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Sonntagsspiele: Dortmund erkämpft Remis gegen Bayern

Sie hatten den FC Bayern am Rand einer Niederlage, aber die Sensation blieb aus: In einem Kampfspiel trennten sich Borussia Dortmund und Bayern unentschieden. Durch einen knappen, aber verdienten Sieg in Duisburg schob sich der Hamburger SV auf Platz zwei der Tabelle vor.

Borussia Dortmund hat die Siegesserie des FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga gestoppt und den drohenden Alleingang des Tabellenführers vorerst verhindert. Nach zuletzt fünf Erfolgen kam der Rekordmeister am Sonntagabend in Dortmund nicht über ein 0:0 hinaus und büßte zwei Punkte seines komfortablen Vorsprungs ein. Vor 80.708 Zuschauern drohte dem Münchner Starensemble in der zweiten Halbzeit sogar die erste Niederlage in dieser Spielzeit, doch mit Glück und dank der Paraden von Torhüter Michael Rensing nahmen die Bayern einen Punkt mit.

Das mit Spannung erwartete Duell im Signal Iduna Park weckte erst in den zweiten 45 Minuten Erinnerungen an die großen Spiele beider Teams in den 80er und 90er Jahren. Drei Tage nach dem 3:2-Kraftakt in Belgrad fehlte den erneut ohne den angeschlagenen Regisseur Franck Ribéry spielenden Bayern über weite Strecken die Dynamik. Die Münchner spielten unterkühlt und setzten kaum Glanzpunkte. Eine enttäuschende Vorstellung lieferte der als Spielmacher vorgesehene Jose Ernesto Sosa. Rückkehrer Luca Toni kam im gesamten Spiel nur zu einer Chance, bei der er an Roman Weidenfeller scheiterte (56.). So überraschte es nicht, dass die seit April ungeschlagenen Bayern erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg blieben.

BVB spielte aggressiv

Der zuletzt in drei von fünf Heimspielen gegen die Bayern siegreiche BVB ging aggressiv in die Zweikämpfe, entwickelte aber erst nach der Pause den nötigen Druck, um die bis dahin sicher stehende Bayern-Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Trainer Thomas Doll hatte trotz abgesessener Sperre auf Routinier Christian Wörns verzichtet und dafür Markus Brzenska aufgeboten. Ebenso überraschend standen Delron Buckley und Nelson Valdez in der Dortmunder Anfangself. Diese Maßnahme zahlte sich erst spät aus, da es dem Angriffsspiel des BVB zunächst an der nötigen Kreativität fehlte.

Ein leichtfertiger Ballverlust von Brzenska gegen Miroslav Klose eröffnete dem Nationalstürmer schon nach 50 Sekunden die Chance zur Führung, doch der Münchner wurde im letzten Moment abgeblockt. Auf der Gegenseite musste Bayern-Keeper Michael Rensing einen Flachschuss von Mladen Petric (4.) entschärfen. Danach tat sich lange Zeit nichts mehr vor beiden Toren. Erst in der 36. Minute sorgte Martin Demichelis wieder für einen Aufreger, als er den Ball aus gut 40 Metern über den zu weit vor seinem Tor postierten Weidenfeller an die Latte jagte, der Nachschuss des nachsetzenden Klose landete ebenfalls am Aluminium des Dortmunder Gehäuses.

Valdez vergab eine hundertprozentige Torchance

Auch der zweite Durchgang begann mit einem Fehler der Gastgeber. Als Jakub Blaszczykowski den Ball gegen Klose vertändelte, verhinderte Weidenfeller per Fußabwehr des neunte Saisontor des Bayern-Angreifers (48.). Es folgte die stärkste Phase des BVB: In der 62. Minute verfehlte Blaszczykowski knapp das Münchner Tor, zwei Minuten später rettete Rensing gegen Buckley, Florian Kringe traf im Nachsetzen den Pfosten. Wiederum 120 Sekunden später jagte Valdez den Ball aus bester Schussposition über das Tor.

Im zweiten Sonntagsspiel hat der Hamburger SV seinen Siegeszug im Schongang fortgesetzt und mit wenig Aufwand die Rolle des ersten Bayern-Jägers übernommen. Die Hanseaten setzten sich am Sonntagabend beim MSV Duisburg mit 1:0 (1:0) durch und kletterten auf den zweiten Tabellenplatz. Drei Tage nach dem 1:0-Erfolg im Uefa-Pokal bei Brann Bergen war wieder Vincent Kompany (37. Minute) der Schütze des Siegtores. Mit seinem ersten Bundesliga- Treffer vergrößerte der Belgier vor 30.160 Zuschauern die Sorgen der Hausherren. Während der HSV nach nun neun Spielen ohne Niederlage mit 23 Punkten in Sichtweite zum Spitzenreiter FC Bayern München bleibt, rutschte der MSV zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Trainer Rudi Bommer durch die fünfte Heimniederlage mit neun Zählern auf den vorletzten Rang ab.

DPA/tis / DPA

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