Frauen. Doch so richtig in den Fokus rückte sie durch ihre Vorreiter-Rolle als erste Schiedsrichterin im Männer-Fußball. Nach ihr schaffte nur noch Riem Hussein diesen Sprung.

"Bibiana Steinhaus hat sich in den vergangenen Jahren fest im Kreise der Bundesliga-Schiedsrichter etabliert und sich mit ihren Leistungen Respekt und Anerkennung verdient", sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga. "Das Ende ihrer Karriere kommt überraschend. Persönlich wünsche ich ihr für die Zukunft alles Gute - und dass ihr der Supercup als würdiger Abschluss ihrer Laufbahn in Erinnerung bleibt."

23 Spiele leitete Steinhaus im Oberhaus

Seit 2017 war Steinhaus in der Bundesliga aktiv - bis heute als einzige Frau. "Bibiana ist eine Ausnahme-Erscheinung", lobte DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich damals und dankte ihr zum Abschied: "Ihr gebühren höchste Anerkennung für das, was sie erreicht hat, höchster Respekt für ihre Entscheidung und auch ein großer Dank von meiner Seite für die absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit." Steinhaus sei "eine absolute Bereicherung für den Fußball, sowohl von ihrer Art, die Spiele zu leiten, als auch im persönlichen Umgang". 

23 Spiele leitete Steinhaus im Oberhaus und war darüber hinaus regelmäßig als Vierter Offizieller und zuletzt auch als Video-Assistent im Einsatz. Zehn Jahre zuvor hatte sie in der 2. Bundesliga debütiert und dort sukzessive Vorurteile abgebaut. 

Ihr Credo: "Auch wenn das jetzt vielleicht platt klingt, aber ich möchte jedes anstehende Spiel gut leiten", sagte Steinhaus jüngst. "Denn jedes Spiel hat den bestmöglichen Spielleiter verdient. Mein Antrieb ist, sich immer noch weiterentwickeln zu können und die Möglichkeit wird mir in jedem Spiel geboten." Damit ist nun Schluss.

tis / Eric Dobias und Jan Mies DPA

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